196 Faltenwurf Kamilienmünzen
schule und I-1Ü0 E., blühend durch Handel, Schiffahrt und Gewerbe, und nächst ihr Stub-benkiöbing zu erwähnen, mit einem Hafen und 500 E.
Faltenwurf, s Draperie und Gewand.
Falun oder Fahlun, die Hauptstadt der schweb. Provinz gleiches Namens, des ehe-maligen Dalekarlien (s. d.), in einem Thale, zwischen den Seen Varpen und Runn, eineBergstadt und der Sitz des Landeshauptmanns und eines Berghauptmanns, hat 5000 E.,eine von der Königin Christine gegründete höhere Stadtschule und ein Lehrinstitut für prak-tische Bergwifsenschaften, sowie das größte Kupferbergwerk in ganz Schweden, ja vielleichtauf der ganzen Erde. Die Grube, mitten in der Stadt, besteht aus einem im 17. Jahrh.durch den Einsturz vieler altern Grubenbaue entstandenen Abgründe und ist > 200 F. lang,gegen 600 F. breit und 200 F. tief, sodaß dieBergleute an den meisten Stellen beimTagcs-lichte arbeiten können. Früher liefertedie Grube, welche merkwürdige Maschinenhat, zu Zeiten20000 Schiffpfund Ausbeute, jetzt durchschnittlich nur 5000 Schiffpfund. Außer Kupferwird auch viel Vitriol sowie einiges Gold, Silber und Blei gewonnen. Sie ist im Besitz einerAktiengesellschaft, welche das Capital auf 1200 Actien vcrtheilt. Übrigens hat F. viele Fa-briken in Wolle, Baumwolle, Leinwand, Spielkarten, Taback, Spiegeln und Leder.
Fama, gricch. Pheme, Ossa, die Göttin des Gerüchts oder der Sage, kommt schonbei den ältesten Dichtern vor. Sophokles nennt sie ein Kind der Hoffnung, Virgil die jüngsteTochter der Erde, die Schwester des Enceladus und Cöus. Die Erde gebar sie, um sich we-gen der Besiegung ihrer Söhne, der Giganten (s. d.), an den Göttern dadurch zu rächen,daß F. die anstößigen Geschichten derselben überall bekannt machen sollte. Ovid beschreibtihre Wohnung als einen Palast mit tausend Öffnungen und aus tönendem Erze gemacht.
Farnes , die Personifikation des Hungers, nach Hesiod eine Tochter der Eris, wohn«nach Virgil am Eingänge des Tartarus, nach Ovid in Scythien.
Familie. Die Familie ist das älteste, von der Natur unmittelbar durch die lang-dauernde Hülfsbcdürftigkeit des jungen Menschen, durch die tiefer als bei den Thierge-schlechtern , eingreifende Verschiedenheit des Gcschlechtscharakters und durch die warmen,sich unter der Mitwirkung und Sprache wciterstreckenden und lange dauernden Gefühle derVerwandtenliebe begründete Verhältniß unter den Menschen. Sie ist der erste Keim, dieerste Grundlage der Staaten und zugleich ihr Vorbild. Sie webt die Menschen zum Volkezusammen und verbindet die Generationen. Sie ist es vornehmlich, welche dem Menschenein auch über die Lebenszeit hinausreichender Interesse gibt, ihm die Vergangenheit werthund die Zukunft wichtig macht. Die schönsten Genüsse, die reinsten Gefühle und Bestrebun-gen sind für die Mehrzahl der Menschheit an die Familie geknüpft und selbst in rohen undverwilderten Ständen und Stämmen sind hierauf die einzelnen edlern Regungen, die alsKeime des Bessern fortleben, gerichtet. Die Familienordnung ist zugleich ein wichtigerMaßstab, mit dem sich die Civilisation der Völker und Zeiten bemessen läßt. Auch der Staatehrt die Wichtigkeit und Unabhängigkeit dieses heiligen Naturverhältnisses, hütet sich, es zustören oder zu trüben, schützt seine Reinheit und Sittlichkeit und mischt sich nur in dringendenNothfällen in sein Inneres. Künstlich einrichten und anordnen läßt sich im Familicnwesenweniger als irgendwo; aber mit höherer Läuterung der Menschheit hebt und veredelt sich auchdieses Grundelement der Gesellschaft, wie wieder seine Reinheit die Gesellschaft am sicherstenvor Verfall bewahrt, schon weil cs der Hauptsitz der Erziehung ist, während der Schule mehrnur der Unterricht zufallen kann.
Familienmünzen, früher gleichbedeutend mitConsularn, ünjcn (s. d.) gebraucht,nennt man in neuerer Zeit alle röm. Münzen, welche den Namen einer Familie oder einerPerson tragen, sodaß man dazu auch die Münzen der Münzmeister unter Augustus u. s. w.rechnet. Die meisten Familienmünzen sind wie die Consularmünzen in Bronze und Silber;in Gold gibt es nur wenige, da dasselbe erst seit 206 v. Chr. vermünzt wurde. Wie jene un-terscheiden sie sich in ihrem Gepräge wesentlich von denen der Kaiserzeit, da sie sehr reichhal-tig an historischen Vorstellungen sind. DieZahl der einzelnen Familien, von denen es Mün-zen gibt, ist noch nicht abgeschlossen, wie überhaupt die ganze Abtheilung für den Forschernoch Vieles enthält, was einer weitern Erörterung fähig ist. Mehre Numismatiker habenden Begriff der Familienmünzen so weit ausgedehnt, daß sie dazu alle Münzen rechnen, auf