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Eylau
daß sie sich aus eigenen Kräften nicht mehr über diesen Realismus der Darstellung zu erhe-ben vermochte und daher selbst in ihrem größten Repräsentanten, Albrecht Dürer, einerdüster», bodenlosen Phantasie verfallen erscheint. Die Glasmalerei soll Joh. van E. dieErfindung verdanken, auf ganzen Scheiben mit Verschmelzung der Farben und sehr zartenÜbergängen des Colorits dergestalt malen zu können, daß keine Verwischung möglich ist, wasbis dahin nur durch Zusammenfügung (Mosaik) einzelner bunter Glasstückc zu erreichenwar. Jedenfalls ist dies indeß nur in sehr eingeschränktem Sinne zu verstehen, daselbstdie trefflichsten Glasgemälde vom Ende des 15. und Anfang des >6. Jahrh. keine eigent-lichen Farbenübergänge finden, wo solche nicht durch Ausschleifung zu bewirken waren.Die Hauptbilder der Brüder van E. und ihrer Schule finden sich im Dom zu Gent, in derMuseen zu Brügge, Antwerpen, Berlin, München und Paris. Vgl. Waagen, „Hub. undJoh. van E." (Bresl. 1822), Schnaase, „Niederländische Briefe", Passavant, „Kunstreistdurch England und Belgien", Keverberg, „ Usulr», princesse lrrit-m., cl'spres In legendeet les peintures d'HemIing" (Gent 1818) und Kugler, „Geschichte der Malerei".
Eylau, gewöhnlich Preußisch-Eylau genannt, eine Stadt von 2IU0 E- im Re-gierungsbezirke Königsberg, wurde insbesondere durch die Schlacht am 8. Febr. 1807 denk-würdig. Benningsen hatte über Landsberg, in dessen Nähe bei Hof am 6. seine Arrieregardeein rühmliches Gefecht bestanden, E. erreicht und ordnete hier am 7. sein Heer auf den wellen-förmigen Höhen, nördlich des Städtchens, zur Schlacht. Am Nachmittage des 7. drängteNapoleon die russ. Arrieregarde nach der Stadt, doch behaupteten die Russen sich in derenBesitze, trotzdem daß die Franzosen in dieselbe eindrangen und die hochgelegene Kirche mitdem Kirchhofe genommen hatten. Um 6 Uhr Abends räumte Benningsen E.; er hatte seinenZweck erreicht, er wollte nur verhindern, daß Napoleon nicht an demselben Tage noch gegenseine Stellung vorschreiten konnte. Davoust hatte zu gleicher Zeit in seiner flankirendenBewegung über Heilsberg mit seiner Avantgarde die große Straße, die von Bartensteinüber E- nach Königsberg führt, bei Bcisleiden, eine Meile von E., erreicht, während Ney ingleicher Entfernung bei Orschen und Lcstocq bei Husschnen, zwei Msilen von E., standen.Benningsen wollte bis Allenburg zurückgehen, wo er seine Verstärkungen erwartete, Lcstocqsollte Königsberg vertheidigen; dazu war er aber zu schwach. Benningsen konnte indeß auchKönigsberg ohne Schlacht nicht preisgeben und so blieb ihm für die taktische EntscheidungE- der äußerste Punkt. Napoleon fürchtete, die Russen würden hier wieder der Schlachtausweichen, desto erfreulicher war es ihm, sie, als am 8. Febr. der Tag graute, noch vor sichzu finden, und schnell traf er nun seine Anordnungen. Soult bildete den linken Flügel, E.,welches er besetzte, hinter sich; rechts neben E. stand Augereau, neben diesem die DivisionSaint-Hilaire, hinter beiden 75Escadrons Reservecavalerie unter dem Großherzog vonBerg (Prinz Murat); hinter der Kirchhofshöhe hielten die Garden, 8 Bataillone und 16Escadrons unter Bessieres. Das franz. Heer mit Davoust und Ney zählte 80000 M.;Bernadotte war einige Tagemärsche zurück. Den Franzosen gegenüber lehnten die Russenunter General Tutschkow ihren rechten Flügel an Schmoditten, ihre Mitte unter GeneralSacken durchschnitt die Straße, die von E- nach Domnau führt; ihr linker Flügel unterGeneral Ostermann-Tolstoy reichte bis an die Kreegeberge, an deren Fuß Serpallen liegt,welches am Abende des 7. von einem Theil der Arrieregarde zum Schuh des linken Flügelsbeseht war, zahlreiche Reserven unter dem General Doctorow und Fürst Gallizin standenhinter der Mitte. Sie zählten 58000 M., waren aber an Artillerie den Franzosen überle-gen; sie hatten die Verbindung über Domnau nach Allcnburg in ihrer linken Flanke, dieüber Schmoditten nach Königsberg dagegen hinter dem rechten Flügel. Die gegenseitigenArtillerien waren in große Batterien zusammengezogcn vor der Front vertheilt. Napoleon'sDisposition war folgende: Davoust sollte den Rücken und die linke Flanke der Russen undSaint-Hilaire ihren linken Flügel angreifen; waren diese Angriffe von Erfolg, so solltenAugereau und die Reserveavalerie durch ein Vorgehen gegen die Mitte die erster» unter-stützen E- als Pivot behaltend, und Alles gegen den rechten Flügel werfen, wo Napoleon aufein Einschreiten Ney's rechnete; die Schlacht sollte also eine Vernichtungsschlacht werdcrl,doch die späte Ankunft Davoust's und das Ausbleiben Ney's machten theilweise den Planscheitern. Am grauenden Morgen eröffnete Benningsen die Schlacht durch das Feuer seiner