Druckschrift 
5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
Seite
164
Einzelbild herunterladen
 

164 Czetin i

läßt sich oft nach der alexandrin. Übersetzung verbessern. Der neueste Commentar über E.ist von Hävernick (Erl. 1843).

Ezelin, auch Ezzelino da Romano oder der Dritte genannt, zu den Zeiten Kai-ser Friedrichs II. das Haupt der Ghibellinen in Italien, ein Sohn Ezzelino des Mönchs,stammte von einem ursprünglich deutschen Rittergeschlechte ab, das, vom Kaiser Konrad II.für seine Treue und seinen Heldcnmuth mit den Burgen Onara und Romano belohnt, anReichthum, Macht und Ansehen in Italien schnell wuchs. Geb. am26.Apr. I l 9-1 zu Onara .

in der Mark Trcviso, vereinigte E. alle die rühmlichen Eigenschaften, durch welche seine Fa-milie sich stets ausgezeichnet hatte, in hohem Grade in sich, verdunkelte sie aber später durchebenso viele und große Leidenschaften und Laster, namentlich durch eine beispiellos furchtbareGrausamkeit. Schon von früher Jugend an nahm er Theil an den Fehden seines Hausesmit dem der Este, Bonifacio und andern, machte sich zum Podestä von Vetona und schloßsich hierauf Kaiser Friedrich II., als dieser mit den Lombarden Krieg führte, aufs engste an.Zum Lohne für seine ausgezeichneten Dienste erhielt er vom Kaiser nicht nur dessen natürlicheTochter Selvaggia zum Weibe, sondern auch 1237 das Oberstatthaltcramt über Padua.Von jetzt an schien sein Plan gefaßt, für sein Haus eine selbständige, längst vorbereitete Machtzu gründen, welche die ganze trevisanische Mark umfassen sollte. Rasch nacheinander unter-warf er sich Vicenza, Verona, Feltre, Baffano, Belluno und das ganze nordöstliche Italien,und jedes Mittel der Gewalt und Arglist mußte ihm dienen, seine Herrschaft zu befestigenund zu erweitern. Wer diesem Unterjochungsplane sich widersetzte oder sonst der Untreue undeinstigen Rache verdächtig erschien, wurde eingekerkcrt, gefoltert, verstümmelt und endlich aufgrausame Weise hingerichtet. Sich eineGeißel Gottes" nennend, ließ E. die edelsten Ge-schlechter zu Padua und zu Verona bis auf den letzten Mann vertilgen; Freunde und Ver-wandte, wenn sein Verdacht sie traf, grausam tobten und kein Geschlecht, kein Alter schonen.Der leiseste Argwohn, die unschuldigste Äußerung, die zufälligste Auszeichnung durch Reich-thum, Geburt, Kunst oder Wissenschaft genügten für ebenso schnelle Verhaftung als Ab-urtheilung. Dabei zeigte er jedoch gegen Kaiicr Friedrich, um dessen Schutz es ihm zu thunwar, unausgesetzt die ehrfurchtsvollste Treue, sowie er auch nachher dessen Sohn Konradbei allen Unternehmungen in Italien auf das eifrigste unterstützte. DieNachstellungen gegenE.'s Leben wurden durch seine Wachsamkeit, die Auflehnungen gegen seine Macht durchseineTapferkeit und Kriegserfahrung vereitelt; selbst der Bannfluch, den Papst Znnocenz 1252gegen ihn schleuderte, blieb erfolglos. Nur als er endlich im I. 1256 auch Mantua anzu-greifen wagte,,-um hiermit zur Herrschaft über ganz Lombardiert zu gelangen, kamen seineFeinde zu der Überzeugung, daß man entweder vor dem Falle dieser Stadl ihn angreifen,oder auf immer die Hoffnung, den Tyrannen zu stürzen, aufgeben müsse. Ein Kreuzheer,an dessen Spitze der Erzbischof Philipp Fontana von Ravenna stand, wurde gegen ihn auf-geboten, und mit diesem vereinigten sich die Flüchtlinge Paduas, Vicenzas, Trevisos undanderer Städte. Padua wurde von ihnen erobert und auch gegen E-, als er zum Entsätze derStadt heranzog, glücklich behauptet. Dagegen verlor das verbündete Heer die Schlacht beiTorricella; der Podesta von Mantua, der Erzbischof Philipp sammt den meisten Scharen,welche dem Schwerte des Feindes entronnen waren, kamen in Gefangenschaft, und E. nahm :hierauf Brescia ein. Hierdurch stieg E.'s Macht höher als je zuvor, sodaß er von neuem auch ^zu größer» Grausamkeiten sich verleiten ließ. Als er jedoch, im Vereine mit der gehaßtenPartei des Adels in Mailand, Oberitalien sich zu unterwerfen strebte, bildete sich ein neuerBund gegen ihn. Palavicino und Buoso da Dovera, früher seine Verbündeten, stellten sichihm bei Soncino am Oglio entgegen, der Markgraf von Este nahm seine Stellung bei Ma-laria, und Martina della Torre zog nach Cassano an der Adda, von wo aus er den Andernzu Hülfe eilen konnte und zugleich Mailand deckte. E. eilte über die Adda und würde, ohnedaß es Torre geahnt hätte, Mailand erreicht haben, wenn jnicht durch die Bergameser seinZug verrathen worden wäre, worauf Torre ihn zurückdrängte. Vergebens suchte nun E- dieBrücke von Cassano, den einzigen Ubergangspunkt, zu stürmen und wurde hierbei verwun-de«. Zwar führte er dessenungeachtet sein Heer drwch eine von seinen Gegnern unbeachteteFurth auf das linke Ufer der Adda, allein als die Bresciancr im entscheidenden Augenblickevon ihm abflelcn und endlich auch der Rückzug nach Bergamo ihm abgeschnitten wurde, he-