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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Farbengebung Farbenlehre 201

aus, sodaß die Platte nun aus einem durchbrochenen Ganzen und einzelnen Einsatzstückeirbesteht. Hierauf nimmt man von dem erstem Theile die Hälfte der Dicke weg, sodaß dieEinsaßstücke, wenn sie eingesetzt sind, über die Hintere Fläche der Platte hervorragen. Gießtman dann auf diese Hintere Fläche Schriftmetall, so wird man nach dem Erkalten sämmtlicheEinsatzstücke als ein durch das Schriftmetall verbundenes Ganzes aus der durchbrochenenPlatte herausnehmen, auch beide Theile nach Belieben wieder vereinigen können. Endlichsetzt man die beiden Theile zusammen, schleift die vordere Fläche ab und gravirt eine beliebigeerhabene Zeichnung darauf. Vor dem Abdrucke hat man nur beide Theile der Platte aus-einander zu nehmen, mit verschiedenen Farben zu versehen, wieder zu vereinigen und dannwie gewöhnlich abzudrucken. Dieses Geschäft wird durch eine eigcnthümliche Einrichtungder Pressen erleichtert, vermöge welcher sich zwischen jedem Abdruck die Einsatzplattc soweit herabsenkt, daß über beide Theile eine besondere Farbenwalze gehen kann, und dannwieder emporsteigt. Man kann so auf einer Presse, welche in der Stunde 15VV einfarbigeAbdrücke liefern würde, in derselben Zeit l twv farbige machen. Durch die Vervielfältigungder Platten in Schriftmetall, was zuerst Naumann in Frankfurt angab, ist das Verfahrenweit wohlfeiler und zugänglicher geworden. Auch der Druck mit mehr als zwei Farbenmacht jetzt weniger Schwierigkeit. In der neuern Zeit hat man häufig jenen buntenKunstdruck mit dem allgemeinen Namen des Farbendrucks belegt, wo das Bild durch auf-einanderfolgendes Überdrucken mehrer Metallplatten oder lithographischer Hochdruckplattenin einer dem Formendruck für Zeuge analogen Art erzeugt wird. Ein vorzügliches Beispielsolchen Farbendrucks für die Buchdruckerpresse ist das bei Gelegenheit des Jubiläums derBuchdruckerkunst von Hirschfeld in Leipzig hcrausgegebene historische Tableau.

Farbengebung. Die Farbengebung oder das Colo rit bildet einen Hauptbestand-theil der Malerei und zerfällt in den technischen und ästhetischen Theil. Zu dem technischenTheile gehören die Handgriffe de§ Malers für Bereitung und Mischung der Farben und fürdas ganze mechanische Verfahren, sowie die Kenntniß der Gesetze des Lichts und der Farben,und was aus der Beobachtung ihrer Wirkungen in der Natur für die Ausübung des Ma-lers als Regel aufgestellt werden kann. (S. Farbenlehre.) Der ästhetische Theil hat esmit Wahrheit und Schönheit der Farbengebung zu thun. Hierzu wird wesentlich die Anlageerfodert, den eigentlichen Stoff und die Farbe der Gegenstände unter den Einflüssen desLichts und der Luft mit Empfindung aufzufassen und in der Nachbildung mit charakteristi >scher Wahrheit auszudrücken. Soll aber dieser Ausdruck in der Nachbildung gelingen, so istüne genaue Beobachtung der Localtöne, d. h. der natürlichen Farbe eines Gegenstandes, wiesie aus dem Standorte desselben oder in der Entfernung vom Zuschauer erscheint, und derTinten, d. h. der Abstufungen des Hellen und Dunkeln, welche Licht und Schatten auf derfarbigen Oberfläche hervorbrinqcn, erfoderlich. Die größten Schwierigkeiten in der Farben-gebung bietet die Nachahmung der Farbe und Beschaffenheit des Fleisches oder des Nack-te n (s. d.), Carnation (s. d.) genannt. Kommt zu der genauem Übereinstimmung dernatürlichen Farbe, der Localtöne und Tinten eines Gemäldes mit dessen Gegenstand in derNatur noch der Ausdruck des eigenthümlichcn Charakters des Stoffs, woraus der Gegen-stand besteht, so heißt die Farbengebung wahr. Zur Wahrheit piuß sich aber die Schönheitgesellen, welche durch die harmonischeVereinigung allerTönc des Gemäldes inEincnHaupt-ton erreicht wird. Das Colorit muß den ästhetischen Zweck der Darstellung unterstützen undbei aller Wahrheit der Localfarbc und des Stoffs im Einzelnen, durch die Harmonie derFarben und der Beleuchtung ein kunstmäßiges schönes Ganzes ausmachen. Die Wahl derBeleuchtung und die Vcrtheilung der Farben sollen nicht allein auf die Deutlichkeit der Dar-stellung sondern zugleich auf die Bewirkung einer wohlgefälligen Harmonie abzwecken, welcheden Gesammteindruck des Kunstwerks unterstützt. Dieser Federung zufolge gehören auchBeleuchtung, Haltung und Helldunkel in den Begriff einer kunstmäßig schönen Farbenge-bung. Eine gleichsam geistige Geschichte des Colorits gibt Goethe in seinerFarbenlehre".

Farbenlehre nennt man im allgemeinen Sinne die Lehre von dem Ursprünge, derMijchung und den Wirkungen der Farben, als Eigenschaften des Lichts. Die erste Vorrich-tung zu gründlicher Erörterung der Fragen, woher kommt cs, daß einiges Licht farbig, an-deres weiß sich zeigt, und nach welchen Gesetzen erfolgen die Erscheinungen der Farben, ist