L86 Fairfax Kalck (Ant. Reirch.)
neuem in Kraft se-te. Von der provisorischen Regierung wurde er zum Staatssecretair er-nannt, was er aber nur 48 Stunden blieb. Nach der zweiten Restauration wieder ohne Anstel-lung, benutzte er seine Muße, um die bekannten „Manuskripte" auszuarbeiten, die zur Kennt-niß der diplomatischen Geschichte der damaligen Zeit sehr brauchbare Materialien liefern undderen Glaubwürdigkeit vornehmlich auf den amtlichen Verhältnissen des Verfassers beruht,die ihn zum Zeugen der meisten Staatsverhandlungen machten, deren Gang er entwickeltund beschreibt. Zuerst erschien das Manuscript vom I. 1814 (Par. 1823), dann das vomI. 1813 (2 Bde., Par. 1824), hierauf das vom I. 1812 (2 Bde., Par. 1827) und zuletztdas vom I. III (Par. 1828). Nach derZulirevolution wurde F. im Aug. I83V erster Cabi-netssecretair des Königs Ludwig Philipp und ihm 1832 die Verwaltung der Civilliste über-tragen. Auch wurde er Staatsrath und wenige Tage vor seinem Tode, der am 14. Sept.1836 erfolgte, Großoffizier der Ehrenlegion.
Fairfax (Thomas, Lord), der General der Parlamentstruppen in England zur Zeitder bürgerlichen Kriege unter der Regierung Karl's I., wurde 1611 zu Dcnton in der Graf-schaft Dort geboren. Er studirte in Cambridge und diente nach vollendeten Studien alsFreiwilliger in Holland unter Lord Vere, um den Waffendienst zu lernen. Nach seiner Rück-kehr ins Vaterland faßte er eine entschiedene Abneigung gegen Karl l. und wurde, als derBürgerkrieg ausbrach, vom Parlamente zum General der Reiterei ernannt. Er zeichnetesich durch.Tapferkeit, Klugheit undThätigkcit so aus, daß ihm das Parlament 1645, an desGrafen Essex Stelle, den Heerbefehl übertrug. Auch erhielt er Vollmacht, alle Generaleunter seinem Befehle selbst zu ernennen. Doch sehr bald gewann Cromwell, der F. mit demTitel eines Generallieutenants beigegeben war, einen solchen Einfluß über ihn, daß er Allesdurchzusctzen vermochte. Siegreich in der Schlacht bei Oxford am 14. Juni 1645 gegenKarl I. unterwarf sich F. alles Land westlich von London, zog dann nach dem südlichen Theileund blockirte Excter, rückte hierauf vor Oxford, wo eine beträchtliche Besatzung stand, undzwang die Stadt, zu capiluliren. Zwar entkam der König, um sich den Schotten in dieArmee zu werfen, war aber nun ohne Heer und ohne festen Platz in England. Als F. inLondon angekommen war, dankte ihm das Parlament durch eine Deputation und übertrugihm die Überbringung der Summe von 400000 Pf. Sk., welche dasselbe der Armee vonSchottland für die Auslieferung des Königs gab. Als die Auslieferung am 3V. Jan. 1646erfolgt war, begegnete F. dem Monarchen mit vieler Achtung. Das Parlament ernannteihn hierauf zum General der Armee, welche man noch beibehalten wollte, nachdem ein Theilverabschiedet und der andere nach Irland geschickt worden war. Als Cromwell die mit dieserletztem Maßregel unzufriedenen Truppen zur Empörung gegen das Parlament zu verleitensuchte, wollte F. seine Stelle niederlegen; die Führer des Heers wußten jedoch die Ausfüh-rung dieses Entschlusses zu verhindern, und F. gab sich nun den Maßregeln hin, die man er-griff, um das Parlament zu stürzen. Gegen den Befehl desselben zog er in London ein underfuhr hier nicht so bald, daß der König mit Gewalt entführt sei, als er eilte, denselben beiCambridge aufzusuchen. Gern hätte er den König gerettet, allein Cromwell beherrschte ihnund die Umstände. Nach des Königs Tode wurde F. zum Befehlshaber der Truppen in Eng-land und Irland ernannt; allein bei der Expedition, welche das Parlament 1650 gegenSchottland beabsichtigte, weil es sich für Karl II. erklärte, weigerte er sich zu dienen, woraufCromwell den Oberbefehl erhielt. F.'s sehnlichster Wunsch blieb die Wiedereinsetzung derköniglichen Familie; auch versuchte er nach Cromwell's Tode 1658 sie zu bewirken, undbrachte zu dem Ende selbst ein Heer zusammen. Von der Grafschaft Jork ins Parlamentgewählt, war er 1660 unter den Abgeordneten, die nach dem Haag gesandt wurden, umKarl II. zu veranlassen, so schnell als möglich die Ausübung der königlichen Gewalt zu über-nehmen. Nach der Auflösung dieses Parlaments begab er sich aufseine Güter und starb am12. Febr. 1671. Er besaß Neigung zu wissenschaftlicher Beschäftigung und hat unter an-dern Schriften auch „Nemoirs" (Lond. 1699) hinterlasscn.
Fakir, im Arabischen überhaupt ein Armer, nennt man sowol die Mohammed. Der-wische (s.d.) wie in Indien die Büßenden oder Sanjaffis, d.i. Entsagenden, die ein einsied,lcrisches Leben führen und mannichfachen Selbstpeinigungen sich unterwerfen.
Faick (Ant. Reinh.), einer der aufgeklärtesten niederländ. Staatsmänner der neuern