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Iä6 Ewald (Johannes)
nach Berlin, Paris und Italien. Als Professor der oriental. Sprachen fiel ihm auch nach »Eichhorn's Tode die alttestanientliche Exegese zu, die er sowol als Lehrer wie als Schriftstellerwesentlich gefördert hat. Die erste und wichtigste Frucht dieses Strebens war die „Kritische jGrammatik der hebr. Sprache" (Lpz. 1827), die er hierauf als „Grammatik der hebr. sSprache" (Lpz. 1835; 3. Aust., 1838) kürzer bearbeitete, und der er neuerdings die „Hebr. sSprachlehre für Anfänger" (Lpz. 1842) folgen ließ. Vorher war von ihm das „Hohe Lied !Salomo's" (Gott. 1826) erschienen ; nächstdcm gab er heraus den „eommentsrius inoslvjisia" (Lpz. 1828), „Die poetischen Bücher des Alten Bundes" (-1 Bde., Gott. 1835 —37; Bd. 2, 2. Aust., 184V), „Die Propheten des Alten Bundes" (2Bde., Stuttg. 1840) ^und die auf drei Bände berechnete „Geschichte des Volks Israel bis auf.Christus" (Bd. Iund 2, Gött. 1843—44). Sowie aber seine Vorlesungen in Göttingcn sich nicht blos überalttestamentliche Grammatik, Literatur und Exegese erstreckten, sondern auch die Gramma-tik des Arabischen, Persischen, Aramäischen und Sanskrit umfaßten, so verbreitete sich auch -seine schriftstellerische Thätigkeit über die genannten oriental. Sprachen. Auf „die kleine iSchrift „De metris carminum orabicorum" (Lpz. 1825) folgten der Versuch „Über einige ^ältere Sanskrit-Metra" (Gött. 1827), ein Auszug des arab. Schriftstellers Wakidi ,,v«Nesopotomiae erpUAnatae kistoria" (Gött. 1827) und die „Orammstica eritica linAuaesrabicae cum brevi metrorum ckoctrina" (2 Bde., Lpz. 1831 —33). Hier Wie in der hebr.Grammatik befolgt E. in der Elementarlehre vornehmlich die historisch-genetische Methode,welche sich bestrebt, die Art der Entstehung der einzelnen grammatischen Formen unter Be-rücksichtigung des in der Sprache allmälig cintretenden Erhärtens, Erweichens, Verhau»chcns und Umbildens einzelner Laute oder Buchstaben anschaulich zu machen, in der Sprach-bildung die Gesetze nachzuweisen, nach welchen sie erfolgte und so viel wie möglich die ersteGestalt der Sprachformen aufzusuchen. Gleichzeitig erschien der erste Theil seiner „Abhand-lungen zur oriental, und biblischen Literatur" (Gött. 1832); auch war er es, der den Plan "zu der „Zeitschrift für die Kunde des Morgenlands" entwarf. Neben seinem Wissenschaft-lichen Charakter muß sein politischer hervorgehoben werden. Sein Weggang von Göltingmin Folge seiner Entlassung am 12 . Dec. 1837 wegen der von ihm mit sechs seiner Collcgendem Universitätscuratorium übergebenen Protestation gegen die Aufhebung des hannov.Staatsgrundgesetzes gab ihm Muße zu einer neuen wissenschaftlichen Reise nach England,von wo ihn der Nus als ordentlicher Professor der Theologie >838 nach Tübingen führte,wo er seitdem durch den König von Würtemberg des persönlichen Adels theilhaftig wurde.
Ewald (Johannes), einer der originellsten dän. Dichter neuerer Zeit, besonders alsLyriker und Tragiker ausgezeichnet, wurde am 18. Nov. 1743 zu Kopenhagen geboren, wosein Vater, Enevold E-, Prediger und Director des Waisenhauses war. Nachdem er im11. Jahre den Vater verloren, kam er in die Schule zu Schleswig, wo ein Freund des Va-ters Rector war. Als er in seinem 15. Jahre die Universität zu Kopenhagen beziehen sollte,erweckte der Heldenruhm Friedrich des Großen seine Lust zu kriegerischen Thaten so sehr, daßer mit seinem ältern Bruder nach Hamburg entwich, wo er sich von dem preuß. Residentenein Empfehlungsschreiben nach Magdeburg zu verschaffen wußte. Statt aber zu den Husa-ren zu kommen, wozu er durch den Residenten empfohlen worden war, stellte man ihn hierin ein Infanterieregiment. Deshalb misvcrgnügt ging er zu den Ostreichern über, wurde erstTambour, nachher Unteroffizier und nahm an mehren Schlachten von 1759—6V Theil.Durch seine Familie losgekauft, kehrte er dann nach Kopenhagen zurück, wo er sich der Theo- .logie widmete und 1762 das Examen bestand. Eine unglückliche Leidenschaft riß ihn aus ^dieser Bahn; da ein aus früherer Zeit her ihm theueres Mädchen sich verheirathete, ergriffihn eine tiefe Schwermuth, die seitdem der vorwaltende Charakter seines Lebens wurde.Obgleich er das theologische Studium nicht ganz aufgab, so entschlug er sich doch des Gedan-kens einer Beförderung auf diesem Wege, und gab sich mit Eifer dem Studium der ältern undneuern Dichter hin, untex welchen letztem Klopstock namentlich durch seinen „Messias" einenentscheidenden Einfluß auf die ästhetische Richtung E-'s gewann. Schon durch seine Allegorie »„Der Tempel des Glücks" weckte er die Aufmerksamkeit der Kenner; in seiner „Trauercan-tate bei dem Tode Friedrich's V." (1766) entfaltete er eine lyrische Kraft und schmelzendeWehmuth, wie man sie bis dahin in Dänemark noch nicht gekannt. Als Lyriker ist E. unüber-