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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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538
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538 Französische Philosophie

Ant. Arnauld, l6l2—94, dessen philosophische Schriften Chr. Jourdain (Par. 1843)herausgegeben hat, Blasse Pascal (s. d.), Pierre Nicole, 1625 — 95, Nic. Male-brauche (s. d.), P. Dan. Huet (s. d.), P. Gassen di (s. d.) und P. Mersenne, gest.1648. Der vorherrschend dogmatischen Richtung der Cartesianischen Schule stellten nichtnur Huet sondern auch Franx. de Lamothe le Bayer (s. d.), gest. 1672, u. A. einen balddas Wissen dem Glauben unterordnenden, bald die Religion selbst in den Zweifel hereinzie-henden Skepticismus entgegen. Ganz unabhängig von allen eigentlich systematischen undspekulativen Streitigkeiten schrieb F e'n e'l o n (s. d.) in schöner Sprache und mit der wärmstenreligiösen Überzeugung seine „kecberckes s»r I'existence <1s llieu". Auch Bossuct's(s. d.) glanzende Rhetorik entbehrte der Philosophie nicht, und seine „(lonnaissance Vienet 6e »oi-wsme" muß zur philosophischen Literatur der Franzosen gezählt werden. MitDescartes und Malebranche schien sich die originale Productionskraft der Franzosen fürPhilosophie aus lange Zeit erschöpft zu haben. Einen Theil der Schuld trägt jedenfalls derganze gesellschaftliche Zustand Frankreichs vom Ende des 17. bis herab zu den letzten Decen-nicn des 18. Jahrh. Die frivole und leichtfertige Art zu philosophiren, welche im l 8. Jahrh.die höchste Stufe erreichte, begann unter dem Einfluß des Hoflebens schon gegen Ende des17. Zahrh.; Witz fing an für Tiefsinn, kluger Egoismus für Lebensweisheit, flache Empiriefür gesunde Philosophie zu gelten, und S ain t°Evremont (s. d.), gest. 1713, und derHerzog Franc, de Larochefoucauld (s. d.), 1612—86, gaben namentlich den höhernStänden den Codex ihrer Lebensansichtcn und ihrer Moral. Fönten elle (s. d.), >657—1757, bei seinen Zeitgenossen hochberühmt, erhob sich nicht über ein leichtes und gefälligesSpiel mit wenig begründeten Gedanken, und scharfsinnige Köpfe, wie der pariser Arzt Cl.Brunet, der in seinem „krojet rinne nouvelle metspk)sikj»e" (Par. 1763) eine idealisti-sche Richtung einschlug, blieben ohne Einfluß. Einen unter einer Masse historischer Gelehr-samkeit versteckten unablässigen Krieg mit den Systemen und religiösen Dogmen aber auch ,mit den Vorurtheilen seines Zeitalters führte Pierre Bayle (s. d.), 1647—1766, der aber !im l 8. Jahrh. einen größer» Einfluß gewann, als er im 17. gehabt hatte. ^

Das 18. Jahrh., welches sich selbst le siede z>kilosopbi<zue nannte, setzte fort, wasdaS > 7. begonnen hatte. Es entwickelte sich in ihm theils eine immer weitcrgreifende undhartnäckigere Opposition gegen die wirklichen Misbräuche in Kirche und Staat, gegen geist-lichen und weltlichen Despotismus, theils eine immer unverholenerhervortrctendeUnterwüh-lung aller religiösen und sittlichen Überzeugungen. Der einflußreichste Träger dieser Richtungdes Zeitalters, welche sich in der franz. Philosophie des 18. Jahrh. viel mehr abspiegelte, alsdurch sie hervorgerufen wurde, war Voltaire (s. d.), 1694—1778, die positive Basis,von welcher aus die Philosophie in diesen Auflösungsproceß eingriff, war der EmpirismusLocke' s (s. d.), der sich in Frankreich bald in einen platten Sensualismus und Atheismus um-wandelte; der eigentliche Verbreiter der Locke'schen Psychologie, die zugleich die Stelle derMetaphysik, Ethik und Ncligionsphilosophie vertreten sollte, war Condillac (s. d.), 1715—86, dessen Schriften in Frankreich mit dem größten Beifall ausgenommen wurden. Anihn schlossen sich mehre ausgezeichnete Köpfe an, wie Diderot (s. d.), 1713—84, und dergroße Mathematiker d'Alcmbert (s. d.), 1717—89, die in Verbindung mit Helve-tius (s. d.), Duclos (s. d.), Marmo ntel (s. d.), Grimm (s. d.), Con dorret (s. d.),

Raynal (s. d.), Morellet (s. d.) u. A. durch die Encyklopädie ihre Ansichten über alle ^Classen der Gesellschaft verbreiteten. (S. E n cyklopädi stcn.) Von dem strengen leiden-schaftslosen Ernste eigentlicher philosophischer Forschung enthalten die Schriften derEncyklo-pädisten nur in einigen Partien bemerkenswerthe Proben; ihre durch eine zum Theil glän-zende Rhetorik wirksam unterstützte Tendenz ist meist polemisch, und bei Einigen von ihnen,wie z.B. bei Holbach (s. d.) in dem berüchtigten „8^8tems <Ie In nsture" und den Schriftenvon Lamettrie (s. d.), tritt der Materialismus und Atheismus, die Verwandlung allerMoral in eine sinnliche Genußlehre und die Verhöhnung aller Religion in unverschleierter >Schamlosigkeit hervor. Edlere Elemente wirkten in Rousseau (s. d.), 1712—78, dessenVerbindung mit den Encyklopädistcn daher nur eine sehr vorübergehende war; zu einer kie-fern Auffassung der Natur hätten die beredten Schilderungen und geistreichen, wenn auchunhaltbaren Ansichten B u ffo n's (s.d.), >767—88, sowie die Betrachtungen so frommer