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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Franz I. (König von Frankreich)

nehmen auch gegen den Geringsten seiner Unterthanen waren die Eigenschaften, die ihn alsHerrscher auszeichnetcn. Das Princip seiner inner,, und äußern Politik war nach dem Vor-bilde seines Vaters, das conscrvative, zu dem er gleich beim Beginn seiner Regierung ebensovon außen her durch die stanz. Revolution als im Innern durch das in Folge zu rasch undzu weit vorgreifender Reformen des Kaisers Joseph II. allgemein sich kundgebende Bedürfniß,der erschütterten Verfassung der verschiedenen Länderbestandtheile der Monarchie, wieder festenBestand zu geben, gleichsam hingedrängt wurde. Daher stützte sich seine Verwaltung im In-nern auf den Grundsatz der Unantastbarkeit aller wohlerworbenen Rechte und Herkömmlich-keiten und auf die unverändert gelassene Selbständigkeit der Form der Verfassung und Ver-waltung der verschiedenen Provinzen, bei im Ganzen ziemlich zeitgemäßer Fortbildung desGanzen. Anerkannte Verdienste erwarb er sich in dieser Hinsicht um Ostreich durch die Ver-änderung und Ergänzung der Josephinischen Gesetzbücher, das I8IN eingeführte Bürger-geseh und das 180-1 erneuerte und nochmals aufs neue revidirte Strafgesetzbuch, durch Edi-cung einer neuen Gerichtsordnung, Sonderung und Vertheilung der politischen, der Justiz- undCriminalgegenstände an drei verschiedene Hofstellen, durch die 1792 angeordnete Landes-vermessung und die 1817 hierauf basirte Einführung der neuen Grundsteuer u. s. w. Er be-lebte die industrielle Thätigkcit durch mannichfaltigc Erleichterungen im Gcwerbewesen, so-wie durch Errichtung technischer Lehranstalten, föderte den Handel durch zweckmäßige Ver-ordnungen und zahlreiche Bauten und sorgte auch vielfach für die Wissenschaften und Künstedurch Gründung von Lehranstalten und namentlich durch Verbesserung und Erweiterung derUniversität zu Wien. F. war viermal vermählt: I) seit 1788 mit Elis. Wilh. Luise, Prin-zessin von Würtemberg, die am l 8. Febr. 1790 kinderlos starb; 2) seit 15. Aug. 1790 mitMaria Therese, Prinzessin von Sicilicn, die am 1.9. Apr. 1807 starb und welche ihm 19Kinder gebar, von denen noch fünf am Leben sind, nämlich Marie Luise (s. d.), Witwedes Kaisers Napoleon; Ferdinand I. (s. d.), der jetzige Kaiser von Ostreich; Marie Cle-mentine, geb. 1798, vermählte Prinzessin von Salerno; Franz Karl Joseph, geb. am 7.Der. 1802, und Maria Anna, geb. 1809, Äbtissin des adeligen Domstifts in Prag; 9) seit1808 mit Marie Luise Beatrix, Prinzessin von Modena, gcst. am 17. Apr. 1816 und9) seit dem 10. Nov. 1816 mit Karoline Auguste, einer Tochter des Königs MaximilianJoseph von Baicrn, die, am 8. Febr. 1792 geboren, 1819 von dem damaligen Kronprinzen,jetzigen Könige von Würtemberg, Wilhelm l. geschieden worden war.

Franzi-, König von Frankreich >515—97, geb. zu Cognac 1999, der Sohn vonKarl von Orleans, Grafen von Angoulemc, bestieg nach dem Tode seines Schwiegervaters,Ludwig's XII., als Enkel von dessen Vaterbrudcr, am 1. Jan. 1515 den Thron. Voll Ruhm-begierde und ritterlichen Geistes, beschloß er sogleich die Ansprüche seiner Vorfahren auf dieHcrzogthümcr Genua und Mailand geltend zu machen, in welches letztere die Schweizer denHerzog Maximilian Sforza eingesetzt hatten. Mit einem bedeutenden Heere brach er aufungebahnten Wegen über die Alpen und erfocht am 19. und 19. Scpt. 1515 in den Ebenenvon Marignano über die Schweizer einen glänzenden Sieg, nach welchem ihn Sforza dasHerzogthum überlassen mußte. Auch das bedrohte Genua erklärte sich nunmehr für denSieger, un- Papst Leo X. schloß mit ihm zu Bologna ebenfalls Frieden und das Concordatvon 1516. Noch in demselben Jahre kam mit Karl I. von Spanien, demnachmaligen KaiserKarlV., der Vertrag und Friede zuNoyon zu Stande. NachKaiscr Maximilian'sss.d.)Tode, 15 l9, warben F. und Karl V. zugleich um die deutsche Kaiserkrone. Ungeachtet dergroßen Summen, die F. zur Bestechung der Deutschen verwandte, mußte er doch seinemNebenbuhler weichen, und fortan begann zwischen Beiden ein fast ununterbrochener Kampf.Ein franz. Heer ging >521 über die Pyrenäen und eroberte Navarra, wurde aber sehr baldwieder vertrieben. Zugleich begann der Krieg an der niederländ. Grenze. F. eroberte Land-recy, Bouchain und mehre andere Städte Flanderns, Karl V. nahm Tournay. Auch inItalien traten der Kaiser und der Papst gegen ihn auf. Im Nov. >521 wurden die Fran-zosen fast ganz aus Mailand vertrieben, und dasTreffen bei Bicoca am2. Apr. 1522 brachteihre Sache vollends in Verfall. Dazu kam noch, daß der Connetable, Karl vonBourbon(s. d.), durch die Verfolgungen der Königin Mutter, Luise von Savoyen, gereizt, in dieDienste des Kaisers trat. Zwar schickte F. im Aug. 1529 ein neues Heer unter dem Admi-