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Fahne
den Eber u. s. w. Solche Bilder wurden selbst als Auszeichnung einzelne» Legionen ver-liehen, bei denen sonst der Adler das stehende Feldzeichen war, so z. B. in den Bürgerkrie-gen der fünften Legion ein Elefant, weil sie des Scipio Elefanten besiegte. Die Fahne(vexillum, ij,n<l»m) bestand bei den Römern in einem viereckigen und zwar gleichseitigenStücke Zeug, das an einem Stabe befestigt war, der quer an einer Lanze aufgehängt, dieForm eines Kreuzes bildete. Dieser Fahne bediente sich fast ausschließend die Reiterei, undAbbildungen derselben finden sich auf zahlreichen Münzen, auf der Trajans- und Antonins-saule und auf Denkmälern. Zm Allgemeinen war die Fahne wol ohne Bilder, und dieFarbe allein galt als Unterscheidungszeichen. Einzelne Angaben über Farben der Fahnenfinden sich in den Schriften der Alten, so z. B. schenkte August demAgrippa eine meergrüneFahne, Valeria» dem Aurelian zwei zweifarbige Fahnen. Auf dem Zuge des Crassus gegendie Parther ging, nach der Erzählung des Dio, eine Fahne verloren, auf welcher der Nameder Legion und ihres Führers mit rother Schrift standen. Über Bilder, Zeichen u. s. w. aufröm. Fahnen geben die Münzen einigen Aufschluß, z. B. die Münzen des Augustus mit derLegende 8ign. rec., ein Schrägkreuz, Kugeln u. dgl. mehr. Zur Zeit des oström. Reichs,besonders unter den byzantin. Kaisern, hatten die Fahnen Purpurfarbe und goldene Fran-zen. Seit Konstantin erblickte man auf denselben die Anfangsbuchstaben des Namensineinander geschlungen, auch wol das griech. Kreuz allein. Die ausführliche Be-schreibung der mit Gold durchwirkten und mit Edelsteinen reichbesetzten Fahne Konstantin'sgibt Eusebius in dessen Leben. Aus diesen röm. Fahnen entstand die Kirch enfahne, wiesie noch gegenwärtig bei den Processioncn der katholischen Kirche im Gebrauch ist. Sie istder Form nach ganz dieselbe, nur fehlt oben die Lanzenspitze, jetzt ein Kreuz und auf demFahnentuch finden sich bildliche Vorstellungen aus der heiligen Schrift, dem Leben der Hei-ligen u. s. w. Der Ursprung der Kirchenfahne selbst liegt wol in der Einführung andererFahnen bei den Truppen, die zur Zeit des Kaiser Leo (820) stattfand. Von dieser Zeit herdatirt sich auch die Fahne, wie wir sie noch gegenwärtig kennen, die mit einer ihrer Seitenganz an den Fahnenstab befestigt ist. Die größte Ausbildung fand der Gebrauch der Fah-nen in dem Mittelalter. Eins der hauptsächlichen Stücke bei der Bewaffnung einesRitters war die Lanze mit dem Fähnchen, welches sein Wappen oder wenigstens dessen Far-ben enthielt. An dem Fähnchen kannte man den Ritter selbst, und es war zugleich Kennzei-chen für seine Leute. Kaiser, Könige und selbst die größer» Vasallen bedienten sich eigenerFahnen, auf denen die Wappen gemalt oder gestickt waren, und eine Auszeichnung wares, diese Fahnen, die man Banner (s. d.) nannte, im Felde zu tragen. Die Form derFahnen war willkürlich, besonders beliebt aber die schon bei Vegetius erwähnte üammuls,die ihren Namen von dem Flattern und Schlängeln im Winde erhielt. Eine solche war auchdie Oriflamme Frankreichs, die in fünf Zipfel ausging. Erst in späterer Zeit entstand dienoch gegenwärtige Fahne, bestehend aus einem viereckigen Stück Zeuq, gewöhnlich nach denLandesfarben, aüch mit der Namenschiffre des Landeshecrn geziert. Übrigens führten nichtblos Krieger sondern auch bürgerliche Korporationen, wie Innungen und Gilden, und vieleStädte, schon seit dem Mittelalter Fahnen als Erkennungs- und Versammlungszcichcn.
Bei den Kriegern aller Völker wurde die Fahne von jeher als ein Heiligthum, als einPalladium betrachtet, für dessen Vertheidigung und Erhaltung jeder Krieger freudig dasLeben einsetzte, und aus dem entgegengesetzten Grunde wurden dem Feinde abgenommeneFahnen beständig als Trophäen des Sieges angesehen, denen man einen Ehrenplatz in Kir-chen, Zeughäusern u. s. w. gab. Wenn kein Zureden der Führer mehr im Stande war, wei-chende Truppen in das Gefecht zurückzuführcn, so setzten hochherzige tapfere Männer, zu-weilen die Feldherren selbst, sich an die Spitze, ergriffen die Fahne und ermuthigten dadurchdie Wankenden. Dergleichen Beispiele finden wir in der Kriegsgeschichte aller Nationen und"l^r Zeiten; berühmt sind besonders der Sturm auf die Brücke von Lodi am 10. Mai 1796,woBonaparte mit der Fahne in derHand den Sturmcolonnen voranschritt, und die Schlachtbei Prag am 6. Mai 1757, in welcher der Fcldmarschall Schwerin die Fahne ergriff, dieweichenden Bataillone zum Stehen brachte und dabei den Heldentod fand. Jeder Soldatwird bei seinem Eintritt in den Dienst auf die Fahne vereidigt, was man den Fahneneidnennt; nur der Artillerist legt zwei Finger aus das Geschütz und leistet auf diese Weise den