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Ezechiel
entwickelte. In Anerkennung seines Verdienstes wurde er von der gricch. Nationalversamm-lung zu Argos naturalisirt und zum Bürger von Athen ernannt. Zn Angelegenheiten derGriechen ging er 1827 auch nach London, wo er indeß nicht die Theilnahme fand, auf die ergehofft hatte. Vom Könige Ludwig von Baiern, der ihn 1825 in Italien kennen gelernthatte, erhielt er nach dessen Thronbesteigung im I. 1828 für seine Ausdauer in den Bemü-hungen um die Sache der Griechen mehrfache Beweise besonder» Wohlwollens. Zm Auf-träge des Präsidenten und der griech. Negierung, mit unumschränkter Vollmacht versehen,war er 1829 wieder in Paris, um die stanz. Negierung zur Unterstützung der Griechen undzur Garantie für eine neue Anleihe derselben zu vermögen. Als das Ministerium ihm imOct. 1829 Beides abschlug, entschloß er sich, die nöthige Summe von 700090 Francs auseigenen Mitteln und ohne Garantie nach Griechenland zu senden, und wendete sich dann mitseiner Bitte, die gricch. Freiheitssache zu unterstützen, direct an Karl X. und den Dau-Hin,worauf man ihm, nach einigen Unterhandlungen des Ministers der auswärtigen Angelegen-heiten mit dem russ. Cabinete Hoffnung machte, daß seine Bemühungen nicht erfolglos seien.Einer neuen Anleihe wegen ging er im Juni 1830 wieder nach London und von da nachParis, wo er seine Vollmacht der griech. Negierung an den Fürsten Soutzo abgab, da er sichden Winter über in Nom aufzuhalten beabsichtigte. Doch schickte er zuvor mehre Noten andie Gesandten der drei großen Mächte und bat die Conftrenz zu London, die Wahl einesBeherrschers von Griechenland und den Abschluß der versprochenen Anleihe zu beschleunigen.Auch in. Nom unterzog er sich mit demselben Eifer der Sache der Griechen. Mit dem griech.Präsidenten Kapodistrias stand er bis zu dessen Ermordung in engster Verbindung, wasihm Veranlassung gab, sich desselben in öffentlichen Blättern mit Wärme anzunehmen.Während des Aufstands in Kreta imJ. 1841, wendete er sich an die Mitglieder des vor-maligen griech. Comite in Paris und foderte sie auf, in Gemäßheit eines Schreibens, daser von der kretischen Commission in Griechenland erhalten, die philanthropischen Comite'swieder zu beginnen und sie für die Rettung der Christen im Orient zu benutzen. GleicheAuffoderungen ergingen an die andern vormaligen Eriechenvcreine in Frankreich, Deutsch-land und der Schweiz. Gegen dieses philhellenische Streben erklärte sich zwar das „äournal Oesöebats", doch bildete sich in Lyon wieder ein Hülfsverein, und den 14. Juli erließ E. imDienste derselben Sache ein zweites Sendschreiben von Beaulieu bei Genf aus, worin er un-ter Anderm sagt: „Ich glaube, man erwiese dem osman. Reiche und den kretischen Christeneinen Dienst, wenn man die Insel mit dem Königreich Griechenland verbände, und dieses da-für eine jährliche Subsidie an die Pforte zahlte." Die baldige Unterdrückung des Aufstandsin Kreta vereitelte seine Bemühungen, welche darum nicht minder ehrenwerth sind. Vonseinem bedeutenden Vermögen, einer Frucht seiner Einsicht und Thätigkeit, macht er fort-während den edelsten Gebrauch. Namentlich ließ er in Genf, wo er sich gegenwärtig auf-hält , mehre prachtvolle Gebäude aufführen, wodurch er den Sinn für schöne Baukunst nichtwenig förderte und den Künstlern Gelegenheit gab, ihre Talente zu zeigen. Von ihm sinddie „I.ettres et Oocuments ulUcielo reist, sux llivers eveneinents <le 6rece" (Par. 1831).
Ezechiel, einer der hebr. Propheten, war der Sohn des Priesters Busi und wurdeim I. 598 v. Chr. als Jüngling mit dem Könige Jojachin von Juda auf Nebukadnczar'sBefehl nach Mesopotamien abgeführt. Er erhielt seinen Wohnsitz unter den jüd. Gefangenenan den Ufern des Flusses Chaboras und trat zuerst im I. 594 als Prophet auf, um die Ju-den, unter denen er mindestens 22 Jahre wirkte, über ihre dermalige Lage und die zu erwar-tende Zukunft zu belehren. Die von ihm im Alten Testamente aufbewahrten Reden zerfal-len in drei Hauptabtheilungen. Die erste (Cap. I—24), abgefaßt vor der letzten EroberungJerusalems durch Nebukadnezar, kündigt dem Reiche Juda wegen fortdauernder Untreuewider Gott völligen Untergang an; die zweite Abthcilung (Cap. 25—32) droht den benach-barten Völkern, welche über Judas Fall schadenfroh jauchzen, mit göttlicher Strafe, und diedritte (Cap. 33—48), abgefaßt nach dem Aufhören des Reichs Juda, verheißt dem hebr.Volke die dereinstige Wiederbcfreiung und die Gründung eines neuen Jerusalem. Man fin-det bei E. gesuchte Symbolik, schwer verständliche Allegorien, aber hin und wieder auch, wieim Cap. I und 2, erhabene Visionen. Der Text ist theilweise glossirt und überarbeitet und