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Eyck
tha vanE., die ebenfalls Malerin war. Johann brachte das Werk 1432 zu Ende undkehrte hierauf mit seiner Frau nach Brügge zurück, wo er an dem glänzenden Hofe Philippdes Guten bis an seinen Tod, der wahrscheinlich 1445 erfolgte, reich lohnende Beschäftigungfand und noch viele herrliche Werke ausführte. Was seinen Ruf schon bei seinen Lebzeitenaußerordentlich erhöhte, war die durch ihn bewirkte Einführung der Ölmalerei (s. d.),deren Erfindung ihm sogar von Mehren nach seinem Tode, wiewol fälschlich, zugeschriebenwurde. Als das Wichtigste aber, was die Brüder van E. geleistet, erscheint die mit jenemtechnischen Fortschritt ohne Zweifel in Verbindung stehende neue Richtung, die sie ihrerSchule (der sogenannten altflandrischen) und mittelbar der ganzen nordischen Malereigaben. Ihre Vorgänger hatten sich fast ausschlicßend in kirchlichen Darstellungen bewegtund an denselben nur das speciell zur Andacht Dienende zur Erscheinung gebracht; daher derden Himmel verstellende Goldgrund, die Ruhe und der einfach milde, imposante Faltenwurfsowie die Sanftheit und Gottseligkeit der Gesichtszüge; daher aber auch der Mangel anDurchbildung in Gestalt und Gewändern und bei weniger befähigten Malern das gedanken-los starre Versinken in einen durch die Tradition gesicherten Typus. Trotzdem kann mandiese Stufe der Malerei als einen naiven Idealismus bezeichnen, der auch bei sehr beschränk-ten Kunstmitteln gar wohl gedeihen konnte; denn je weniger sich der Maler um Composition,Beleuchtung und Bewegung abzumühen hatte, um so eher konnte er Alles, was von Poesiein ihm wohnte, in dem einen Brennpunkte seiner Darstellung, dem menschlichen Antlitz,sammeln. Seit Anfang des 15. Jahrh. tritt auch in der Malerei ein Umschwung ein, derim Volksleben und in der Literatur sich schon früher Bahn gemacht hatte. Dieselbe Periodedes zersetzenden klaren Verstandes nämlich, welche als Vorbotin der Reformation an derStelle der Heldensagen die Thierfabel, den Schwank und Volksbücher, wie Tyll Eulenspie-gel, in Aufnahme brachte, drang nun in die bildende Kunst als Realismus ein. An-klänge hiervon finden sich schon bei Meister Stephan von Köln; die eigentlichen Träger desUmschwungs aber sind die Brüder van E., welche mit einem Male eine neue Auffassung,Darstellungsweise und Technik schafften und rasch in den weitesten Kreisen zur Geltungbrachten. Statt der Ideale stellten sie Individuen und Charaktere dar, großentheils Por-traits; statt des überirdischen Glanzes ein naturgetreues Costum, zum Theil vom Hofe Phi-lipp des Guten, und häusliche und landschaftliche Umgebung. Statt des Goldgrundes,den nur Hubert van E. für die drei ober» Figuren der Anbetung des Lammes beibehielt,sehen wir perspektivisch richtig vertäfelte Zimmer mit Kaminen, Städte mit Thürmen, Kir-chen und lebhaften steilen Gassen, saftige, blumenreiche Wiesen, Bäume mit sehr entwickeltemBaumschlag, ferne blaue Berge und einen Himmel mit zarten weißen Wölkchen. In denFiguren selbst finden sich Anfänge anatomischer Studien, wenigstens in Händen, Füßen undAntlitz, denn eine weitere Entwickelung des Nackten gestattete ein übertriebenes Schamge-fühl nicht, weshalb es auch den Figuren und Gruppen meist an Haltung fehlt. Auch läuftmanches Herbe und Kalte in den Gesichtszügen mit unter, was durch die glänzende, minia-turmäßige Behandlung um so sichtbarer hervortritt. Höchst vortrefflich ist die Bezeichnungdes Stoffs, seien es gestickte Gewänder und goldene Rüstungen oder hölzerne Geräthschaf-ten und Nebensachen, was nur durch das technisch und künstlerisch vollkommene, selbst muth-williger Zerstörung trotzende Colorit möglich war. Auch die besten Venetianer haben selteneine so leuchtende, durchsichtige Färbung. Merkwürdigerweise thut sich gleichzeitig in derflorentinischen Schule mit Masaccio (s. d.) ebenfalls eine gewisse Hinneigung zum Rea-lismus kund, während auch die Linearperspective durch die Bestrebungen der Paolo Uccellovollkommener durchgebildet wurde. Die Brüder van E. hatten einer Grundrichtung derZeit den ersten Ausdruck verschafft und so fielen ihnen bald alle gcrman. Schulen zu, zu-nächst die kölner, bald auch die oberdeutsche. Als ihre unmittelbaren Schüler werden ge-nannt Gerald van der Meir oder Meeren, Justus von Gent, der in Italien arbeitete, Ro-gier van Brügge und Antonello von Messina, der die bei den van E. erlernte Ölmalerei nachVenedig gebracht haben soll. Zunächst diesen folgte Joh. Memling (s. d.), vielleicht dertiefste Geist der Schule. In weiterm Sinne können auch Dürer und Holbein ebenso wieKranach und Lukas van Leyden, als abhängig von dem großen Impulse dieser sogenanntenaltflandrischen Schule betrachtet werden. Denn das war das Fatum der deutschen Malerei,