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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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537
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Französische Philosophie 537

Virtuosität in die Schranken dramatischer Darstellung zwar nur von allmäligem, aber sichern»Einfluß auf die Wecke der Zeitgenossen und Nachfolger. Unter ihnen sind vorzüglich zunennen Gretry (s. d.), Dalayrac (s. d.), Monsigny (s. d.), M e h ul (s. d.), Boyel-dieu ff. d.), Jsouard (s. d.), Gossecss. d.) undLesueur (s. d.). Auffallend ist, daßgnade zwei Italiener es sind, in denen jener Einfluß am cigcnthümlichsten, großartigsten undentschiedensten hervortritt, nämlich in Cherub ini (s. d.) und Spontini (s. d.), währendbei den neuesten franz. Componisten, schon bei Boyeldieu die Einwirkung von Rossini'sglänzenden Erfolgen inehr oder weniger merkbar ist. Die hervorstechendsten derselben sindHerold (s. d.), Halevy (s. d.), Adam (s. d.), und vor Allem Auber (s. d.). Ein Deut-scher endlich, Meyerbeer (s. d.), scheint nach mehrerlei Bestrebungen in deutscher und ital.Weise in der franz. Musik den ihm günstigsten Boden gefunden zu haben. Minder bedeu-tend als in der Oper, ja geradezu schwach sind die Leistungen der Franzosen auf dem Feldeder kirchlichen Musik. Außer Gossec, Lesueur und Cherubim ist kaum ein bedeutender Ton-seher zu nennen, und Choron's Institut für kirchlichen.Gesang ging mit ihm zu Grabe.Im Bereiche größerer Jnstrumentalwerke (Symphonie) ist Bcrlioz (s. d.) der Erste undbis jetzt der Einzige, der diese« Feld bebaute. Von größtem Einfluß war die Errichtung despariser Conservatoriums im J. l793 unter Cherubini's, jetzt Auber's Leitung. Dieausübende Musik wurde durch dasselbe auf eine früher nicht gekannte Höhe gebracht. Sän-ger und namentlich Virtuosen, die in der ganzen gebildeten Welt sich Anerkennung erwar-ben, hat Frankreich seit Ende des vorigen Jahrh. hervorgcbracht, obenan die durch Rud.Kreutzer (s. d.), Rode (s. d.), Baillot (s. d.) gegründete Eeigerschule. Auch der Instru-mentenbau steht gegenwärtig auf sehr hoher Stufe, und namentlich haben Erard's Clavicr-instrumente den ausgebrcitctsten Ruf. Für Theorie, Harmonik und Geschichte wirkten na-mentlich Catel (s. d.), Cherubini (s. d.), Reicha, Fetisss. d.) u. A. Von musikali-schen Zeitschriften sind gegenwärtig vorzugsweise die „6urette musicsle", die mit der frü-hem „ktevue musicaie" verschmolzen ist, und die „brsnce musicsie" zu nennen.

Französische Philosophie. Wenn man den Antheil, den die Franzosen an derCultur der Philosophie genommen haben, erst von der Zeistan datiren wollte, wo die Reprä-sentanten der letztem sich der Landessprache zu bedienen anfingcn, so würde das l6. Jahrh.den Zeitpunkt bezeichnen, von welchem an eine franz. Philosophie sich zu entwickeln ansing.Indeß fällt die Zeit, wo die Franzosen einen großen und entscheidenden Einfluß auf die Phi-losophie hatten, viel früher. In den Zeiten der Scholastik, von Anfang .des l2. bis in dieMitte des 14. Jahrh. war Paris der Mittelpunkt einer wcitgreifcndcn philosophischen Reg-samkeit; dort hauptsächlich wurden die großen Kämpfe zwischen der Scholastik und Mystik,dem Nominalismus und Realismus, dem Kirchenglauben und der nach Freiheit und Selb-ständigkeit strebenden Forschung gekämpft, und die Repräsentanten dieser Kämpfe, Abä-lardus (s. d.), Thomas von Aquino (s. d.)u. A., waren entweder selbst Franzosenoder lernten und lehrten in Paris. Nachdem das wiedercrweckte Studium des Alterthumsdie Fundamente der mittelalterlichen Bildung erschüttert, waren Montaigncss. d.) undCharron (s. d.) die Ersten, welche in der Darlegung ihrer Ansichten über Volk und Men-schen, über die Möglichkeit des Wissens und das Verhältniß der Sitte zur Moral und desGlaubens zur Vernunft von dem hergebrachten Formalismus der Schulphilosophie abzu-weichen wagten, Beide indeß mehr skeptisch raisonnirend als wissenschaftlich untersuchend.Beiweitem tiefer ging rücksichtlich der Politik Jean Bo bin (s. d.) in seinem Werke „Oe Inrepulilchue". Den Mittelpunkt der franz. Philosophie im 17. Jahrh. und zugleich einen derentscheidenden Ausgangspunkte der gcsammten neuern Philosophie bildete aber erst die Phi-losophie des Rene Descartes (s. d.), der bis auf die Gegenwart der einzige Metaphysikervon allgemein historischer Bedeutung ist, den Frankreich hervorgebcacht hat. Um ihn grup-Pirt sich, eheils als Anhänger, theils als Gegner, eine Anzahl ausgezeichneter Köpfe, die,von seinen Schriften angeregt, belehrt oder zum Widerspruch gereizt eine Zeit lang den phi-losophischen Studien in Frankreich eine nicht geringe Regsamkeit verschafften, und die theilsdurch die Verbindung der Philosophie mit der Mathematik und den Naturwissenschaften,«Heils durch Bekämpfung der Hierarchie nnd des Jesuitijmus einen sehr wohlthätigen Ein-fluß hatten. Unter ihnen sind vorzugsweise zu nennen Louis de la Forge, Arzt zu Saumur,