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Fächer Fachsystem
grimes, Premiers comigues, deuxiemes cowi^ues, paxssns, iitilites und secessoires. Jndeßwird diese Eintheilung nur bei dem IbeLtre tranyais festgehalten, wo der ckef 6'emploi, derBesitzer eines Fachs, das ausschließliche Anrecht auf alle Rollen seines Fachs hat. Bei denübrigen Bühnen ist durch den Brauch, daß der Dichter die Rollen seines Stücks vollständig zubesetzen das Recht hat, eine strenge Durchführung des Fachsystems unmöglich gemacht.
Fächer, aus Palmblättern und andern Stoffen kunstvoll gearbeitet, wurden schon imhohen Alterthume in Asien von den Frauen gebraucht, um sich mittels derselben Kühlungzuzuwehen oder von ihren Sklavinnen zuwehen zu lassen. Auch in Griechenland und Romwaren sie gewöhnlich, und zwar in sehr verschiedenen Formen. Während des Mittelalterswurden sie ein Gegenstand des Luxus und waren ein wesentlicher Schmuck der Frauen, bissie zuerst in Frankreich während der Revolution und gegen Ende des l 8. Zahrh. fast überallaus der Mode kamen; allein in der neuesten Zeit hat sie die feine Welt, wenigstens zum Ball-staat gehörig, wieder hervorgesucht, und Frankreich liefert, wie früher, die geschmackvollsten.
Fachingen, ein Dorf im Herzogthum Nassau an der Lahn in angenehmer Gegend,nicht weit von Diez, ist besonders bekannt durch das nach demselben benannte FachingerWasser, das 1745 entdeckt wurde, aus drei Brunnen, dem Hauptbrunnen, dem Schwen-delbrunnen und dem dritten Brunnen geschöpft wird, und zu den stärksten alkalisch-salini-schen Mineralwässern Deutschlands gehört. Es hat eine Temperatur von 8" R., einen an-genehmen erfrischenden Geschmack und enthält viel Kohlensäure. An der Quelle selbst wirdes wenig benutzt, desto mehr aber (in manchen Jahren 3<>W«>0 Flaschen) und sehr weit, selbstbis nach Amerika versendet. Man wendet es vorzüglich gegen Schleimanhäufungen in denUnterleibsorganen an, außerdem mit Wein und Zucker vermischt zur Stärkung nach bedeu-tenden Anstrengungen. Vgl. Bischof, „Chemische Untersuchungen des Mineralwassers zuGeilnau, Fachingen und Selters" (Bonn > 828).
Fächser, bei Luther Fäser oder Feser, heißen die jungen, bewurzelten, ein bis zweiJahre in leichtem Boden gelegenen, verpflanzbaren Weinreben, dann überhaupt alle Schnitt-linge, durch welche, wie beim Weinstocke, die Fortvflanzung der Gewächse geschieht.
Fachsystem nennt man in der Schulkunde diejenige Einrichtung, wornach die Schü-ler einer Schule nach ihren Kenntnissen in den einzelnen Lehrobjecten in besondere Lections-classen vertheilt sind, im Gegensätze zu dem Classensysteme, nach welchem jeder Schüler füralle Unterrichtsgcgcnstände nach den Gesammtfortschritten in ihnen derselben Classe ange-hört. Wenn auch das Fach - oder Lectionssystem den Vortheil darbietet, daß bei ihm alleineine genaue Classification der Schüler mit Rücksicht auf deren vorwaltende Anlagen für be-sondere Lehrfächer und den Grad ihrer Kenntniß in jedem einzelnen möglich, daß Einseitig-keit in der Bildung und das Zurückbleiben einzelner Schüler in einzelnen Lehrobjecten leick-tcr vermieden wird und die Fortschritte der Schüler in jedem Gegenstände des Unterrichtsmehr gesichert werden, so hat es doch auch den Nachtheil, daß bei ihm die Harmonie der Bil-dung, das Jneinandergreifen aller Lehrobjectc, der erziehliche Einfluß der Lehrer ungemeinerschwert wird. Zudem würde das Fachsystcm, wenn es streng durchgeführt werden soll, dieAnstellung so vieler Lehrer für jeden Unterrichtsgegenstand erfodern, als Classen für densel-ben angenommen werden müssen, was nicht nur aus äußern Gründen unmöglich ist, son-dern auch die Einheit des Unterrichts vollends zerstören würde. Deshalb wird das Fach-system in den gewöhnlichen Schulen niemals, in höhern Schulen nur bei wenigen, in demOrganismus des Unterrichts eigentlich nicht wesentlichen Unterrichtsgegenständen Platz grei-fen können. Der Ausdruck Fachsystem wird fälschlicherweise oft auch für Fachlehrer-system gebraucht. Unter diesem letzter» ist diejenige Einrichtung zu verstehen, wornach der-selbe Lehrer denselben Unterrichtsgegenstand auf allen Stufen oder in allen Eesammtclassenbehandelt. Ihm steht das Classenlehrersystem entgegen, wornach auf jeder Unterrichtsstufeoder in jeder Eesammtclasse der ganze Unterricht einem einzigen Lehrer übertragen ist. BeideSysteme sind an sich betrachtet einseitig und der Erreichung des Schulzwecks hinderlich. DasFachlehrersystem hat fast alle Nachtheile des Fachsystems, ohne einen der Vortheilc des Clas-scnsystems für sich ansprechen zu dürfen, und das Classenlehrersystem würde in Mittlern undober» Classen der Mittel- und höhern Schulen den Erfolg des Unterrichts wesentlich beein-Conv. - Lex. Neunte Vufl. V. 12