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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
Seite
149
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Ewiger Jude Exaltation 1^-1

Weltfriede bezeichnet daher das oberste Princip für die höchste wissenschaftliche Entwickelungaller diplomatischen Verhältnisse der Staaten zueinander. Was aber die äußere organischeEinrichtung betrifft, so sind zur Zeit nur noch unvollständige Versuche und Vorschläge ge-mache worden. Ob Heinrich IV. von Frankreich, als er sich zum Feldzuge gegen die Nieder-lande gerüstet hatte, wirklich mit dem Plane umging, die Macht des span.-östr. Hauses zuschwächen und Europa in einen Staatenbund von 14 ungefähr gleichen Staaten und Con-föderationen mit einem beständigen Congrcsse zu verwandeln, ist als historische Thatsachcnicht völlig erwiesen. Aus Sully's Memoiren, wo Unterhandlungen mit der Königin Eli-sabeth und König Jakob I. über diesen Plan angeführt werden, führte sie der Abbe Castcl deSt.-Pierre in einem besonder» WerkeUroset <Is rendre In paix perpötuelle en Lurope"(3 Bdc., Par. 1716) weiter ans und gab sie sodann in einem verbesserten Auszuge, welcherden ersten Band seinerOuvra^es de politi^ue" (16 Bde., Par. 1733) ausmacht. Manhat den Abbe de St.-Pierre lange als einen gutmüthigen Schwärmer verlacht, aber seinefünf Artikel des Fundamentalvertrags sind in der deutschen Bundesacte fast wörtlich wie-derholt, und auch in seinen übrigen politischen Schriften zeigt er einen ebenso tiefen prak-tischen Verstand. Kant's erwähnte Schrift ist von ganz anderer Beschaffenheit. Er zeigt,daß es keine festere Garantie des Friedens gibt als starke ständische Verfassungen mit Öffent-lichkeit der Verhandlungen. Auch die Heilige Allianz (s. d.) war der Versuch einer po-litischen Organisation, welche Erhaltung des Besitzstandes der Staaten gegeneinander unddes Bestehenden im Innern derselben, sowie Vermeidung der Kriege, wenn sie nicht irgendeinen als gerecht anerkannten Grund haben, zum Zwecke hat.

Ewiger Jude. Die Legende vom ewigen Juden, der nicht sterben kann, sondernzurStrafe umherwandeln, bis ihm Christus beim jüngstenGericht das Urtheil sprechen wird,wurde, wie es scheint, durch die Stelle im Evangelium Johannis (21, 22 fg.) veranlaßt, woJesus vom Johannes sagt:So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet cs dich an?Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nickt."Sie entstand wahrscheinlich im 13. Jahrh., wo sic Matthäus Parisicnsis zuerst erzählt, undist auf das jüdische, in aller Welt zerstreute, nirgend heimische Volk zu deuten. Nach der ge-wöhnlichen Annahme ist der ewige Jude der Schuhmacher Ah asv eru s zu Jerusalem, der,als Christus auf dem Wege nach Golgatha vor seinem Hause ruhen will, ihn forttrieb; nacheiner andern der Thürhüter des Pilatus, Kartaphilus, der, als er Jesum aus dem Gerichts-saale seines Herrn führte, ihn mit der Faust in den Rücken schlug. Betrüger benutzten bisins vorige Jahrhundert herab den Glauben an diese Sage und gaben sich für den ewigen Ju-den aus; auch fehlte cs daher nicht an Leuten, die ihn von Zeit zu Zeit in den verschieden-artigsten Gestalten gesehen zu haben behaupteten. Das Volksbuch, welches die Geschichtedes ewigen Juden ausführlich erzählt, wurde sehr oft in lat., franz., Holland, und deutscherSprache gedruckt. In neuerer Zeit behandelte die Sage Schubart in seiner kräftigen Weise,A. W. Schlegel in der RomanzeDie Warnung", Goethe (Aus meinem Leben", Bd. 3)und Jul. Mosen in einem epischen Gedicht (Drcsd. u.Lpz. 1838); gegenwärtig hat sie EugeneSue zum Stoff eines Romans erwählt, der zunächst im(iionstitutiomiel" erscheinen wird.

Exact heißt genau; exacte Wissen schäften nennt man die, welche in der Unter-suchung der ihnen vorliegenden Probleme sich nicht mit ungefähren Abschätzungen begnügen,sondern nach genau bestimmten und streng bewiesenen Erkenntnissen streben. Das ist vor-zugsweise da möglich, wo das Object der Erkenntnis an Größenverhältnisse gebunden, daherman die Wissenschaften, in deren Gebiet eine Anwendung der Mathematik möglich ist, z. B.Physik, Astronomie, Mechanik, exacte Wissenschaften nennt. Unter den neuern philoso-phischen Systemen hat das Herbart'sche diesen Namen für sich in Anspruch genommen.

Exaltation nennt man in besonderm Sinne die Erhebung eines Gemüthszustandesauf eine Stufe, die höher ist als die gewöhnliche. Jedes Gefühl, jedes Begehren und Ver-abscheuen ist der Exaltation fähig, der Verstand jedoch nur in gewissem Sinne, wenn erdurch Bildung geschärft oder, vorher gesunken, wieder erhoben wird. Gewöhnlich aber ver-steht man unter Exaltation die Erhebung des Gefühls oder Willens zum Affcct oder zurLeidenschaft, welche beide dann aus dem Gebiete der Gcmüthsbewcgungen in das der Ge-mülhsstörungen übertreten können und so krankhafte Erscheinungen darstellen, die im All-