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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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V.'

170 Fabri Fabricius (HieronymuS)

Fabri (Joh. Ernst Ehregott), ein verdienter Geograph, geb. am 1 6.'Juli l 755 zuÖls in Schlesien, wo er seine Schulbildung erhielt, studirte in Halle und erhielt >786 dieaußerordentliche Professur der Geographie und Statistik. Im I. >79-1 übernahm er in Er-langen die Nedaction der daselbst erscheinenden Zeitung und wurde hier 1805 ordentlicherProfessor in der philosophischen Facultät. Er starb zu Erlangen am 30. Mai >825. Fürdas Studium der Geographie wurde er während seines Aufenthalts in Halle besonders durchSchütz gewonnen, für dessenElementarwerk" er die geographischen Abtheilungen lieferte.Unter seinen übrigen sehr zahlreichen geographischen Schriften sind hauptsächlich bekannt dasHandbuch der neuesten Geographie" (2 Bde., Halle >78-185; 10. Ausl., >8>9) undderKurze Abriß der Geographie" (Halle >786; 15. Ausl., >817), die vielfach benutzt, bisin die neuere Zeit sich sehr brauchbar bewährten.

Fabricius Luscinus (Cajus), einer der Männer, die den später» Römern als Mu-ster alter Sitteneinfalt und strenger Rechtlichkeit galten, entsetzte als Consul im J.282v.Chr.die Stadt Thurii, welche von den Lucancrn und Bruttiern belagert wurde, siegte über dieseund die Samniter und bewährte bei der Einbringung reicher Beute seine Uneigennützigkeit.Nach dem Siege des Pyrrhus (s. d.) über die Römer bei Heraklea im I. 280 wurde er zudem Könige nach Tarent gesandt, um die Auswechselung der Gefangenen zu bewirken; dasGold, das ihm Pyrrhus bot, wenn er den Frieden vermitteln wolle, wies er ebenso wie dieEinladung desselben, ihm mit hohen Ehren bekleidet zu folgen, zurück, und diese Festigkeit,die er auch gegen die Drohungen des Königs zeigte, vermochte diesen, die Gefangenen ohneLösegeld zu entlassen. Zum zweiten Male Konsul im I. 278, verschmähte er das Anerbietendes verrätherischen Arztes des Pyrrhus, diesen zu vergiften, und lieferte ihn dem Könige aus,der zum Dank wieder die röm. Gefangenen frei ließ. Während der Abwesenheit des Pyr-rhus in Sicilien war F. siegreich über die unterital. Völker. Das Censoramt verwaltete er imZ. 275 mit Q. ÄmiliuS Papus, der auch in seinem zweiten Consulate sein College gewesenwar. Als Beispiel alter Einfachheit wird erzählt, daß er den P. Cornelius Rufinus, weil erzehn Pfund Silber in Tafelgeräth besaß, als einen Verschwender aus dem Senate gestoßen.F. starb arm; der Staat übernahm die Ausstattung seiner Töchter, und um den Todten zuehren, wurde eine Ausnahme von dem Gesetze der Zwölf Tafeln gestattet und für ihn undseine Nachkommen eine Begräbnißstätte innerhalb der Stadt angewiesen.

Fabricius (Georg), eigentlich Eoldschmid, ein verdienter deutscher Gslchrter undDichter, geb. am23. Apr. 1516 zu Chemnitz, wo sein Vater das Goldschmiedehandwcrktrieb, ging, nachdem er in Leipzig studirt hatte, als Hofmeister eines jungen Herrn von Wer-thern nach Rom, wo er sich fleißig mit Altcrthumsforschungen beschäftigte. Nachdem er hier-aus einige Zeit in Strasburg privatisirt hatte, wuroe er Rector an der Fürstenschule zu Mei-ßen, in welcher Eigenschaft er bis an seinen Tod, am >3. Juli I57>, segensreich wirkte. Erwar ausgezeichnet als Gelehrter wie als Lehrer, redlich und bieder und so gottesfürchtig, daßer z. B. Bedenken trug, in seinen Gedichten die Namen der heidnischen Gottheiten zu gebrau-chen. Bei seinen Schülern war er so beliebt, daß sie nach seinem Tode sagten, wenn cs Gottgefiele, wollten sie ihn mit den Nägeln aus der Erde scharren. In Nebenstunden beschäftigteer sich mit Naturgeschichte, Musik und besonders mit Poesie, wie er denn wegen seiner Ver-dienste um die letztere von Kaiser Maximilian ll. zum Dichter gekrönt und in den Adelstanderhoben wurde. Eins der bemerkenswerthesten Erzeugnisse seiner Muse ist seine in Versenabgefaßte Reise nach Rom. Seine treffliche Ausgabe des Horaz (2 Bde., Bas. > 555, Fol.)wird noch jetzt geschätzt; geringer aber, obschon nach dem damaligen Maßstabe nicht unbe-deutend, ist sein Verdienst um die sächs. und deutsche Geschichte, welche er besonders in denWerkenkes misnicse" (1569) undRes 6er,»<miae et 8axnnise memoradiies" (1609von seinem Sohne Jakob E. herausgegeben) behandelte. Vgl. Schreker,Vita Oeoij-ü V."(Lpz.I7I7)undBaumgarten-Crusius,I>eKeor^HV. v,lsst8crsi>ti's"(Bd. I, Meiß. 1830).

Fabricius (Hieronymus), nach seinem Geburtsorte im Kirchenstaate ab Vgiiai-en-äeote genannt, ein berühmter Anatom und Chirurg, geb. >537, studirte in Padua unterFalopia (s.d.), dessen Nachfolger er als Lehrer der Anatomie und Chirurgie 1562 wurde.Neben andern Verdiensten, die er sich durch seine Gelehrsamkeit und seinen Ruf um die Uni-versität erwarb, hat er auch das, daß auf seine Veranlassung ein neues, schönes anatomische-