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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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150 Exanthem Excentrisch

gemeinen mit demselben Namen bezeichnet, als deren besondere Arten aber Schwärmerei,Wuth, Raserei u. s. w. genannt werden.

Exanthem nennt man einen Hautausschlag, der sich durch Veränderung der Farbeoder der Form der Haut kund gibt, nicht aber jede Hautkrankheit. Die Exantheme bieteneine unendliche Verschiedenheit dar- sodaß eine vollständige, durchgehend consequente Classi-fication derselben kaum möglich ist, die besonders von Willan und Alibert versucht wurde.Den meisten praktischen Werth hat die Eintheilung in acute Exantheme, welche noth-wendig von Fieber begleitet sind, wie Scharlach, Masern, Blattern u. s. w., und chron ischeExantheme, zu denen das Fieber nicht wesentlich gehört, und die eine unendliche MengeFormen darstellen. Die Ursache eines Exanthems ist entweder ein eigenthümlicher Krank-heitsstoff, dsr auf diesem Wege ausgeschieden wird, oder eine Dyskrasie, oder eine fehler-hafte Beschaffenheit der Haut.

Exarch war der Titel des byzantin. Oberfeldherrn und Statthalters in Italien. Ihnnahm, nach der Abberufung desNarscs (s. d.), der durch die Besiegung der Gothen Italiendem byzantin. Reiche wieder gewonnen hatte, im I. 567 sein Nachfolger Flavius Longinusan, und das Gebiet der Statthalterschaft selbst erhielt den Namen Exarch ar. Der Sitzder Exarchen, deren auf Longinus noch l 6 folgten und unter welchem Duces in den einzel-nen Städten nebst dazu gehörigen Gebieten den Befehl führten, war Ravenna. Auf dasLand in der Nähe dieser Stadt, die heutige Romagna und die Küste von Nimini bis Ancona,wurde der Umfang des Exarchats allmälig theils durch die Eroberungen der Langobarden,theils dadurch, daß die Duces von Venetien und Neapolis von dem Exarchen, der Bischofvon Rom, Gregor ll., aber vom byzantin. Reiche überhaupt sich unabhängig machten, ein-geschränkt, und selbst dies kam schon 728 auf kurzeZeit in den Besitz des LongobardenkönigsLiutprand. Im I. 752 machte Aistulf, der nach Rachis, Liutprand's Nachfolger, Königder Langobarden war, der byzantin.Herrschaft zuNavenna ein Ende, aber schon 755 mußteer das Exarchat an den fränk. König Pipin den Kleinen abtrctcn, welcher selbst dem rüm.Bischof Stephan II. das Patriciat über dasselbe übertrug. In der christlichen Kirche warExarch ursprünglich ein Titel der Bischöfe, später der eines Bischofs, unter welchem mehreBischöfe standen. Ihn führten die Bischöfe von Alexandria, Antiochia, Ephesus, Cäsareäund Konstantinopel, bis sie ihn mit dem eines Patriarchen vertauschten.

Excellenz. Diesen Titel führten zuerst die longobard., dann die fränk. Könige unddeutsche Kaiser bis zum 14. Jahrh. Darauf wurde er im 15.Jahrh. von den ital. Fürstenangenommen, die ihn jedoch, seitdem im I. 1593 der franz. Gesandte in Rom, Herzog vonRevers, sich desselben bediente, was andere Gesandte ersten Ranges nachahmtcn, gegen Al-tezza vertauschten. Die Kurfürsten erhielten im westfälischen Frieden, die übrigen Fürstenerst später, das Recht, Gesandte mit dem Titel Excellenz zu ernennen, worauf dann dieReichsgrafen, welche diesen Titel eine Zeit lang ebenfalls geführt hatten, statt desselben dasPrädicat Erlaucht oder Hochgräflichc Gnaden annahmen. Seit 1654 fingen die Franzosenan, ihren höchsten Civil- und Militairbcamteten den Titel Excellenz bcizulcgcn, und diesemBeispiele eiferte man auch bald in Deutschland nach, wo im 18. Jahrh. sogar akademischeDocenten und Professoren (Schulexcellenz) jene Auszeichnung in Anspruch nahmen. So, ist der Titel Excellenz fast durchgängig, mit Ausnahme Frankreichs, wo er den Ducs zu-kommt, und Italiens, wo jeder von Adel ihn führt, in einen Amts- oder Diensttitel umge-wandelt worden, der sich zwar auf die Gemahlin, in keinem Falle aber auf Kinder übertra-gen läßt, mit dem Amte aufhört und in neuerer Zeit nur von wirklichen Ministern, vonden ersten Hof- und Militairwürden, Ambassadeurs und Gesandten (bevollmächtigten Mi-nistern) geführt wird. In Frankreich lehnten denselben im I. 183V die Minister förmlichab; doch seit 1833 ist er auch bei ihnen wieder in Gebrauch gekommen.

Exccntricität nennt man in der Geometrie die Entfernung jedes der beiden Brenn-punkte der Ellipse von dem Mittelpunkte derselben, in der Astronomie aber diese Entfernungdividirt durch die halbe große Achse oder in Bruchtheilen derselben ausgedrückt.

Excentrisch sind solche in- oder beieinander liegende Kreise oder Kreisbogen, die kei-nen gemeinschaftlichen Mittelpunkt haben; im entgegengesetzten Falle, d. h. wenn sie einensolchen haben, sind sie con centrisch. Über die Bedeutung des cxcentrischcn Kreises im alten