Frauenvereine Fraunhofer 557
tie Luft durchziehen. Sie sind das Gespinnst der Fliegenden Sommerspinne, eines Insekts,das kaum die Größe eines Nadelkopfs hat. Die Spinne erscheint zu Anfänge des Augustzuerst in Wäldern, Gärten und auf Wiesen, wo sie ihre Eier ausbrüten läßt, und dann aufden Feldern, die sie, um andere Insekten zu fangen, mit feinen Fäden überzieht, welche vomWinde zusammcngeführt, in langen Flocken fortgeführt werden.
Frauenvereine zu wohlthätigen Zwecken hat es schon vor dem deutschen Befreiungs-kriege gegeben; in weitern Kreisen ist ans jener Zeit bekannt der Verein adeliger Frauen, derzu Wien im Anfänge des I. 1811 nach dem Muster der Gesellschaft der Mütter zu Parisdurch die Fürstin Karolinc LobkowiH gestiftet wurde und der noch gegenwärtig unter demNamen „Gesellschaft der adeligen Damen zur Beförderung des Guten und Nützlichen" fort-dauernd sehr wohlthätig wirkt. Zu einer andern Art von Frauenvereinen gab aber der deutscheBefreiungskrieg Veranlassung. Der erste Anstoß zur Bildung von Vereinen unter den deut-schen Frauen, welche offen den Zweck aussprachen, die Sache des Vaterlands nach Kräften zuunterstützen, ging von Preußen aus. In Königsberg, wo vielleicht am frühesten patriotischeFrauenvereine entstanden, in Breslau und Berlin waren dergleichen Vereine schon im März
1813 thätig. Durch den Aufruf mehrer Prinzessinnen des preuß. Königshauses, an derenSpitze die Prinzessin Wilhelm stand, vom 23. März 1813 wurde die Gründung solcherVereine in Preußen mächtig gefördert. Fast alle größere Städte in diesem Lande folgten demRufe, und andere deutsche Staaten blieben nicht zurück, sobald der anfangs wechselnde Kampffür Deutschlands BefreiungVeranlassung oder Raum dazu gab. Im Laufe der 1.1813 und
1814 entstanden wohlthätige und patriotische Frauenvereine in Dresden, Leipzig, Bautzen,Altcnburg, Weimar, Meiningen, München, Augsburg, Erlangen, Kempten, Nürnberg,Salzburg, Kassel, Marburg, Darmstadt, Karlsruhe, Hannover, Lüneburg, Celle, Ülzen,Lauenburg, Haarburg, Göttingen, Osterode, Hoya, Duderstadk, Braunschweig, Bremenund in vielen andern Städten, 1815 auch in Hamburg. Der Zweck dieser Vereine war im All-gemeinen gerichtet auf die Sorge für die Streitenden, die Verwundeten, die Hinterlaffenengefallener Vaterlandsvertheidiger und die durch den Krieg in Krankheit und Elend Gestürzten.Viel ist durch diese gemeinsamen Anstrengungen für die Sache des Vaterlandes geschehen, undden deutschen Frauen wird stets ein Theil des Ruhms, den das deutsche Volk in jenem denk-würdigen Kampfe für dieBefreiung des Vaterlands errang, zugestanden werden. Nach demzweiten pariser Frieden hörte die Thätigkeit der Frauenvereine an den meisten Orten auf, nureinzelne blieben fortbestehen, um sich der von den Leiden des Kriegs hart Betroffenen men-schenfreundlich anzunehmen. Später nahmen diese einen allgemeinen wohlthätigen Charak-ter an, und der Gedanke, daß überall zu aller Zeit Unglückliche Trost und Hülfe bedürfen,fand unter Deutschlands edeln Frauen mehr und mehr Eingang und gab Veranlassung, daßaller Orten neue Frauenvereine zu wohlthätigen Zwecken zusammentraten. Jetzt ist wolkaum eine irgend bedeutendere Stadt in Deutschland zu finden, in welcher nicht ein solcherVerein wirksam ist. Am bemerkenswerthesten oder doch am bekanntesten sind das patrioti-sche Fraueninstitut im Großherzogthum Weimar, gestiftet und geleitet von der Großher-zogin Marie, Großfürstin von Rußland, das eine Vereinigung von mehr als 1OV einzelnenFrauenvcreinen bildet; die Frauenvereine in Bamberg, Baircuth, München; in Dresden,Meißen, Freiberg, Großenhain, Oschatz, in mehren Städten des Erzgebirgs unter dem Schuheder Königin von Sachsen, in Leipzig, Altenburg, Gotha, Koburg, Meiningen, Merseburg,Erfurt, Brandenburg, Berlin, Minden, Kassel, Marburg, Hanau, Hamburg u. s. w. DieWirksamkeit dieser und anderer Frauenvereine erstreckt sich theils auf die Bildung der ärmernweiblichen Jugend in eigens zu diesem Zwecke errichteten Industrieschulen, theils auf Be-schäftigung arbeitSloserPcrsonen, theils auf sonstige Unterstützung Armer, Kranker, Arbeits-unfähiger, theils auf Unterhaltung von Kleinkinderschulen (s. d.), und diese Vereinebilden dadurch ein wesentliches Glied in der großen Kette wohlthätiger Anstalten, die überDeutschland verbreitet sind. Vgl. Gräfe, „Nachrichten von wohlthätigen Frauenvereinen inDeutschland" (Kaff. 1844).
Fraunhofer (Jos. von), berühmt als Optiker und Erfinder vieler optischer Instru-mente, geb. zu Straubing in Baiern am 6. März 1787, der Sohn eines Glasers, mußteschon in früher Jugend das Geschäft seines Vaters treiben, kam im zwölften Jahre als Lehr