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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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172 Fabriken

Arbeiter macht stets nur einen gewissen Thcil der Arbeit. Die Vorthcile, welche dieses Ver- lfahren bietet, sind hauptsächlich folgende. Der Zeitverlust beim Übergange von einer Ope-ration zur andern, welcher um so größer ist, je heterogener die Operationen sind, wird ver-mieden. Die Arbeiter, immer auf dieselbe, meist sehr einfache Arbeit beschränkt, erlernen !dieselbe nicht allein geschwinder, sondern erlangen auch eine Schnelligkeit und Geschicklichkeit,welche ein Handwerker, immer zerstreut durch die Verschiedenartigkeit der Operationen, nichtzu erlangen vermag. Die stete Beschäftigung mit derselben Arbeit führt gute Arbeiter noth-wendig auf Verbesserungen an Werkzeugen oder Erfindung von Maschinen, wodurch dieArbeit an Präcision oder Schnelligkeit gewinnt. Man kann, da unter den einzelnen Arbei- 1ten nur wenige sehr schwierig sind, auch ungeschicktere Arbeiter, selbst Kinder mit Nutzenbeschäftigen, überhaupt jeden Arbeiter gerade dahin stellen, wo er das Vorzüglichste leistet.Alle Arbeiten, welche an jedem einzelnen Stücke auf völlig gleiche Weise ausgeführt werdenmüssen, kann man durch Maschinen verrichten lassen, sobald es die Sache selbst erlaubt.

Da es keinen großen Unterschied macht, ob die Reihenfolge der Operationen etwas verlän-gert wird, so ist man in geeigneten Fällen im Stande, eine weit allmäligcre Verfeinerungdes rohen Materials zu bewirken, wovon oft die Güte und Egalität des Products abhängt.Endlich wird man in Fabriken stets mehr Gelegenheit haben, die Abfälle jeder Art entwederselbst zu benutzen, oder doch mit Vortheil zu verwerthen. Diese Benutzung der Abfälle undNebenproducte wird aber hier durch keine Zunftrücksichten beschränkt. Der Wegfall desZunftzwangs erlaubt dem Fabrikanten, sich, wenn er es vortheilhast finden sollte, seine Werk-zeuge und Maschinen selbst zu verfertigen; ebenso macht er die fabrikmäßige Production vonGegenständen möglich, die sonst nur durch Concurrenz von mehren zünftigen Handwerkernverfertigt werden, wobei wir blos an die Wagcnfabrikation erinnern wollen.

Als nothwendige Folgen einer umsichtigen Benutzung dieser Vortheile ergibt sich zu-nächst eine billigere Production, als sie auf dem andern Wege unter sonst gleichen Umstän- !den möglich ist. Aber auch das Product wird, in den für den fabrikmäßigen Betrieb voll- k!kommen geeigneten Fällen, besser und von einer sonst nicht zu erreichenden Egalität. Überall, !wo ein im Wesentlichen gleichartiges Material zu einer großen Anzahl ebenfalls gleichför-miger Stücke zu verarbeiten ist, findet der Fabrikbctrieb seinen eigentlichen Platz; und jegleichartiger das Material, je übereinstimmender die zu producirenden Gegenstände, je ein-facher die vorzunehmendcn mechanischen Operationen sind, desto mehr wird man mit Ma-schinen machen können. Beispiele sind die Spinnerei, Weberei, Zeugdruckerei, Stecknadel- ,und Nähnadelfabrikation u. s. w. Aber auch die Verfertigung zusammengesetzter Artikel,selbst von verschiedenartigem Material, gestattet den Fabrikbctrieb, sobald nur die Zahl derzu verfertigenden Gegenstände groß und die Natur der Bestandtheile so ist, daß man sie ingroßer Zahl ganz übereinstimmend machen kann, so z. B. Uhren-, Gewehr-, Schlösscrfabri-kation u. s. w. Eine solche Fabrik zerfällt gewissermaßen in so viel einzelne kleinere Betriebe,als es zu fertigende verschiedene Theile gibt, die dann erst im Zusammensetzen und Adjustirenihre Vereinigung finden. Diese Zusammensetzung kann noch weiter getrieben werden, undcs entstehen dann Fabriken, in denen die heterogensten Arbeiten nebeneinander fortlaufen,z. B. Wagenfabriken. Diese letzter» Arten des Fabrikbetriebs gewähren den Vortheil, daßdie einzelnen Theile ihrer zusammengesetzten Producte so gleich sind, daß man sie gegenseitigauswechseln kann. Ost geben sich diese Fabriken selbst gar nicht mit dem Zusammensehen ,ab, sondern liefern nur einzelne Theile für Handwerker und andere Professionisten, so z. B. ^in der Uhrenfabrikation. Überall aber, wo es sich um eine gewisse Jndividualisirung jedeseinzelnen Stücks handelt, oder wo eine äußerste Vollendung der einzelnen Theile erfodertwird, läßt sich der Fabrikbctrieb nicht anwenden. So wird z. B. Schneidcrarbeit und Schuh-macherarbcit höchstens in Fällen von Armeelieferungen wahrhaft fabrikmäßig gemacht werdenkönnen. Über die Fälle, wo eine Anwendung von Maschinen möglich und rathsam ist, läßtsich im Allgemeinen nichts sagen; es hängt dies von der Natur der auszuführenden Opera-tion, von den Anschaffungs - und Unterhaltungskosten der Maschine ab. Zu den aufgezähl- ^ten Vortheilen des Fabrikbetriebs gehört endlich noch der, daß reelle Fabriken stets eine größereGarantie für die Güte der Arbeit bieten. Freilich wird auch oft fabrikmäßig schlecht gear-beitet, und namentlich sind Fabriken die wahren Fundgruben für alle ersinnliche Vortheile,