180 Fagott Fahne
imJ. 17-18 Antheil. — Heinr. F., ein Sohn des Vorigen, wurde als Staatsseeretairder Nachfolger des Vaters. Er unterhandelte und schloß 1794 den Bund Hollands mitPreußen und England, folgte dann dem Erbstatthalter nach England und kehrte 1813 mitdem Könige der Niederlande, Wilhelm I., nach Holland zurück. Als Gesandter in LondonUnterzeichnete er den Friedensschluß zwischen Großbritannien und den Niederlanden. Nach-dem er 1824 von seinem Gesandtschaftsposten zurückgekehrt, wurde er 1829 zum Staats-minister ernannt. Er starb im Haag am 22. März 1838. — Sein Bruder, Jakob F.,der 1793 — 95 Gesandter der Vereinigten Niederlande in Kopenhagen war, nahm >813an der Revolution zu Gunsten des Hauses Dramen wirksamen Antheil. — Ein zweiterBruder, Robert Freiherr von F-, niederl. General, trat sehr jung in Kriegsdienste undzeichnete sich schon 1793 und 1794 in den Feldzügen gegen Frankreich aus. Beim Ausbruchder Revolution in den Niederlanden ging er, fortwährend ein eifriger Anhänger des HausesOranien, ins Ausland, kehrte erst 1813 ins Vaterland zurück und wurde hierauf 1814 vomKönige Wilhelm I. zum Gesandten in Paris ernannt, welchen Posten er noch bekleidet.
Fagott, im Französischen dssson, ein Blasinstrument, das ursprünglich als Baßzur Oboe diente, und daher bssson cks bimtbois genannt wurde, wird gegenwärtig im Or-chester sowol als Baßinstrument, wie als füllende Mittelstimme, oder zur Octavenverdop-pelung einer Melodie und als Soloinstrumcnt benutzt. Es besteht aus einer doppelten (ge-brochenen oder gekröpften) Röhre von Holz und wird, ähnlich der Oboe, durch ein Rohr an-gcblasen, das durch eine gekrümmte messingene Röhre, das 8 genannt, mit dem Körper desInstruments in Verbindung steht. Der Umfang des Fagotts reicht vom Contra-6 bis zumzweigestrichenen t>, selbst dreigestrichenen c; doch fehlen das tiefste U und 6>s. Abarten sindder vier Töne tiefer als die Noten klingende Quartfagott und der um eine Octave tie-fere Contrafagott. Erfunden wurde der Fagott wahrscheinlich im 16. Jahrh. — AlsOrgelregister ist der Fagott ein sanftes Rohrwerk von 16, seltener 8 Fußton.
FahlcranH (Karl Joh.), einer der berühmtesten schweb. Landschaftsmaler, geb. am29. Nov. 1774 im Sprengel Stora-Tuna in der Provinz Falun, wo sein Vater Predigerwar, beschäftigte sich von Jugend auf mit der Kunst und wendete sich dann der Landschafts-malerei zu. Er studirte dieselbe ohne eigentlichen Lehrer, und sein Vorbild war die heimischeNatur, die er mit unermüdeter Sorgfalt und Genauigkeit studirte. Sie war es, welcheRichtung und Charakter seines Pinsels bestimmte. Er kennt keine andere Natur als die nor-dische; er hat Italien nie gesehen, hat aber Schweden, Dänemark und Norwegen in mehrenRichtungen durchreist und den Naturcharakter ihrer Gegenden genau studirt. Schon zuAnfänge dieses Jahrhunderts genoß er als Landschaftsmaler eines ausgebreiteten Rufs.Im I. 1815 erhielt er den Titel als Professor und später den Wasaorden. Seine bedeutend-sten Gemälde sind im Besitze des Königs von Schweden. Für den König Friedrich VI. vonDänemark lieferte er in neuerer Zeit eine Reihe nordischer Aussichten. — Sein Bruder,Christian Erik F., geb. 1790, wurde 1829 Professor der Theologie zu Upsala und er-hielt 1835 die Professur der Dogmatik. In den I. 1835 — 37 unternahm er eine Reisedurch Deutschland, Frankreich und Italien. Seine (1825 — 26) ist eine
sehr witzige und tiefsinnige Dichtung. Die komische Kraft liegt bei ihm in einem überraschen-den Reichthum an Wortspielen, die in der schweb. Sprache schwieriger sind als in den mei-sten andern. Später ließ er die noch unvollendete epische Dichtung,,^ns§sri,is" (Upsala1835) erscheinen. Außerdem lieferte er mancherlei theologische Aufsätze für die „SchwedischeLiteraturzeitung" und in der von ihm und dem Professor Knös besorgten „Kirchenzeitung".— Ein dritter Bruder, Axel Magn us F., geb. 1780, hat sich als Ornamentenbildhauereinen Namen gemacht.
Fahlun, s. Falun.
Fahne nennt man ein durch Farbe oder Bild gezeichnetes Stück Zeug an einem Stabe.Als Heerzeichen waren die Fahnen schon im Alterthume in Gebrauch. Aus Diodor ist be-kannt, daß die Ägypter Thierbilder auf Spießen vor den Linien der Krieger hertragen ließen.Gleiches ist von den Persern aus rkenophon, von den Deutschen und Batavern aus Tacitusbekannt. Den Römern war cs Vorbehalten, den Gebrauch der eigentlichen Fahnen einzufüh-ren. Auch Römer führten als Feldzeichen anfangs Thierbilder, den Adler, die Wölfin,