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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
Seite
199
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Farbe Färben 189

allgemeines Aufsehen, wo er als Schriftsteller austrat. Seitdem hat er sich durch eine großeMenge interessanter und wichtiger Entdeckungen im Gebiete der Chemie uud Physik verdientgemacht. Besonders genannt zu werden verdienen in dieser Hinsicht seine Versuche über Le-girungen des Stahls mit edeln Metallen und die ausgezeichneten Eigenschaften, die dieserdadurch erlangt; ferner die Verwandlung mehrer bis dahin für permanent gehaltener Gas-arten, wie Kohlensäure, Chlor u. s. w., durch ein sinnreiches Verfahren in tropfbare Flüssig-keiten; seine Darstellung verschiedener flüssiger Verbindungen von Kohlenstoff und Wasser-stoff, die, bei gleicher Zusammensetzung mit dem ölbildenden Gas, doch verschiedene Eigen-schaften zeigen; die Darstellung eines zu optischen Zwecken tauglichen Glases aus Kieselerde,Boraxsäure und Bleioxyd. Das meiste Aufsehen aber erregte seine Entdeckung des Vermö-gens im Magnet, elektrische Ströme zu erregen. In der neuern Zeit hat er eine Reihe, auchin PoggendorsflsAnnalen" übergegangener, ausgezeichneter Abhandlungen über den elek-trischen Strom in allen seinen Beziehungen herausgegeben und sich mit Armstrong zu wis-senschaftlicher Ausbeutung der Entdeckung von der Elektricität des Wasserdampfs vereinigt.Auch sein Werk über chemische Manipulationen verdient als eine für den praktischen Che-miker nützliche Anleitung rühmlicher Erwähnung. In Anerkenntniß seiner Verdienste umdie Wissenschaften im Allgemeinen verlieh ihm 1832 die Universität zu Oxford die Doctor-würde; auch ist er Mitglied der Königlichen Gesellschaft zu London und correspondircndcsMitglied der Akademie der Wissenschaften zu Paris.

Farbe nennt man zunächst einen nicht wol näher zu definirendcn Eindruck, welchendas von den Gegenständen in unser Auge gelangende Licht auf letzteres macht, und der, dadieser an sich zwar subjective Eindruck doch mit im Ganzen sehr großer Übereinstimmungauf die verschiedensten Augen erfolgt, mit Recht unter die für Unterscheidung der Körperwichtigsten Eigenschaften gerechnet wird. Vollkommen zuverlässig ist dieses Kennzeichen je-doch nicht, da die Beurtheilung der Farbe mannichfachcn Täuschungen unterworfen ist, aucheinzelne Menschen gewisse Farben nicht zu unterscheiden wissen. Ferner nennt man Farbediejenige Beschaffenheit der Oberfläche eines Körpers, welche jenen Eindruck bedingt, unddemgemäß werden endlich auch solche Körper Farben genannt, welche, auf die Oberflächeeines Körpers aufgetragcn, derselben die Fähigkeit ertheilen, einen bestimmten Farbenein-druck auf unser Auge zu machen. (S. Pigmente und Farbenlehre.) Man unter-scheidet die Farben in Grundfarben und zusammengesetzte Farben; jene sind eigentlich, ab-gesehen von aller optischen Theorie, deren Grundfarben die Regenbogenfarben sind, nurWeiß, Roth, Blau, Gelb, Schwarz; aus diesen lassen sich zunächst Grün, Violett, Braunzusammensetzen; außerdem kann aber jede Hauptfarbe durch kleinere oder größere Beimi-schung einer andern (man sagt dann, sie ziehe oder habe einen Stich in diese oder jene Farbe)durch verschiedenen Glanz, verschiedene Lebhaftigkeit, Reinheit, Sättigung u. s. w. unend-lich viele Schattirungen und Nüancen geben. Man bezeichnet die hauptsächlichste dieser Nüan-ccn entweder mit gewissen hergebrachten Namen oder nach gewissen Gegenständen, welchediese Nüance am schärfsten zeigen, oder endlich durch Beisätze wie: hell, dunkel, hoch, tief, bren-nend, grell, sanft, lebhaft, matt, fett, mager, schmuzig, rein u. s. w. Für naturhistorischeZwecke hat man, um einige Übereinstimmung in Benennung der Farben zu erlangen, beson-dere Farbentafeln oder Farbenscalen. Beim Künstler und überhaupt in ästhetischerBeziehung kommt es weniger aus die Farbe an sich, als aus die Zusammenstellung an, da esmit Ausnahme unreiner und schmuziger Farben, wol keine Farbe gibt, die nicht in geeigneterVerbindung mit andern einen wohlthuenden Effect zu machen im Stande ist.

Färbe?nökerich oder Jndigobuchweizen (kvl^gonum tinctorium) ist eine ausNordchina stammende Farbepflanze, aus deren Blättern die Jndigofarbe bereitet wird. Denmeisten Färbeknöterich ziehen die Chinesen. In Europa beschäftigen sich vorzüglich die Fran-zosen mit dem Anbau desselben; auch in Deutschland hat man Culturversuche damit ange-stcllt und zwar mit glücklichem Erfolg.

Färben heißt der Proceß, wodurch Gcspinnstcn und Geweben eine bestimmte Farbeertheilt wird. Eigentlich kommt es beim Begriffe des Färbens darauf an, ob die Farbe nurmechanisch auf die Oberfläche aufgetragcn wird, was man bei Holz, Metall u. s. w. Anstrei-chen oder Malen, bei Zeugen Drucken nennt, oder ob die Farbe in die Substanz eindringt,