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lige Beredtsamkeit für die Stadt gewann. In Verbindung mit diesem war er im Oct. 1536auf der Disputation in Lausanne thätig, wo sich die Reformation der Waadtländcr entschied.Zn Folge seines Kampfes gegen die unter savoyischer Herrschaft eingerissene Sittenlosigkcitder Genfer durch Einführung einer strengen Kirchenzucht, traf ihn 1538 das Loos der Ver-bannung. Er ging nach Neufchatel und blieb daselbst bis an seinen Tod im I. 1565; dochfinden wir ihn im Oct. 1553 in Genf bei der Hinrichtung Servet's (s.d.), den er zurRicht-ftätte begleitete und über dessen letztes Gebet er die Worte äußerte: „Seht, welch'eine Machthat der Teufel über einen Menschen, den er in seiner Gewalt hat!" F. wurde der Hauptbe-gründer der Presbyterialverfassung, deren Keime er bei den Waldensern vorgefunden hakteund dann weiter ausbildete. Vgl. Kirchhofer, „Das Leben Wilh.F.'s" (2 Bde., Zür. 1831—33) und CH. Schmidt, „Ltuciss sur b'." (Strasb. 183-1).
Faria y Sousa (Manoel), Geschichtschreiber und lyrischerDichter, geb.am 1 8.März1590 zu Souto in Portugal, aus einer alten erlauchten Familie, wurde schon im neuntenJahre von seinem Vater auf die Universität zu Braga gesandt, wo er so ausgezeichnete Fort-schritte in den Sprachen und in der Philosophie machte, daß er im 14. Jahre in die Dienstedes Bischofs von Oporto treten konnte, unter dessen Leitung er sich in den Wissenschaftenweiter ausbildete. Die Liebe zu einem sehr schönen Mädchen erregte hier sein dichterischesTalent; er besang sie unter dem Namen Albania und vermählte sich mit ihr 1613. Balddarauf ging er nach Madrid, kehrte aber nach Portugal zurück, da sich dort für ihn keineGelegenheit Karbol, sein Glück zu machen. Im I. 1631 besuchte er Rom, wo er durch seineKenntnisse die Aufmerksamkeit des Papstes Urban's Vlll. und aller Gelehrten erregte. NachMadrid zurückgekehrt, widmete er sich ganz den Wissenschaften und starb daselbst am 3. Juni1649. Unter seinen in span.Sprache abgefaßten Schriften zeichnen sich aus „viscursosmn-rsles ^ poiiticns" (2 Bde., Madr. 1623 — 26) ; „<7omentsrios «obre la Imsiscls" (2 Bde.,Madr. 1639, Fol.); „Lpitoms eie Iss bistoriss portuFuesss" (Madr. 1628, 4.; beste Aus-gabe mit Fortsetzung, Brüss. 1730, Fol.); ferner „4sis portuguess" (3 Bde., Liss. 1666— 75, Fol.), „^urojis portuKuess" (2. Aust., 3 Bde., Liss. 1678 — 80, Fol.) und „Bleiesportugness" (Liss. 1681, Fol.). Von seinen Gedichten, die er unter dem Titel „b'uenle tle^ßSliipe, rimss vsriss" in sieben Theilen sammelte, erschienen vier Theile (Madr. 1644 —46); auch der größte Theil dieser Gedichte, die aus Sonetten, Eklogen, Canzonen und Ma-drigalen bestehen, ist in span. Sprache geschrieben; doch befinden sich darunter 200 Sonetteund 12 Eklogen in portug. Sprache. Durch diese letzter», meist von Geist und Talent zeu-genden, aber geschmacklos-schwülstigen und gesucht excentrischen Gedichte, sowie durch diebeigegcbenen drei theoretischen Abhandlungen über Poesie, voll paradoxer Ansichten, wirkteer nicht unbedeutend, wenn auch eben nicht vortheilhaft aus die Entwickelung der portug.Poesie ein, da er lange für ein Orakel galt. Vgl. Moreno Parcel, „Retrsto Oe IVlsnoel <1sk." (o. O. u. I. in 4.). — Nicht zu verwechseln mit diesem ist ein anderer fast gleichzeitigerund gleichnamiger portug. Historiker und Alterthumsforscher, Manoel Severim de F.,geb. zu Lissabon 1581 oder 1582, Doctor der Theologie, Cantor und Kanonikus zu Evora,wo er am 16. Dec. 1655 starb. Auch er schrieb „Varios ckiscursos politicos", die eigentlichden dritten Theil zu seinen „^ioticias kortuAsl" (Evora 1624; 3. Aust., Liss. 1791) bil-den und unter Anderm eine Biographie des Camoens enthalten, die ihrer Genauigkeit we-gen die Grundlage aller spätem ist. Er war einer der gelehrtesten Numismatiker seiner Zeit.
Farinelli (Carlo Broschi, genannt), einer der größten Sänger des 18. Jahrh.,später erster Minister Philipp's V. von Spanien, geb. 1705 zu Neapel, erhielt seine musika-lische und Gesangsbildung durch Porpora und Pistocchi in Bologna. Im 1.1734 ging erzu der Theatergesellschast Porpora's nach London und 1737, nachdem er sich zuvor kurzeZeit in Paris aufgehalten hatte, nach Madrid, wo er zehn Jahre hindurch jeden Abend vorPhilipp V. und der Königin Elisabeth sang. Als er durch seinen bezaubernden Gesang denin tiefe Melancholie versunkenen König endlich dahin gebracht, daß eine ärztliche Behand-lung seiner Krankheit unternommen werden konnte, wurde er dessen Liebling und später er-ster Minister; doch vergaß er niemals, daß er zuvor Sänger gewesen. Er nutzte die Gunstdes Königs nur, um Gutes zu thun. Daher beehrten ihn auch Philipp's V. Nachfolger,Ferdinand Vl. und Karl lll., mit ihrer Gnade. Im 1.1761 kehrte er nach Italien zurück