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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Falk

' lagerung von Zara in Dalmatien, wo er einen glanzenden Sieg über den König von Un-garn erfocht, dann Gesandter der Republik in Genua und Rom. Zur Dogcnwürde gelangteer >354. Sein Charakter ist historisch treu gezeichnet in Byron's TrauerspielLulieri"

! (Lond. 1821), wozu Folgendes aus F.'s Leben den Stoff gegeben hat. Ein Patricicr, Mi-I chael Steno, verliebte sich in ein Fräulein aus dem Gefolge der Gemahlin des Doge. Ge-! täuscht in seinen Absichten, suchte er sich durch einige Zeilen zu rächen, welche für die Doga-! ressa kränkend waren. Der Doge, ein Mann von wildem, furchtbar aufbrausendem Tempe-^ ramente, foderte deshalb strenge Bestrafung, und da dem Steno, als einem Patricier, blos'' kurze Gefängnißstrafe zuerkannt wurde, so beschloß F., an der gesammten stolzen Aristokratie,die er von ganzer Seele schon früher haßte, furchtbare Rache zu nehmen, und bildete eineVerschwörung, um an einem bestimmten Tage, wozu der 15. Apr. 1355 bestimmt war, alleSenatoren zu ermorden und die Macht des Senats zu vernichten. Allein am Vorabende derAusführung wurde der Doge mit den Verschworenen verhaftet und nebst den meisten Mit-schuldigen am 17. Apr. 1355 hingerichtet. Zu einer meisterhaften NovelleDoge und Do-garessa" verarbeitete diesen Stoff E. T. W. Hoffmann in denSerapionsbrüdern", auchDelavigne brachte F. als Trauerspiel 1829 auf die Bühne.

Falk (Johannes Dan.), bekannt als Schriftsteller wie durch seine Menschenfreund-> lichkeit, wurde zu Danzig 1770 geboren und zeigte von Jugend auf große Lernbegierde, die

! er aber nur im steten Kampfe mit den größten Schwierigkeiten einigermaßen zu befriedigen

vermochte. Sein Vater, ein armer Perückenmacher, hatte ihn kaum nothdürftig lesen undschreiben lernen lassen, als er ihn schon bei seiner Arbeit gebrauchte und die Wißbegierde desKnaben auf alle Weise zu unterdrücken suchte. Mittels seines Spargeldes gelang cs indeßF., aus der Leihbibliothek Gellert's, Wieland's, Lessing's u. A. Werke zu erhalten, die er oftzur Winterszeit auf freier Gasse beim Schein der Laterne eifrigst durchlas. Immer unzu-, friedener mit seiner Lage, entschloß er sich einstmals, das väterliche Haus zu verlassen und

zur See zu gehen. Wirklich entfernte er sich und irrte einige Tage an der Meersküste um-her, bis er, da die Schiffer sich weigerten, ihn mitzunehmen, zur Rückkehr genöthigt war.Endlich erhielt er von seinem Vater die Erlaubniß zu studiren, kam nun mit dem 16. Jahreauf das Gymnasium seiner Vaterstadt und studirte dann zu Halle, bis er 1793, die Unab-hängigkeit eines Privatgelehrten einer Anstellung vorziehend, sich nach Weimar begab. Hierfand er 1806 beim Einmärsche der Franzosen und nach der Schlacht bei Jena Gelegenheit,durch seine Kenntniß des Französischen und seine Geistesgegenwart um Stadt und Land sichsehr verdient zu machen, wofür ihn der Großherzog zum Legationsrath ernannte und ihm einenJahrgehalt anwies. Doch größere Verdienste erwarb er sich 1813 um die leidende, hülfs-bedürftige Menschheit durch die Stiftung derGesellschaft der Freunde in der Noch", welcheden Zweck hatte, verlassenen und verwilderten Kindern zur Erlernung nützlicher Gewerbebehülflich zu sein. Durch seine rastlosen Bemühungen kam später die Gründung einer Schul-anstalt zu Stande, welche 1829 vom Großherzog in eine öffentliche Erziehungsanstalt fürverwahrloste Kinder verwandelt wurde, die den Namen Falk'schesJnstitut führt. F. starbam 14. Febr. 1826. Als Schriftsteller trat er zuerst in der Satire auf, von Wieland aufs»ausgezeichnete Weise cingeführt, daß er zu großen Erwartungen berechtigte. In der That' waren seine ersten SatirenDer Mensch und die Helden; zwei satirische Gedichte" (Lpz.

i 1798),Die Gräber von Kom und die Gebete" (Lpz. 1799) reich an treffendem Witz; aber

s seine später» Werke rechtfertigten diese Erwartungen nicht ganz, wenn auch die sieben Jahr-gänge seinesTaschenbuch für Freunde des Scherzes und der Satire" (17971803) vie-les Gelungene enthalten und sein dramatisches GedichtPrometheus" (Tüb. 1803) beifehlender Harmonie und Vollendung im Einzelnen ein treffliches Werk voll Tiefe ist. DasLeben, wunderbare Reisen und Irrfahrten des Johannes von der Ostsee" (Bd. I, Tüb.1805) blieb unvollendet. In den 1.18067 gab er das TaschenbuchGrotesken, Satirenund Naivetäten" (Stuttg.) heraus. Später erschienen von ihmOceaniden"(Bd. I, Amst.1812) undClasstschesTheater der Engländer und Franzosen" (Bd. 1, Amst. 1812). Dasdritte Reformationsjubiläum im I. 1817 feierte er durch zwei schöne Gedichte in Stanzen,welche von Ad. Wagner unter dem TitelF.'s Liebe, Leben und Leiden in Gott" (Altenb,1817) herausgegeben wurden. Derselbe gab auchF.'s auserlesene Schriften" (3 Bde,