Franz von Paula Franz Stephan 547
lano, dem Verfasser der Hymne „Die- iccm, «lies >IIu", auf Befehl Gregor's IX. geschriebenund später von drei Andern ergänzt. Die Legende aber, die im Orden ausschließlich gebrauchtwird, ist von Bonaventura (s. d.). Vgl. Vogt, „Der heil. F. von Assisi" (Tüb. >8-10).
Franz von Paula, der Stifter des Ordens der Minimen, geb. 1-1 >6 zu Paula,einem Städtchen in Calabricn, wurde von seinem Vater, weil er ihm erst spät, auf sein drin-gendes Gebet, geboren worden war, für den geistlichen Stand bestimmt. In seinem zwölftenJahre kam er in das unreformirte Kloster der Franciscaner von St.-Marcus, wo er sich denschwersten Kasteiungen unterwarf. Zwar wünschten seineÄltern, später ihn wieder zu sich zunehmen, allein er zog es vor, nach Assisi zu wandern und von da nach Rom zum Grabe der Apo-stel. Als er, l -1 Jahre alt, in die Heimat zurückgekbhrt, entsagte er seinem Erbe und lebte nunals Einsiedler in einer Felsengrotte. Kaum 20 Jahre alt, fand er, seiner Frömmigkeit wegen,bereits viele Anhänger, die sich neben seiner Grotte Zellen erbauten. Von dem Erzbischof zuCosenza erhielt er hierauf die Erlaubniß zum Bau eines Klosters und einer Kirche, der auch>136 zu Stande kam. Der neue Orden wurde von Sixtus IV. I -17-1 unter dem Namen derEremiten des heil. Franz bestätigt, 1102 aber von Alexander VI. in den der Minimen(s. d.) umgewandelt. Den gewöhnlichen drei Gelübden, der Armuth, der Keuschheit und desGehorsams, fügte F. ein viertes hinzu, das des Omadragesimallebens durch das ganze Jahr,d. h. der Enthaltung, nicht nur von Fleisch sondern auch von Eiern und aller Milchspeise,außer in Krankheitsfällen. Er selbst unterwarf sich einer noch weit strengem Regel. DasGerücht von den Wundcrcuren, welche F. verrichtet haben sollte, machte, daß ihn der krankeKönig von Frankreich, Ludwig XI., zu sich berief. Allein erst auf Befehl Sixtus' IV. begabsich F. nach Frankreich, wo er mit königlichen Ehren empfangen wurde. Zwar konnte er dasLeben desMonarchen nicht verlängern, doch trug er bei zu dessen ruhigem Ableben. KarlVIll.bediente sich seines Raths bei den wichtigsten Angelegenheiten und ließ ihm ein Kloster in demParke von Plessis-les-Tours und ein anderes zu Ambosse bauen. Auch Ludwig XIl. wußteihn in Frankreich zu fesseln. F. starb zu Plessis-les-Tours am 2. Apr. 1507 und wurde,nachdem ihm seine Anhänger eine Menge Ähnlichkeiten mit Christo angcdichtet hatten, 1513selig und 1510 heilig gesprochen.
Franz Stephan , unter dem Namen Franz I., 17-15—65 röm.-deutscher Kaiser,geb. 1708, der älteste Sohn des Herzogs Leopold von Lothringen, kam 1723 nach Wienund wurde daselbst mit dem schles. Herzogthum Tcschen belehnt. Nach seines Vaters Tode trater 1729 die Regierung des Herzogthums Lothringen an, das er >735 gegen die Anwartschaftdes Großherzogthums Toscana an Ludwig's XV. Schwiegervater, Stanislaw Lesczinski,abtrat, nach dessen Tode es für immer mit Frankreich vereinigt werden sollte. Im I. 1736vermählte er sich mit Maria Theresia (s. d.), der Tochter Kaiser Karl's VI. und wurdehierauf Reichsgeneralfeldmarschall und Generalissimus der kaiserlichen Heere. Im folgendenJahre starb mit Johann Easto der letzte Großhcrzog Toscanas aus dem Hause Medici, undF. nahm nun Besitz von dem großhcrzoglichcn Throne. Im 1.1738 befehligte er mit seinemBruder Karl das östr. Heer in Ungarn gegen die Türken. Nach dem Tode Karl's VI., im J.1710, wurde er von seiner Gemahlin zum Mitrcgentcn aller östr. Erblande erklärt, durftejedoch keinen dirccten Antheil an der Staatsverwaltung nehmen. Nach Karl's VIl. Todewurde er, trotzdem daß Frankreich, Brandenburg und Pfalz anfangs auf alle Weise cntge-genwirkten, zum röm.-deutschen Kaiser erwählt und als solcher am l.Oct. 17-15 zu Frankfurtgekrönt. Nichtsdestoweniger überließ er fort und fort die Besorgung der Angelegenheiten desDeutschen Reichs seiner Gemahlin. Eifrigst war er für Vergrößerung seines Privatschatzcsbesorgt, den er durch Pacht von Zöllen und Handelsunternehmungen mit schlauer Gewandt-heit auf 20 Mill. Fl. gesteigert haben soll. Friedrich der Große, der ihn satirisch den Hof-banquier nannte, versichert, daß F. im Siebenjährigen Kriege oftmals sogar den Preußen,welche mit seiner Gemahlin Krieg führten, für gute Bezahlung Mehl und Fourage gelieferthabe. Dagegen war er aber auch wieder sehr wohlthätig; er genoß wegen seiner persönlichenFreundlichkeit und Herablassung einer großen Popularität bei seinen Unterthanen und er-warb sich überdies anerkennenswcrthc Verdienste um Wissenschaft und Kunst und um Ge-wcrbfleiß undHandel. Er starb zu Innsbruck am >8.Aug.l765 und hintexließ seinem altern-