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Franz IV. (Herzog von Modena) Franze'n
1544, der älteste Sohn Hcinrich's II. und der Katharina von Medici, bestieg am 10. Juli155 » den Thron. Schon 1558 hatte man den gebrechlichen Knaben mit der schönen MariaStuart, der Tochter König Jakob's V. von Schottland, vermählt, die er sehr liebte. Mariabrachte ihre Oheime, die katholisch gesinnten Guisen (s. d.), an den Hof und an die Spitzeder Verwaltung. Durch den Stolz und die Herrschsucht derselben empört, verbanden sich dieprotestantischen Prinzen von Geblüt mit den Protestanten insgeheim, den König aus denHänden der Fremden mit Gewalt zu befreien und die Guiscn zu vertreiben. Diese zu Am-boisc gestiftete Verschwörung, deren Häupter der Prinz Ludwig l. Cvndess. d.) und einEdelmann, Namens dc la Nenaudie, waren, wurde jedoch im März >56», kur; vor ihremAusbruche, entdeckt. Zwölfhundert der Verschworenen wurden hingerichtet, und auch derPrinz Conde sollte das Schafol besteigen, als F. am 5. Dec. 1560 in Folge eines altenÜbels am Ohr plötzlich starb. Er hintcrließ seinem Bruder und Nachfolger Karl IX. (s. d.)45 Mill. Staatsschulden und den ausbrechenden Bürgerkrieg.
Franz IV. (Joseph Karl Ambrosius Stanislaus), Herzog von Modena, Erzherzogvon Ostreich, geb. am 6. Oct. 177», ist der Sohn des Erzherzogs Ferdinand von Ostreichund der einzigen Tochter des Herzogs Hercules III., mit welchem die Reihe der männlichenNachkommen des Hauses Este (s.d.) schloß. F. vermählte sich >812 mit Beatrix, der Toch-ter des Königs Victor Emanuel von Sardinien, die > 81» starb; doch erst 1814 kam er zumBesitz des väterlichen Erbes Modena, mit dem er 182», nach dem Tode seiner Mutter, dieHcrzogthümer Massa und Carrara vereinigte. Die Erinnerung an die durch die Folgen derfranz. Revolution erlittenen Verluste hatte bei ihm eine Empfindlichkeit erzeugt, welche durchdie Erziehung, die er bekam, wie durch die Ereignisse, die in seine Jugendzeit fielen, nurnoch mehr gesteigert wurde. Gleich nach seinem Regierungsantritt hob er alle Einrichtungenauf, die nur irgend an die franz. Herrschaft erinnern konnten. Nachdem er den Jugendunter-richt den Jesuiten übergeben, glaubte er die Revolution vollkommen unterdrückt und seineHerrschaft hinreichend gesichert zu haben; er erbot sich den benachbarten kleinen Fürsten, so-gar dem Hofe zu Turin zur Stütze ihrer Throne an, als er die Entdeckung machen mußte,daß sein eigenes Land der Herd der Revolution Italiens und der Mittelpunkt ihrer bedeu-tendsten Verzweigungen sei. Sein ganzes Sinnen und Denken war von nun an einzig aufVerfolgung der Revolutionairs gerichtet, und Modena der Schauplatz von immer neuenVerfolgungen, politischen Processen und Hinrichtungen, die sich seit der Julirevolution inFrankreich, die den Herzog zu äußerster Strenge veranlaßte, bedeutend mehrten. (S. Mo-dena.) Der Erbprinz Franz, geb. am l.Juni 181», vermählte sich 1842 mit der Prin-zessin Adelgunde von Baiern, geb. 1823. Des Herzogs Brüder sind die Erzherzoge Fer-dinand (s. d.) und Maximilian, geb. 1782, Großmeister des Deutschen Ordens.
Franzbranntwein nennt man die in Frankreich aus schlechten Weinen, Weinhefcnund Weintrebern gewonnenen und durch Beimischung von Essigäther lieblich gemachtenBranntweine. Am berühmtesten ist unter den Franzbranntweinen derCognac (s. d.).
Franzcn (Frans Michael), schweb. Dichter und Homilet, geb., zu Uleäborg in Finn-land am ». Fcbr. 1772, erhielt seine wissenschaftliche Ausbildung in Abo, wo er I7»2 Do-cent wurde. Eine Dichtung auf den Grafen Creutz war es, welche seinen Ruhm begründete,indem er sich darin ganz frei von jener schwülstigen und unnatürlichen Manier zeigte, diedamals in Schweden fast allein für Poesie galt. In den I. 17»5 und 1796 durchreiste erDänemark, Deutschland, Holland, Frankreich und England. No,ch während seiner Abwe-senheit erfolgte seine Ernennung zum Universitätsbibliotheken: zu Abo; zwei Jahre darauferhielt er die Professur der Literaturgeschichte, die er 1801 mit der der Geschichte und Sit-renlehre vertauschte. Als Finnland an Rußland kam, wendete sich F. nach Schweden underhielt dort 1810 die reiche Pfarrei Kumla, in der Gegend von Örebro. Im I. >825 folgteer dem Ruse nach der Hauptstadt als Pfarrer zu St.-Clara, und >831 wurde er Bischofvon Hörnesand. Seit 1898 Mitglied der schweb. Akademie, übernahm er 1824 das Sekre-tariat derselben und wurde bald darauf auch deren Historiograph. Als Dichter ist F. allge-mein beliebt. In allen seinen Arbeiten herrscht ein natürlicher, naiver, kindlich-idyllischerEinn, der von Ziererei und falscher Sentimentalität fern ist; Form und Sprache aber sindebenso anmuthig als gebildet. Seine gesammelten Dichtungen erschienen unter dem Titel