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trächtigen, da Niemand für alle Unterrichtsgegenstände einer solchen Classe ein gleich guterLehrer sein kann. Das angemessenste ist deshalb wol, das Fachlehrer- und Classenlehrcr-system so miteinander zu verbinden, daß das letztere in Elementarclassen allein herrscht, inMittlern und obern Classen dagegen durch das Fachlehrersystem in seiner Strenge gemildertwird, wobei jedoch jede Classe ihren Hauptlehrer oder Classenordinarius haben muß, der mehrLehrstunden als jeder andere Lehrer darin zu ertheilcn und für die äußere Ordnung und denGeist der Classe vorzugsweise einzustehen hat. In solchen Specialschulen, die sich der Aka-demie nähern, und welche Schüler von gereifterm Alter haben, z. B. in höhern Gewerbschu-len, Forstschulen u. dgl., kann sodann das Classenlehrersystem ganz zurücktreten.
Fachwerk. Der hohe Preis der Bausteine machte es wünschenswerth, für Gebäudeuntergeordneten Rangs, namentlich für Wohnhäuser u. s. w. eine leichtere Bauart aufzu-finden, und diesem Bedürfnisse dankt das Fachwerk seine Entstehung. Statt der massivenWände führt man nämlich eine Holzvcrbindung aus einzelnen Ständern, die durch Nah-menstücke, Riegel und Bänder zu einem soliden Gerippe verbunden werden, dessen einzelneTheile 4—6 Zoll im Quadrat stark sind. Die Felder dieses Gerippes werden dann mit Zie-gelsteinen, Lehm u. dgl. ausgefüllt und das Ganze von beiden Seiten verputzt. Für innereWände eines Gebäudes ist diese Bauart sehr gut; für Frontwände sollte man sich aber der-selben nicht bedienen, da, abgesehen von dem Übeln Anblick, ihre Dauerhaftigkeit in sehr engeGrenzen geschlossen ist, und die anfängliche Ersparniß bald durch Neubau verloren geht.Wenn man aber für Frontwände eine Plattirung anwendet, indem man das Fachwerk um6 Zoll gegen die Front zurückseht und nun die Fächer 12 Zoll stark ausmauert, das Fachwerkselbst aber in der Front im Verbände mit Steinen verblendet, so schwindet die Ersparnißnoch mehr, und überdies modert das in den Steinen eingeschlossene, mit dem Mauerkalk inVerbindung kommende Holzwerk sehr bald.
Pg.eiü ut äk8 oder kacin ut kscias ist eine Contractsform des röm. Rechts, welchezu den sogenannten unbekannten gehört, d. h. zu Denen, welche nicht wie Kauf, Auftrag,Leihe, Darlehn u. s. w. einen festbestimmten Charakter und Namen haben, nicht so bestimmterechtliche Verbindlichkeiten Hervorbringen und in der Regel auch nur klagbar sind, wenn sievon Seiten des Klagenden bereits erfüllt worden. In der neuern Zeit bedarf man dieser Formnicht mehr, weil man alle Verträge, durch welche sich Jemand verpflichtet, Etwas zu geben,zu thun oder zu unterlassen, für rechtsverbindlich und klagbar hält, nur daß z.B. nach franz.Rechte keine Klage auf ein Thun oder Unterlassen, sondern nur auf Entschädigung stattfindet.
Fackeln waren schon im Alterthume gebräuchlich, sowol bei Leichenbegängnissen wiebei denHochzeitsfeierlichkciten der Griechen, welche sich damit endigten, daß die Neuvermähltein das Haus des neuen Gatten geführt wurde, wobei ein Jüngling, der den Hymen vorstellte,mit der Fackel voranging. Auch war die Fackel das Attribut mehrcr Göttinnen, wie derProserpina, Demeter und Athene, sowie des Hymen. Gegenwärtig bedient man sich sowolder Pech- wie der Wachsfackeln bei festlichen Aufzügen, feierlichen Leichenbegängnissen, aufSchiffen und Leuchtthürmen zu Signalen und auch auf Reisen. Fackeltänze, die wahr-scheinlich in den Hochzcitsfeierlichkeiten der Griechen ihren ersten Ursprung fanden, wurdendurch Konstantin den Großen, als er seine Residenz von Rom nach Byzanz verlegte, im4. Jahrh. als Hofceremonie eingeführt. In spätem Zeiten wurden sie ein Theil der Tur-niere, womit Kaiser und Könige ihre Hochzeiten verherrlichten. Als die Turniere aufhörten,blieb der Fackeltanz als ein Denkmal der Ritterzeit, und noch gegenwärtig werden an eini-gen Höfen, z. B. in Preußen, bei Vermählungen Fackeltänze gehalten.
Faksimile (lat., eigentlich: Mache mich ähnlich) nennt man eine der Urschrift in allenihren Zügen und Eigenthümlichkeiten vollkommen ähnliche Nachbildung. So facsimilirtman alte Manuscripte, um Denjenigen, welchen die eigene Anschauung abgeht, die ge-naueste Ansicht der Schriftzüge, aus welchen sich auf das Alter derselben schließen läßt, zuverschaffen, Miniaturen, Handzeichnungen, sowie mit besonderer Liebhaberei die Handschrif-ten berühmter oder sonst ausgezeichneter Männer, um das Charakteristische derselben darzu-legen oder auch, weil man sich an gewisse Personen gern durch die ihnen eigenthümlichenSchriftzüge erinnern läßt. Man bedient sich hierzu sowol des Kupferstichs wie des Srein--drucks und der Holzschneidekunst, und hat es in neuester Zeit, in täuschender Nachbildung des