552 Franzensbrunnen Frauen
„Llcallleot^Iilcen" (5 Bde., Örebro 1824—36). Als Historiograph der schweb. Akademielieferte er in deren Abhandlungen eine Menge Biographien ihrer Mitglieder. In Folge desdurch die Übersetzung des „Lebens Jesu" von Strauß veranlaßten Streits ließ er zur Vcr-theidigung der Offenbarungslehrc >841 zwei poetische Schriften drucken, die auch inS Deut-sche übersetzt wurden.
Franzensbrunnen, s. Eg er.
Franziskaner, s. Franciscaner.
Franzweine heißen in Deutschland im Allgemeinen alle aus Frankreich kommendeWeine; insbesondere aber der Languedoc-, Charente-, Orleans-, Anjou - und die Provence-weine, überhaupt die geringern Sorten franz. Weins im südwestlichen Frankreich, und selbstnoch im nordöstlichen Spanien und zwar vorzugsweise die weißen.
Fratricellen, s. Beginnen.
Frauen, worunter der edlere Sprachgebrauch das ganze weibliche Geschlecht befaßt,sind im allgemeinsten Sinne die Repräsentanten der Sitte, der Liebe, der Scham, des un-mittelbaren Gefühls, wie die Männer die Repräsentanten des Gesetzes, der Pflicht, der Ehreund des Gedankens; jene vertreten vorzugsweise das Familienleben mit dessen Hauptcle-menten Sitte, Gefühl, Liebe und Schamgefühl, diese vorzugsweise das Staatslebcn mitdessen Hauptelementen Gesetz, Gedanke, Pflicht und Ehrgefühl. Ebenso correspondirenForm und Inhalt; von jener, deren Repräsentant das Weib ist, verlangt dieses Zierlichkeit,Anständigkeit und Schönheit; von diesem, dessen Repräsentant der Mann ist, verlang» >dieser Fülle, Tiefe und praktische Zweckmäßigkeit. Wie die Religion und die Lyrik demWeibe, so sind die Philosophie und die Epik dem Manne zumeist entsprechend; jenes em-pfindet, dieser erkennt das Richtige; der Mann ist stark im Handeln, Mittheilen und Be-fruchten, das Weib im Dulden, Empfangen und Gebären; Stärke verlangt überall der IMann, Anmuth das Weib, Stärke und Anmuth vereint stellen erst den wahren Schönheits- ,begriff dar. Man hat in jüngster Zeit dem Weibe Functionen zuweisen wollen, die nur dem sManne von der Natur selbst zugewiesen sind; aber schon die äußere Bildung, Stimme,Gang und Haltung beweisen auf den ersten Blick, auch wenn man die Erfahrungen einertausendjährigen Geschichte nicht zu Rathe ziehen wollte, wie verschieden die Natur beider Ge-schlechter ist, wie verschieden also auch ihre Aufgabe innerhalb der geistigen Entwickelung derMenschheit sein muß. Für das consequcnte logische Denken des Mannes hat das Weib seininstinctartiges, orakelhaftes und ahnungsvolles Auffassen zum Ersatz. Der Mann war >stets in der Staats - und Religionsschöpfung, in der Philosophie, in Kunst und Wissenschaftproductiv, neugestaltend und maßgebend; das Weib nahm an seinen Entwickelungen mehrnur aufnehmend und mitempfindend Theil und begleitete und glossirte sie nur mit geistrei-chen Randbemerkungen oder löste sie in empfindungsvollc Lyrik aus, und so viele Frauensich auch bisher mit der Poesie, der Musik und der Malerei beschäftigt haben, so blieben sie,aphoristisch wie sic im Ganzen sind, in den letzter» doch immer nur Dilettantinnen undschlugen selbst in der Poesie, so talentvoll, geschmackvoll und im Einzelnen selbst geistreich siesich zeigen mochten, noch nie eine neue Richtung ein; der gesellschaftlich raisonnirende Ro-man und das Lied blieben ihre Höhenpunkte, zu einem Epoche machenden Drama oder Eposbrachten sie es nirgend. Ebenso haben große Regenrinnen noch nie eine eigentliche Staats-schöpfung hervorgebracht, so vortheilhaft sie auch durch die Männer, mit denen sie sich um- ^gaben und die sie meist mit richtigem Takt wählten, zum Theil wirken mochten. Diese ge-schichtlichen Erfahrungen lassen sich nicht wegleugnen. Man schiebt diese Mängel auf dieengherzige Erziehung des weiblichen Geschlechts, aber die größten Männer haben sich undselbst den engherzigsten Verhältnissen zum Trotz, selbst erzogen. Man erzieht ein Mädchenund einen Knaben von anscheinend denselben Gaben ganz gleichmäßig, so wird doch dasResultat ein durchaus verschiedenes sein, denn die Natur läßt sich nur bis zu einem gewissenGrade umgehen, aber auf die Dauer nicht betrügen und rächt sich bei solchen gewaltsamen '>Versuchen nur um so grausamer. Die Klagen der geistreichen modernen Weiber sind nur zumgeringsten Theile gerechtfertigt; die Natur, unparteiisch wie sie im Ganzen und Großen ist, hatdem weiblichen Geschlechtc Gaben verliehen, die sie dem Mann versagt hat, und umgekehrt; siehat dem Weibe Schmerzen aber zum Ersähe auch Freuden zugetheilt, die der Mann nicht kennt,