Eusebius Eustathius 139
geben. Andere Schriften von ihm, wie die „Hiiaesiiones XX evsngslicae" und ein Theildes „dommentsriiisinlmram" gab Mai in der „8criptorum veter. nova collectio" (Bd. I,Rom 1825) heraus. Vgl. Thilo, „Über die Schriften des E. von Emesa" (Halle 1832).
Eusebius, mit dem Beinamen Pamphili, den er von seinem Freunde PamphiloSentlehnte, der Vater der christlichen Kirchengeschichtc, gcb. zu Cäsarea in Palästina gegen27V n. Chr., wurde 313 Bischof in seiner Vaterstadt und starb um 339. Er war nächstOrigenes der gelehrteste Kirchenlehrer des Altcrthums und in dogmatischer Hinsicht Scmi-arianer, was den frühen Untergang mancher seiner Schriften veranlaßt haben mag.Zu seiner in griech. Sprache abgefaßtcn Kirchengeschichte in zehn Büchern, in welcher erdie Begebenheiten in der christlichen Kirche bis zum I. 323 auf eine glaubwürdige Weiseerzählt, benutzte er zahlreiche Bibliotheken und selbst die Ncichsarchive. Fortgesetzt wurdesic von Sokrates, Sozomenes und Theodoret. Ins Lateinische wurde sie von Nufinus freiübersetzt und bis 395 fortgeführt. Die besten Ausgaben besorgten Valois (Par. 1659,Fol.), Neading (Cambr. 1729, Fol.) und Heimchen (Lpz. 1829); eine deutsche ÜbersetzungStroth (Ouedlinb. 1777). Sein „siNronicon", welches bis 325 geht, ist, einige Bruch-stücke abgerechnet, nur in einer armen. Übersetzung erhalten (herausgegebcn von Zohrab undMai, Mail. 1818, 3.) und in einer lat. (herausgegeben von Aucher, 2 Bde., Ven. 1818,Fol.). Außerdem haben wir von ihm noch 15 Bücher seiner „krsepar-ttio evmigslica"(herausgegebcn von Vigcr, Par. >628, Fol.), welche die Verwerflichkeit des wissenschaft-lichen und gemeinen Heidcnthums darthun und viele Auszüge aus verlorenen philoso-phischen Schriften enthalten; ferner von den 2V Büchern seiner „Demonstratio evsnge-liea" (herausgegeben von Montaigu, Par. 1628, Fol.), in welcher er die Vorzüge des Chri-steuthums vor dem Judenthum zeigt, zehn nicht ganz vollkommen erhaltene Bücher und end-lich eine Lebensbeschreibung Konstantin's, oder vielmehr eine schmeichelnde Lobrede auf den-selben (herausgegebcn von Heimchen, Lpz. 1839). Über die historische Glaubwürdigkeit desE. schrieben Möller (Kopenh. 1813), Dan; (Jena 1815), Kestner (Gott. >816, 3.), Neu-tcrdahl (Lund 1826) und Rienstra (Utr. 1833).
Eusebius von Nikomedicn , Patriarch von Konstantinopel, der Erzieher des Kai-sers Julian, mit dem er verwandt war, wurde zuerst Bischof von Berytes und dann vonNikomedicn. Um sich seine Stelle zu sichern, trat er auf dem Concil zu Nicäa als Verthei-diger des Arius auf und dann an die Spitze der Arianer. Unter Kaiser Konstantin, den er337 taufte, wurde er Patriarch von Konstantinopel. Er starb 332, nachdem er im Jahrezuvor eine Kirchenversammlung zur Bestätigung des Arianismus zu Antiochien gehalten.
Ellstachlv (Bartolomeo), berühmter ital. Arzt und Anatom, gcb. zu San-Severinoin der Mark Ancona, nach Andern bei Salerno oder in Calabrien, studirte in Nom, wo erspäter als Arzt, jedoch stets in gedrückten Verhältnissen, lebte und l 57 3 starb. Fast allc Theileder anatomischen Wissenschaften hat er durch wichtige Entdeckungen bereichert, die auch zumTheil nach ihm benannt worden sind, so der Vcrbindungskanal zwischen dem inner» Ohreund dem hintern Theilc des Mundes ('1',i>-u Lustucilü) und die Hohladcr und Klappe (V»I-vnla biust-idlii). Unter seinen Werken sind besonders hervorzuheben die „Isbulue !,»ato-micae", treffliche anatomische Zeichnungen, gefertigt im 1.1552, die zuerst durch Lancisi (Rom1713, Fol.) herausgegeben wurden. Der Text zu denselben scheint verloren zu sein; einesehr gute Erklärung gab Albin (Lcyd. 173 3, Fol.). Mehre andere wichtige Schriften E.'swurden von Voerhaavc (Leyd. 1797 und Delft 1736) herausgegebcn.
Eustathius, der berühmte griech. Erklärer des Homer und des Geographen Diony-sius, war anfangs Diakonus und Lehrer der Rhetorik in seiner Vaterstadt Konstantinopclund seit 1155 Erzbischof von Theffalonich, wo er 1198 starb. So gering auch seine theolo-gische und religiöse Aufklärung gewesen sein mag, so groß waren seine Belesenheit in denalten Classikern und der Umfang seiner gelehrten Kenntnisse, wie seine theilwcise aus altenScholiasten zusammengetragencn Commentare beweisen, von denen besonders der Home-rische (3 Bde., Nom 1532—59, Fol.; 3 Bde., Bas. I55S—69, Fol. und mit Devarius'Register, 3 Bde., Lpz. 1825—28, 3.) eine Fundgrube philologischer Gelehrsamkeit ist. Vonseinem Commentar zu den Hymnen des Pindar ist nur das „?r»oeminm" auf uns gekom-men, herausgegeben von Schneidewin (Gött. > 837). Die theologischen Aufsätze und Brief«