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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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183
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Fahnenjunker Fahnenwache 183

den zu literarischen, insbesondere zu staatswirthschaftlichcn Arbeiten. ZurZeitderbad. Preß-freiheit foderte er in einer Flugschrift zur Gründung eines Preßvereins für Erhaltung der-selben auf und stand längere Zeit an der Spitze eines Polenvercins. Wegen Kränklichkeit,aber auch wegen ungünstiger Behandlung um seiner liberalen Ansichten willen, zog er sich1835 vom Staatsdienste zurück und wohnte in Baden-Baden, wo er sich bis zu seinem am16. März 1810 erfolgten Tode mit gelehrten Arbeiten, hauptsächlich mit einer historisch-statistisch-geognostischen Beschreibung des Schwarzwalds beschäftigte, als deren Vorläuferseine SchriftDie Heilquellen am Kniebis im untern Schwarzwalde" (Baden 1838) er-schien. Von ihm sind auch die anonym erschienenenActenstücke über die bad. Territorial-hoheit" (Karlsr. 1818).

Fahnenjunker. Früher wurde die Fahne von einem sogenannten Junker getragen,gegenwärtig von einem Unteroffizier; doch wählt man dazu gern einen wo möglich mit Ehren-zeichen geschmückten Veteran. Die Junker existiren zwar auch noch in einigen Armeen, z.B.in der bairischen, allein sie tragen nicht mehr die Fahne.

Fahnenlehn hieß im Deutschen Reiche ein größeres Lehen der weltlichen Rcichsfür-sten, z. B. ein Fürstenthum, eine gefürstete Grafschaft, womit sie seit ll22 vom Kaiser durchÜberreichung einer Fahne, wie die geistlichen Fürsten, mit dem Scepter beliehen wurden.Früher wurden die weltlichen Reichsfürsten mit Ring und Scepter investirt. Der Gebrauchder Belehnung mittels der Fahne schreibt sich davon her, daß diese als das Sinnbild desHeer- und Gerichtsbanns galt, weshalb auch nur solche Lehen, welche diese beiden wesent-lichen Requisite der Gewalt in sich schlossen, auf solche Weise an die betreffenden Personen,Herzoge und Grafen im ältcrn publicistischcn Sinne, überhaupt sürstenmäßigc Personen,ertheill wurden. Nur vom Reichsoberhaupte konnte eine derartige Belehnung ausgehen,und zwar geschah dieselbe entweder in feierlicher Versammlung, oder auch in einfachererForm, wo sie dann oft mit dem Schwerte, oder dem Scepter, vollzogen wurde, ja Kaiser Ru-dolf I. nahm sogar einmal, in Ermangelung eines Sceptcrs, eine Belehnung, geistlicher so-wol als weltlicher Fürsten, mit dem Cruzifix vor. Bei den feierlichen Belehnungen pflegtendie Fahnen nach beendeter Handlung unter das Volk geworfen und von diesem zerrissen zuwerden; doch wirkten sich manche Fürsten, wie z. B. die Könige von Böhmen, das Privile-gium aus, ihre Fahnen behalten zu dürfen. Eine der glänzendsten und zugleich eine der letz-ten feierlichen Belehnungen war die des Herzogs Moritz mit der Kur Sachsen im I. 1517;gegen die Mitte des 17. Jahrh. aber kamen sie ab, und die Lehen wurden seitdem nicht mehrpersönlich sondern nur durch Vermittelung von Gesandten, oder brieflich crtheilt. Um somehr war man indessen daraus bedacht, den Begriff eines Fahnenlehens, im Gegensätze zugeringern Lehen, und die daraus herzuleitenden Vorzüge staatsrechtlich festzustellcn.

Fahnenschmied, eine veraltete Benennung bei der Reiterei für einen gelerntenSchmied, der das Beschlagen der Pferde und die Heilung der erkrankten zu besorgen hatte.Gegenwärtig kommen in dieser nützlichen und für die Reiterei, Artillerie und den Trainfüh-renden wichtigen Charge folgende Kategorien vor: Thier- oder Roßarzt, Knrschmicd, Huf-schmied, Beschlagsschmied und bei der Artillerie auch noch Zeugschmied, der die Reparaturschadhafter Fuhrwerke zu besorgen hat. In fast allen Armeen werden jetzt die Thierärzte undKurschmiede auf besondern Schulen, den Thierarzneischulen, theoretisch und praktisch aus-gebildet, und nur erst nach abgelegtem Examen den Truppen überwiesen.

Fahnentrupp oder Fahnenmarsch heißt ein von den Tambours oder Trompeternnach gewissem Rythmur geschlagener oder geblasener Marsch beim Abholen oder Abbringender Fahnen und Standarten von oder nach dem Quartier oder Lager, wo sie aufbewahrtsind. Wenn ein Krieger mit militairischen Ehrenbezeigungen zur Erde bestattet wird, sopflegt m einigen Armeen das Begleitungscommando, die sogenannteLeichenparade, den Kirch-Hof mit dem Fahnentrupp wieder zu verlassen.

Fahnenwache. Im Lager stehen gewöhnlich alle Fahnen eines Regiments vor derFront des ersten Bataillons aufgestellt, wobei dann ein Offizier mit einer, entsprechendenMannschaft die Wache hat, welche die Fahnenwache heißt. Zn der Regel werden zwei Schild-wachen dabei ausgestellt, zuweilen auch nur ein einfacher Posten. Die Fahnenwache pflegt