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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Französische Literatur (Sprache)

fruchtbaren, von den herrschenden abweichenden Ansichten sind. Lah arp e'S (s. d.) „I^ce'sVN cours <Ie litteesture" ist die beste Darstellung einer »»poetischen Ästhetik. Unter denneuern Ästhetiker» sind P a l i sso t (s. d.), S uard (s. d), S c g u r (s. d.), Dussaulx, Dau-nou, Naynouard, Barante, Villemain, Barthez, Charl. N o d i e r (s. d.) und Sainte-Beuve (s. d.) die ausgezeichnetsten.

Die franz. Sprache bildete sich seit dem 13. Jahrh. aus dem nordfranz. Dialekt undzeichnet sich durch eine gewisse Eleganz, Abgeschliffenheit und gesellschaftliche Bequemlichkeitaus. Franzi., gcst. 1547, trug zu ihrer Vervollkommnung dadurch nicht wenig bei, daßer sic statt der bis dahin üblichen lateinischen zur Gerichts - und öffentlichen Sprache erhob.Nur ersprießlich war es in vieler Hinsicht für die Ausbildung derselben, daß es bis zur Stif-tung der Akademie im Z. 1635 keine allgemein anerkannte Grammatik gab. Machteesein Dichter mit Einführung neuer Wörter und Redensarten zu arg, wieB. Ronsard(s. d.), so schied die Sprache selbst in kurzer Zeit Das aus, was ihr nicht gemäß war oderwas sie nicht aufnehmen konnte; aber sie war noch nicht, was sie später durch die Akademiewurde, stationär. Daß die Akademie sowol als Ganzes wie durch einzelne Mitglieder umEtymobogie, Syntax und Lexikographie sich verdient gemacht hat, ist nicht abzu-leugncn; allein nichts ist grundloser als die Meinung, die Akademie habe die Vollendungder franz. Sprache bewirkt. Die Sprache haben Pascal, Larochefoucauld, Bossuet, Fene-lon, Massillon, Corneille, Racine und Moliere geschaffen; die Äkademie hat nur nach denVorarbeiten von Nob. Etienne (1546), I. Nicot (1666) und PH. Monet (1628) das„victionnan'e" (Par. >694) zusammengesetzt und die von den großen Schriftstellern derNation gebrauchten Ausdrücke eingetragen und akademisch sanctionirt. Gerade dieses Lexikonaber, dem übrigens von Sprachkennern bald die Arbeiten einzelner Sprachforscher, wie Ri-chelet's, Furetiere's u. A., vorgezogen wurden, hat der Entwickelung der franz. Sprache dieärgste Fessel angelegt. Das einzige Verdienst, welches der Akademie beigemessen werdenkann, besteht darin, daß sie die franz. Schriftsprache vor Ausdrücken und Wendungen be-wahrte, die nicht bei Hofe gehört werden können; aber aaich diese gesellschaftliche Abgeschlif-fenheit und bequeme Angemessenheit, wodurch sich die franz. Sprache allerdings seit Lud-wig's XIV. Zeit und noch gegenwärtig sowol dem Gelehrte , mit Ausnahme des Philoso-phen, als dem Staats - und Weltmann empfiehlt, ist wieder ein Werk der Feinheit und Ele-ganz der franz. Schriftsteller, zu denen von jeher viele hochgestellte Personen gehörten. Daspolitische Übergewicht, welches Frankreich lange Zeit in den Geschäften der europ. Staatenbehauptete; die im Jahrh. Ludwig's XlV. in der That höhere Cultur Frankreichs im Ver-hältniß zu Deutschland und dem ganzen europ. Norden; d > Vertreibung von beinahe einerMillion Hugenotten, die sich in ganz Europa zerstreuten; en.Iich die unleugbare Vortrefflich-kcit der Schriften eines Pascal, Bossuet, Corneille und so vieler Anderer machen es erklär-lich, wie die franz. Sprache seit den, Anfänge des 18. Jahrh. zur gesellschaftlichen Universal-und Hofsprache und seit 1735 zur allgemeinen Sprache der Diplomatie werden konnte. Vgl.Allou, „üssui zur I'iiliiversitlite tle Io lsugus kroll«;." (Par. 1828). Im Allgemeinen bliebdie franz. Sprache das 18. Jahrh. hindurch stationär, obgleich Voltaire in einigen Dingen vomHergebrachten abwich und unter Ändern die von de Akat nie lange Zeit verworfene Neue-rung wagte, in einigen Temxoribus des Verdi statt oes »i» ein s>5 zu schreiben. Äm meistentrug im 18. Jahrh. I. I.Rousseau zur Fortbildung der Sprache bei. Die Revolution brachteeine Menge neuer Wörter in Umlauf, andere erhielten andere Bedeutungen. Vgl. Mercier.„Xeologis 0 » vocobuloire lio mvts Iivuveoux" (2 Bde. Par. 1861). Unter den Schriftstel-lern der neuern Zeit, welche die Sprache wesentlich bereichert und ihr einen neuen Geisteingehaucht haben, stehen Mirabcau, Chäteaubriand, Mad. de Stael und besonders Cou-rier oben an. Nach ihnen kam die noch kühnere romantische Schule, die, indem sie neueSprachelcmente aus dem Gebiete des gewöhnlichen Lebens, aus den älter» Schriftwerken,besonders denen des 16. Jahrh., und zum Theil auch aus dem Deutschen und Englischeneinführte, die franz. Schriftsprache wesentlich bereicherte und ihr die Freiheit und Möglich-keit fortwährender Äusbildung zurückgab. Mag man auch an einigen Romantikern Übertrei-bung in Anwendung alterthümlicher und ausländischer Ausdrücke und Wendungen tadeln,jedenfalls ist durch sie die franz. Sprache positiv fortgeschritten; denn schon, daß die neue