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und ließ sich in der Nähe von Bologna ein geschmackvolles Landhaus bauen. Hier sammelteer eine reiche und kostbare Bibliothek für Musik und starb daselbst am 15. Sept. 1782.
Farnese, ein ital. Fürstenhaus, dessen Stammbaum bis zur Mitte des 13. Jahrh.hinaufreicht. Es besaß damals das Schloß Farneto bei Orvieto und gab der Kirche und derRepublik Florenz mehre ausgezeichnete Heerführer, namentlich Pietro F., gest. 1363,dem die Florentiner den Sieg über die Pisaner verdankten. Papst Paul lll., ein Farne-se, der die Erhöhung seiner Familie mit ausgezeichnetem Eifer betrieb, ließ sich vorzüglich dieBeförderung seines natürlichen Sohns, Pietro Luigi F-, angelegen sein. Da er vonKarl V. das Herzogthum Mailand durch ein ungeheures Gebot für ihn zu erhalten verge-bens versucht hatte, so erhob er Parma und Piacenza, die Julius II. den Mailändern entris-sen hatte, zu einem Herzogthum, welches er ihm im Aug. 1545 übergab. Doch die Regie-rung des Pietro Luigi war nur von kurzer Dauer. Seiner Tyrannei, die er in seiner Resi-denz Piacenza übte, müde, erhoben sich gegen ihn, im Einverständnisse mit Ferdinand vonGonzaga, dem Statthalter zu Mailand, die Häupter des Adels. Am 10. Sept. 1547 wurdeer durch Giovanni Anguissola ermordet, worauf Gonzaga im Namen des Kaisers Piacenzabesetzte.— Ottavio F., der Sohn und Nachfolger Pietro's, befand sich damals bciPaullll.in Perugia. Zwar erklärte sich Parma für Ottavio, der sich auch mit einem päpstlichen Heeredorthin begab, allein zum Angriffe auf Piacenza zu schwach, mußte er sich zu einem Waf-fenstillstand mit Gonzaga verstehen. Papst Julius 111., Paul's Nachfolger, brachte ihnzwar, aus Anhänglichkeit an das Farnese'sche Haus, 1550 wieder in den Besitz des Herzog-thums Piacenza und erwählte ihn zum Gonfaloniere der Kirche; allein ein Bündniß, welcheser bald daraus mit Heinrich II. von Frankreich einging, zog ihm den Unwillen des Papsteswie des Kaisers zu und brachte ihn abermals in große Bedrängniß, aus welcher ihn indeßnach zwei Jahren ein ehrenvoller Vergleich erlöste. Seine Gemahlin, Margaretha vonParma (s.d.), söhnte ihn mit dem Hause Ostreich aus. Nachdem er hierauf 30 Jahre einesungestörten Friedens genofftn, den er das Glück seiner Unterthanen zu befördern nützte, starber 1586. — Ihm folgte in der Regierung beider Herzogthümer sein und Margaretha'sältester Sohn, Alessandro F., geb. 1546 und von seiner heroischen Mutter ganz zumKrieger erzogen. Unter Don Juan von Austxia, seinem Oheim, focht er 1571 in der Schlachtbei Lepanto gegen die Türken, wo er fechtend zuerst auf eine türk. Galeere sprang. Späterfolgte er seiner Mutter nach den damals schon empörten Niederlanden, wo er am 31. Jan.1578 den Sieg bei Gemblours über die Geusen erkämpfen half. Ganz besonderes Vergnü-gen gewährte ihm der Angriff fester Städte. Mit unwandelbarem Gleichmuth durchwan-derte er, allen Gefahren sich bloßstellend, die Laufgräben und Batterien, um hier seine Be-fehle auszutheilen. Als er während der Belagerung von Oudenarde 1582 mit andern Gene-ralen auf der Brechebatterie speiste und eine Kanonenkugel drei nahe stehende Offizieretödtete und einen verwundete, blieb er ruhig sitzen, befahl die Tobten hinweg zu schaffen, ihmaber ein anderes Tischtuch und andere Speisen zu bringen. Noch größerer Gefahr setzte ersich aus in der Belagerung von Antwerpen im I. 1585. Bisher stets vom Glücke begün-stigt, kränkte ihn um so mehr das Mißlingen der Expedition nach England auf der sogenann-ten Unüberwindlichen Flotte, an deren Spitze ihn Philipp II. gestellt hatte. Nach seiner Rück-kehr nach den Niederlanden erhielt er den Oberbefehl des zum Beistände der Katholiken nachFrankreich bestimmten Heers, wo er durch seine Ankunft Heinrich IV. von Navarra nöthigte,die Belagerung von Paris aufzuheben. Doch sein Glücksstern war untergegangen; durchPhilipp dem Mangel preisgegeben und von den Liguistcn schlecht unterstützt, mußte er derÜbermacht Heinrich's I V. weichen und starb bald darauf im Dec. 1592. — Ihm folgte inder Regierung sein ältester Sohn, Nanuzio I. F., gest. 1622, ein roher, finsterer, habsüch-tiger und mistrauischer Fürst. Die Unzufriedenheit des Adels mit seiner Regierung benutzteer, den Häuptern der angesehensten Familien eine Verschwörung anzudichten, ihnen den Pro-ceß machen und sie am 19. Mai 1612 hinrichten und ihre Güter einziehen zu lassen. Seinennatürlichen Sohn, Ottavio, der die Liebe des Volks besaß, ließ er im Kerker unbarmherzigverschmachten. Dessenungeachtet zeigte er Geschmack für Wissenschaften und Künste; auchwurde unter seiner Regierung das Theater zu Parma in antikem Stile erbaut. — SeinSohn und Nachfolger, OdoardoF., gest. 1646, besaß viel Talent zur Satire, große Be-