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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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168 Fableor Fabre d'Eglantme

aber jede Schlacht klug vermeidend, nöthigte er durch seine stets drohende Nähe den Feind,dem es an Lebensmitteln gebrach, zu immerwährenden Hin- und Widermärschen und ermü-dete und schwächte ihn so, während Nom wieder Kräfte sammelte. Doch gelang cs dem Han-nibal, ihn bei dem Passe Callicula listig zu täuschen und sich den Rückweg durch die GebirgeSamniums nach Apulien zu eröffnen. DasVolk theilte die Ungeduld des M. Minucius Rufus,der des Fabius Reiteroberster war, und sah wie dieser in dem klugen Zaudern des F., von demEnnius in dem berühmten Verse rmus iiomo nobis cunctancko rosüituit rem mit Recht sagt,daß cs den Staat gerettet habe, Mangel an Muth. Daher gab es wider alles Herkommendem Minucius gleiche Gewalt mit dem Diktator, bald aber ordnete sich jener wieder frei-willig unter, da er, vom Hannibal in einen Hinterhalt gelockt, nur dem F. seine Rettung zudanken hatte, und die Consuln des Jahrs führten, nachdem F. niedergelegt hatte, den Kriegnach seinem Beispiele fort. An den Vortheilen, welche die Römer, nachdem sie bei Cannä(s. d.) eine furchtbare Niederlage erlitten, in den I. 215 und 214 allmälig wieder errangen,hatte F. als Consul wesentlichen Antheil, und in seinem fünften Konsulate im 1.209 wurdeTarent, seit 216 einer der wichtigsten Stützpunkte Hannibal's, von ihm wiedcrerobert.Ein Zweig des Fabius'schen Geschlechts führte den Namen Pictor, von dem Fabius her, derzuerst unter den Römern als Maler durch die Ausmalung des im I. 302 geweihten Tem-pels der Salus sich ausgezeichnet hatte; ihm gehörte Q. Fabius Pictor an, der imzweiten pun. Kriege zuerst die Geschichte Roms schrieb, der älteste der sogenannten Annalisten.

Fasileor (im Plural Ksblisre; von dem lat. kübulsri, kabeilare, d. i. sprechen odererzählen) hießen in der Kunstsprache der nordfranz. Dichter des Mittelalters (s. Trouve-res) Diejenigen, welche blos zum Sagen und nicht auch zum Absingen bestimmte Gedichteverfaßten, oder auf diese Weise vortrugen, im Gegensätze zu den Chanteor, oder eigentlichenSängern, welche nicht nur zum Sagen sondern auch zum Singen bestimmte Gedichte ver-faßten oder vortrugen. Solche blos zum Sagen bestimmte und daher in das Bereich der Fa-bleor gehörige Gedichte waren die rom-ms ck'aveuture in unstrophischen kurzen Reimpaaren,kleinere Erzählungen (contes, daher die Verfasser oder Vorträger derselben conteor hießen),Sprüche (ckits, daher ckiseur) und vorzüglich Märchen, Fabeln und Anekdoten aus dem All-tagsleben (tsblisux).

Fabre d'Eglantme (Phil. Franc. Nazaire), franz. Dichter und Revolutionsmann,wurde zu Carcassonne am 28. Dec. 1755 geboren. Nicht ohne Talent, aber in Folge vonArmuth weder sorgfältig erzogen noch gründlich gebildet, gewann er als Jüngling bei denBlumenspielen zu Toulouse den Preis der wilden Rose (eßlsntine) und fügte fortan diesesWort seinem Namen bei. Ein regelloses Leben führte ihn auf das Theater; da er aber nurMittelmäßiges leistete, verließ er diese Laufbahn und begab sich im Alter von 30 Jahren nachParis, um dort der Literatur und Dichtkunst zu leben. Seine ersten Anstrengungen befrie-digten seinen Ehrgeiz keineswegs. Er schrieb seit 1787 mehre Lustspiele, die theils ohne In-teresse, theils mit Scandal über die Bühne gingen, bis ihm 1790 die Komödie>e kliilintede isoliere" außerordentlichen Beifall erwarb. Jhrfolgtenl/intrigue epistolsire",6on-valescent de qualite" und andere, die, wenn auch weniger ausgezeichnet, doch F.'s ausge-zeichnetes dramatisches Talent bekundeten. Seine Charaktere waren scharf gezeichnet, dieSituationen lebendig; allein sein rauher, dabei aber feuriger Stil entzog ihm die gebührendeAnerkennung bei den Ästhetikern. Beim Ausbruche der Revolution verband er sich, vonEhrgeiz getrieben, mit Desmoulins, Lacroix und Danton, und als letzterer nach den Ereig-nissen vom 10. Aug. 1792 das Justizministerium erhielt, wurde er Generalsecretair. AlsAbgeordneter von Paris kam er in den Convent, wo er für den Tpd des Königs ohne Beru-fung stimmte, aber nur geringes Talent als politischer Redner zeigte, und 1793 wurde«in den Wohlfahrtsausschuß gewählt. Obschon des Royalismus nicht ohne Grund verdäch-tigt und unwürdiger Geldspeculation bezüchrigt, klagte er doch die Wucherer im National-convent an und schlug das Gesetz des Maximum vor. Als Berichterstatter über die Einfüh-rung des republikanischen Kalenders lieferte er einen Beweis seltenerUnwiffenheit mit großerDarstellungsgabe. Wahrscheinlich um die gegen ihn gerichtete Beschuldigung abzuwcnden,ließ er sich am 24. Oct. 1793 als Zeuge gegen die Girondisten gebrauchen und klagte diesel-ben in wahrhaft lächerlicher Weise der Veruntreuung der königlichen Mobilien an. Als er