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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Evolutionen Ewald (Georg Heinr. Aug. von) 145

krummen Linie die Evolute, und von dieser wieder die Evolute sucht u. s. w., so sind dieseaufeinanderfolgenden Evoluten einer Cykloide immer mehr gleich, bis sie, wenn die Anzahlder Evolutionen unendlich ist, völlig mit der Cykloide zusammenfallen, wie schon Jak. Ber-noulli gefunden hat. Die Lehre von den Evoluten, die auch in der Praxis von Nutzen ist,wurde von Huyghens in die Geometrie eingeführt, und später durch Euler vervollkommnet.

Evolutionen heißen in der Taktik die Bewegungen einer Truppe zur Übung oder vordem Feinde. (S. Manoeuvre.) Auch die Bewegungen einer Schiffsflotte zur See wer-den Evolutionen genannt. Evolutionsescadre nennt man eine Schiffsflotte,welche bald diese, bald jene Stellung annehmen muß, um dem Feinde beizukommen oder ihmAbbruch zu thun.

Evolutionstheorie, s. Zeugung.

Evöra, die Hauptstadt der portug. Provinz Alentejo, auf einer Anhöhe, ist der Sitzeines Erzbischofs und hat 10I lOOO E., die von der daselbst abgehaltenen Messe, Handelund Landwirthschaft ihre Nahrung ziehen. Es ist das alte Ebora, wegen der ihr von JuliusCäsar verliehenen Vorrechte lüberalits« lluli», später Elbora genannt. An die Römerzeiterinnern noch ein jetzt in ein Schlachthaus verwandelter Dianentempel und eine Wasserlei-tung. Die alte Universität ist zu einem Collegium herabgesunken.

Evrenp (Lbroicse oder üleclinlkiimni ^ulercorum), die Hauptstadt des franz. Eure-departements, eine alte Stadt der Normandie, der Sitz eines Bischofs, der sonst mit merk-würdigen Gebräuchen eingeführt wurde, hat gegen 9800 E., diebedeutende Fabriken, nament-lich in Tuch, Manchester und Strümpfen, unterhalten und ansehnlichen Handel treiben.Sehenswerth sind die Kathedrale mit ihrem 252 F. hohen Thurme, das schöne, eine halbeStunde von der Stadt gelegene Schloß Navarra, zu welchem der Herzog Gottfried Moritzvon Bouillon 1686 den Grund legte, der bischöfliche Palast, der Park und die Promenaden.Der einen der sonst hier bestehenden Abteien stand der Minister Sully als Abt vor, obschoner Calvinist war und nicht dem geistlichen Stande angehörte. In der Nähe finden sich vieleÜberreste aus röm. Zeit, namentlich die Neste eines Theaters. Vom Herzoge Richard I. vonder Normandie wurde E. als Grafschaft gegen Ende des I 0. Jahrh. seinem mit der schönenGonnor erzeugten Sohne Robert verliehen. Zu Anfänge des 12. Jahrh. wurde dieselbe andas Haus Montfort vererbt, von dem sie König Philipp August von Frankreich erkaufte.König Philipp IV. gab sie als Apanage an seinen Bruder, den Prinzen Ludwig, zu dessenGunsten sie 1316 zur Paine erhoben wurde. Der Graf Philipp von E- erheirathete mitJohanna, der einzigen Tochter König Ludwig's X., das Königreich Navarra. König Karl III.von Navarra vertauschte 1404 die Grafschaft E. nebst andern Besitzungen gegen das neu-gebildete Herzogthum Nemours an König Karl VI. von Frankreich. Karl VII. gab sie 1426an Johann Stuart, Grafen von Darnley, nach dessen Tode, 1429, sie von der Krone wiedereingezogen wurde, und Karl IX. als Duche pairie an seinen Bruder, den Herzog von Alen-con, nach dessen Ableben sie 1584 abermals an die Krone zurücksiel. E. hörte nun auf, Pairiezu sein, und wurde 1651 zur Entschädigung für Sedan an den Herzog von Bouillon gegeben,unter der Republik aber als Emigrantcnbesitzthum eingezogen. Das Schloß Navarra wiesNapoleon zuerst dem Könige Ferdinand VII. von Spanien, dann der Kaiserin Josephine an.

Ewald (Georg Heinr. Aug. von), Professor der oriental. Sprachen zu Tübingen,wurde als der Sohn eines armen Leinwebers zu Göttingen am 16. Nov. 1803 geboren.Nachdem er auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt die nöthige Vorbildung erhalten, besuchteer seit 1820 die akademischen Hörsäle daselbst. Sein Eifer für die Wissenschaft gewann ihmdie Zuneigung mehrer Professoren, durch deren Unterstützung und Empfehlung es ihm mög-lich wurde, seine Studien, die sogleich eine entschiedene Richtung auf die oriental. Sprachennahmen, ungestört fortzusetzen. Noch auf der Universität arbeitete er seine SchriftDieCom-position der Genesis" (Braunschw. 1823). Im I. 1823 wurde er Lehrer am Gymnasiumzu Wolfenbüttel; doch schon zu Ostern 1824 kehrte er, durch Eichhorn veranlaßt, als Repe-tent der theologischen FacultLt nach Göttingen zurück, wo er 1827 eine außerordentliche,1831 eine ordentliche Professur der Philosophie und 1835 die Professur der oriental.Spra-chen erhielt. Reisen zur Ausbeutung der oriental, handschriftlichen Schätze führten ihn 1836Conv.-Lex. Neun» Amfl. V 10