Falknerei 191
Jahre Mich. Hawkins im eigentlichen Sinne entdeckte und sie Hawkins-Mädchenland be-nannte. Der Engländer Strang, der sie 1689 besuchte, gab der ganzen Gruppe den NamenFalklandsinseln, den sie seitdem auch, dem Franzosen Bauchene-Guin, der sie 1790 nach sichbenannte, und dem Poree von St.-Malo zum Trotz, der sie 1708 Malou inen taufte, be-halten haben. Die erste Niederlassung auf der Ostsalklandsinsel wurde 1764 von Franzosen,unter Bougainville's Leitung, am Berkleysund unternommen und Port-Louis genannt.Spanien aber machte sein Eigenthumsrecht auf den ganzen Archipel geltend, und nach langenUnterhandlungen trat Frankreich die neue Colonie gegen eine Entschädigung an Spanienab, das nun in den folgenden Jahren von Buenos-Ayres aus die von ihm Malvinas ge-nannten Inseln bevölkerte. Im 1.1772 gründete auch England eine Colonie aus der Nord-westseite der größer» Falklandsinsel, im Hintergründe des 1764 von Byron entdeckten Eg-montshasens, die zwei Jahre nachher wieder verlassen wurde, bei welcher Gelegenheit jedochdie brit. Regierung ihre Rechte darauf sich wahrte. Auch Spanien ließ um dieselbe Zeit seineNiederlassung eingehen, ohne jedoch dadurch seine Ansprüche auf den ganzen Archipel auf-zugeben. Später wurden zur Verbannung Vcrurtheilte aus den span. Statthalterschaftenauf dem amerik. Festlande dahin versetzt und der Name der Colonie Port-Louis in Port-Solidad verwandelt. Aber auch dieses Unternehmen gerieth bald ins Stocken, und zu An-fänge des 19. Jahrh. befanden sich auf den beiden großen Falklandsinseln nur noch, undzwar in großer Menge, wilde Rinder und wilde Pferde, abstammend von denen, die in frü-hem Jahren die Spanier hierher versetzten. Brit. Handelsschiffer und Walfischfänger besuch-ten sie von Zeit zu Zeit, als 1820 die neue Argentinische Republik feierlich davon Besitz nahmund einige Jahre nachher bei den Trümmern des Forts Louis eine Niederlassung gründenließ, die 1833 von den Engländern zerstört wurde, worauf die letzter» den ganzen Archipelsich zueigneten. Die Vereinigten Provinzen des Rio de la Plata protestirten nun zwar 1834gegen die Souverainetät Großbritanniens über die Falklandsinseln; doch dieses nahm von dieserProtestation wenig oder keine Notiz. So blieb die Angelegenheit unerledigt bis gegen Endedes J. 1837, wo Großbritannien einen Vergleich mit den Platastaaten abschloß, zufolge dessengegen eine Entschädigung der ganze Archipel auf ewige Zeiten den Briten überlassen wurde.
Falknerei nennt man vorzugsweise die Baize (s. d.), weil man dazu besonders derFalken (s. d.) sich bediente. Um dieselben für diese Jagdart abzurichten, werden die jungenFalken sehr frühzeitig den Alten weggenommen und nun mit frischem Fleisch von Taubenund Waldvögeln genährt; dann durch Sitzen auf Stangen ans Sitzen auf der Hand undspäter zum Tragen der Haube gewöhnt. Ist der Falke völlig gezähmt oder berichtigt, wie esin der Falknersprache heißt, so wird er mit verdecktem Kopfe aufs Feld getragen und, wennsich Beute zeigt, die Haube ihm abgezogen, worauf er schnell aufseinen Raub stürzend, den-selben faßt und auf des Falkners Lockung damit zurückkehrt. Diese Falknerei ist sehr altund kam früh aus dem Morgenlande nach Europa. Im Mittelalter war sie eine Hauptbe-lustigung der Fürsten und des Adels, und da auch die Frauen Theil daran nahmen, so kamsie, besonders in Frankreich, sehr in Aufnahme. In einem von Curne de Sainte-Palaye inseinem Werke über das Ritterwcsen auszugsweise mitgetheilten alten Gedichte des Kapel-lans Gasse de la Bigne über die Jagdbelustigungen aus dem 14. Jahrh. wird hinsichtlichder Falknerei (kuucoonerie) besonders hervorgehoben, daß sie edeln Frauen wohl anstehe.In Deutschland stand die Falknerei schon unter Kaiser Friedrich II. in hohem Ansehen. Erwar ein so eifriger Falkner, daß er selbst im Kriege sich dieses Vergnügen nicht versagte undeine eigene Schrift über die Falknerkunst verfaßte, welche sein Sohn Manfred von Hohen-staufen mit Anmerkungen begleitete; nebst diesen und zwei andern Schriften von der Falk-nerei wurde sie von I. G. Schneider (2 Bde-, Lpz. 1788, 4.) herausgegeben. Auch imLehnwesen stößt man auf Spuren, welche die Achtung, deren sonst die Falknerei in Deutsch-land genoß, bestätigen, so bei den sogenannten Habichtslehnen im 14. Jahrh., welche demVasallen die Pflicht auferlegten, jährlich bei seinem Lehnsherrn namentlich mit einem abge-nchteten Habicht, worunter man damals häufig den Falken verstand, sich einzustellen. InFrankreich feierte die Falknerei unter Franz I. ihre höchste Glanzperiode, obgleich der Königdie Vagd mit Hunden vorzog. Die Falknereianstalten standen damals unter dem Befehl-wes Oberfalkenmeisters, der 15 Edelleute und 50 Falkenmeister unter sich hatte, über 30V