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Eylert Eynard '
ausgefochten werden. In der Nacht marschirte das russ. Heer über Schmoditten nach Kö- 4nigsbcrg, welches cs am 9. erreichte; Lestocq ging über Domnau nach Allenburg, um dienächste Verbindung mit Rußland zu sichern. Der Verlust in der Schlacht war aus beiden !Seiten ungemein groß; der russ. kann auf I8VVV Tobte und Verwundete berechnet, der 1franz. ebenso groß angenommen werden. Am 16. Febr. verließ Napoleon E. und bezoghinter der Passarge Winterquartiere; die Russen aber folgten langsam nach.
Eylert (Rulcmann Friedr.), erster evangelischer Bischof und königlicher Hofpredigerzu Potsdam und Capitular zu Brandenburg, wurde am 5. Apr. 1779 zu Hamm in derMark geboren, wo sein Vater Prediger bei der reformirten Gemeinde und Professor am rGymnasium war, und erhielt auf letzterm seine Schulbildung. Nachdem er in Halle seinetheologischen Studien beendet, wurde er dritter und bald darauf zweiter Prediger und Nach-folger seines Vaters zu Hamm. Von seiner Gemeinde geachtet und geliebt, lehnte er denRuf als Consistorialrath nach Münster und später als Prediger nach Bremen ab, ging je- !doch 1896, von dem nachherigen Minister Stein empfohlen, als Hof-, Garde- und Garni- !sonprcdiger nach Potsdam. Sehr wohlthätig wirkte er in der damals drangvollen Zeit, un-ter Andcrm gründete er durch Herausgabe asketischer Schriften und durch gesammelte Bei-träge auch eine Speiseanstalt. Als er nachher Hof- und Domprcdiger in Berlin werdensollte, bat die Stadt Potsdam, daß er ihr erhalten werde, was auch geschah. Zum Andenkender verewigten Königin Luise von Preußen gab er 1816 eine Schrift heraus, aus deren Er-trag er eine Stiftung zur jährlichen Ausstattung armer tugendhafter Brautpaare am To-destage der Königin machte, die jetzt noch besteht. Bei der Jubelfeier der Reformation 1817crthcilte ihm die theologische Facultät zu Halle die theologische und die philosophische Facul-tät die philosophische Doktorwürde. Nach dem Tode des Bischofs Sack wurde er 1817evangelischer Bischof, Mitglied des Staatsraths und auf den Antrag des Ministers vonAltenstein Mitglied des Ministeriums der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten. Unter jseinen asketischen Schriften nennen wir die „Betrachtung über die lehrreichen Wahrheitendes Christenthums bei der letzten Trennung von den Unsrigen" (-1. Aust., Magd. >834),„Homilien über die Parabeln Jesu" (Halle 1806; 2. Aust., 1819) und „Predigten überBedürfnisse unsers Herzens und Verhältnisse unsers Lebens" (Halle 1813). Mit Hau-stein und Dräseke gab er „Neuestes Magazin von Fest-, Gelegenheits- und andern Predigtenund kleinen Amtsreden" (4 Bde., Magdeb. 1816—20) heraus. Zur Feier des Jubelfestesder augsburgischen Confession erschien seine vielbesprochene Schrift „Über den Werth und die >Wirkung der für die evangelische Kirche in den königlich preuß. Staaten bestimmten Liturgie !und Agende" (Potsd. 1830) und neuerdings veröffentlichte er „Charakterzüge und histo-rische Fragmente aus dem Leben des Königs von Preußen Friedrich Wilhelm's III." (Bd. 1 ^und Bd. 2, Abth. I, Berl. 1842—44), die um so interessanter sind, je näher E. dem verewig-ten Könige stand, weshalb auch deren erster Band in einem Jahre rier Auflagen erlebte.
Eynard, Banquier zu Genf, einer der edelsten, einsichtsvollsten und thätigsten Phil-hellenen, geb. 1775 zu Lyon, wo sein Vater ein Handelshaus besaß, stammt von einer franz.Familie ab, die während der Neligionsverfolgungen in Frankreich nach Genf auswanderte, ,wo sie das Bürgerrecht erlangte. Bei der Belagerung Lyons im I. 1793 focht E- in denReihen der Vertheidiger dieser Stadt und floh, als sie von der Armee des Convents genom- tmen wurde, mit seiner Familie nach Genf. Einige Zeit darauf errichtete er ein Handels- ;Haus in Genua; als Freiwilliger nahm er unter Maffc'na Dienste, als dieser die Stadt zuvcrtheidigcn hatte. Im 1.1801 begab er sich nach Livorno, wo er für den damaligen Königvon Etrurien ein Darlehn übernahm, das ihm großen Gewinn brachte, und erst >810 kehrteer nach Genf zurück. Von Allen hochgeachtet wegen seiner geistigen Bildung und seine-liebenswürdigen Umgangs, erschien er 1814 als Abgeordneter der Republik Genf auf demKongresse zu Wien. Im I. 1816 berief ihn der Großhcrzog von Toscana, um sich seinesRaths in Hinsicht auf Einrichtung der Verwaltung zu bedienen. Auch ging er als dessenAbgeordneter >818 zum Kongreß nach Aachen und erhielt von demselben, nachdem er 1820nach Toscana zurückkehrte, mehrfache Auszeichnungen. Später kehrte er nach Genf zurück,wo er sich seit 1824 eifrig der Sache der Griechen annahm. In ihrem Interesse begab e?sich 1825 nach Paris, wo er als Mitglied des Griechencomice eine erfolgreiche Thätigkeit