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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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544
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544 Französisches Theater

nant Is cüarte constitutionnelle et Io» cinc; (7o<Ies, etc." von Paillet (9. Ausl., Par. 1835)und ,,4.es Luit Lockcs" von Bourguignon und Dalloz (Par. 183«) erwähnen. Sehr häufigwurden sie commentirt, namentlich von Locre, und ins Deutsche und andere Sprachen überseht.

Französisches Theater. Die theatralische Darstellungskunst hielt, wie überall, soauch in Frankreich mit dem Fortgange der dramatischen Dichtkunst gleichen Schritt. (S.Franjösische Literatur.) Die Gesellschaft, die sich mit Jodelle (s. d.) zur Auffüh.rung seiner Stücke verband, nahm zuerst den Namen der Vomöckiens an und zog durch denReiz der Neuheit die Menge herbei. Die eifersüchtigen Passionsbrüder aber bewahrten ihrePrivilegien, und den Ovmeckieiis wurde in Paris zu spielen verboten. Dagegen erhieltenjene 1543 einen Hofbefehl, der ihnen die Mysterien untersagte, und nur anständige weltlicheStücke aufzuführen gebot. Jetzt war die glückliche Zeit der Passionsbrüderschaft vorüberDer öffentliche Geschmack hatte durch Jodelle's Schauspiele eine völlig andere Richtung ge-nommen. Das konnten die Passionsbrüder sich selbst auf die Länge nicht verbergen, und dasie zugleich einsahen, daß sie den Kampf nicht siegreich bestehen würden, so traten sie endlichfreiwillig zurück. Indem sie Vorgaben, daß für Geistliche die Aufführung weltlicher Stückesich nicht zieme, verpachteten sie ihr Theater an die neue Gesellschaft der Oomeckiens. Diesespielten nun seit 1548 im Hotel de Bourgogne und so entstand hier das Ilieütre Irsn^sis.Bald darauf eröffnete eine ital. Gesellschaft, die Gelost, im Hotel de Bourbon ihre Vorstel-lungen, die großen Beifall fanden. Andere Schauspiclcrgesellschaften, welche auch jetzt nochzu Zeiten aus den Provinzen nach Paris kamen, wurden von den Oomelliens im Hotel deBourgogne verdrängt, ausgenommen Diejenigen, welche zu Jahrmarktszeiten, wo alle Pri-vilegien aufgehoben waren, in den Vorstädten spielten. Eben diese aber sollten bald eine nichtgemeine Wichtigkeit erhalten; denn ans , einem solchen Jahrmarktstheater (VtieLtre cke lat'olrc) entstand nicht nur in Folge einer Übereinkunft mit den Passionsbrüdcrn, welche nochimmer im Besitze ihres Privilegiums und der Bühne im Hotel de Bourgogne waren, einzweites stehendes Theater, cku Alarms genannt, sondern es entwickelte sich auch aus diesenJahrmarktsstücken eine ganz neue Gattung dramatischer Darstellungen. Nachdem daß1'IieLtre tlu iVliunris geraume Zeit mit dem der Oomsilicns gewetteifert, trat Moliere(s.d-),der nüt seiner Gesellschaft bisher in der Provinz gespielt hakte, anfangs zur Jahrmarktßzeir,auch in Paris auf und fand bald so viel Unterstützung bei Hofe, daß ihm ein Theil des Pa-lais royal zu seinen Vorstellungen eingeräumt ward. Nach Moliere's Tode im J. 1673wurden sic eine Zeit lang unterbrochen; dann aber vereinigte sich seine Gesellschaft mit demTllcLtre tlu Alarms. UnterLudwig XIV. machten sich endlich alle Schauspieler in Paris vonder Passionsbrüderschaft frei, und die Gesellschaft des VIieLtrs trsnyuis im Hotel de Bour-gogne erhielt den Titel Iraups rozsls. Inzwischen hatten die ital. Schauspieler abwech-selndes Glück. Die Gelost hielten sich auf die Dauer ebenso wenig, als eine zweite ital. Ge-sellschaft, die seit >662, jedoch ohne festen Platz, Vorstellungen in Paris gab. Einer drittenendlich glückte eS besser; sie spielte abwechselnd mit der franz. Truppe und erhielt, als sich1780 beide franz. Gesellschaften im Palais royal zu dem ViieLtre trnnyais vereinigten, daßTheater im Hotel de Bourgogne cingeräumt. Diese Bühne ist das bekannte 4'KeLtre Italien,welches unter Ludwig XlV. wegen Beleidigung der Frau von Maintenon geschloffen, vomPrinz-Regenten wieder eröffnet wurde und dessen Mitglieder seitdem Iroupe itsiieime cke8on-VItes»e le ckuc cl'Orlesns, Regent <Ie Vrance sich nannten. So hatten sich also nunmehrzwei Haupttheater in Paris gebildet; das eigentlich franz. und das italienische. Außer diese»bestand seit 1678 noch das Theater der komischen Oper, die aus dem Jahrmarktstheater, wosie sich aus den Vaudevilles entwickelte, entsprang. Mehre der feinsten und vorzüglichstenKöpfe unter den komischen Dichtern Frankreichs nahmen sich dieses Schauspiels an, und soerhob sich das '1'lieLtre lle I'Ozxlra comigue, das jedoch erst 1715 diesen Namen erhielt,bald zu gleichem Range mit den andern. Gleichzeitig mit ihm entstand endlich auch die ernsteOper, indem der Cardinal Mazarin 1646 eine Gesellschaft ital. Operisten nach Paris kom-men ließ, welche dort die erste ital. Oper aufsührten. Hierdurch veranlaßt, machte Perrin denersten Versuch mit der franz. großen Oper, wozu er 1669 ein königliches Privilegium erhielt.

Wenn man von irgend einer Kunst sagen kann, daß sie in Paris sich conccntrirt, so istes gewiß die dramatische. Kaum hat die Provinz irgend ein ausgezeichnetes Theater aufzu-