Eurotas Eurymedon 137
und angebautcn Länder des in sich geschwächten röm. Reichs her und brachten ihre ganzeRoheit in diese Länder, wo nun röm. Kunst und Wissenschaft vor der Barbarei, der tiefenUnwissenheit und dem Aberglauben des Mittelalters zurückwichen. In Italien hatten Ost-gothen und Langobarden, in Gallien Franken, in Spanien Vandalen, Sueven und West-gothen, in Südbritannien Angelsachsen sich niedergelassen und die Ureinwohner unterwor-fen, oder auch sich mit ihnen vermischt. Das Reich der Franken erhob sich unter Karl demGroßen zu Ende des 8. Jahrh. zu einer solchen Größe, daß aus demselben in der Folge dieneuen Staaten Frankreich, Deutschland, Italien, Burgund, Lothringen und Navarra her-vorgehen konnten. Um dieselbe Zeit fingen die nördlichen und östlichen Nationen E.s an,Einfluß in die Wclthändel zu erhalten. Slawen stifteten in Böhmen, Polen, Rußland unddem nördlichen Deutschland Reiche; in Ungarn traten die Magyaren auf und vom Nordenaus erschütterten die Normänncr E. Den Päpsten aber gelang es, eine Hierarchie zu grün-den, die Gregor VII. und Jnnoccnz III. vollendeten. Ihrer Herrschaft diente insbesondereder romantisch-heroische Wahn der Kreuzzüge. Jndeß bewirkte dieser Kampf E.s mit Asien,daß sich ein Mittelstand bildete, daß der Landmann nach und nach die Fesseln der Leibeigen-schaft von sich warf und daß gelehrte Kenntnisse und Künste durch Araber und Griechenin E. wieder verbreitet wurden. Die nun sich mehrenden Universitäten, die Erfindung derBuchdruckerkunst und die Reformation begünstigten jene ersten Keime einer neuen wissen-schaftlichen Bildung der europ. Völker, die dann zur herrlichsten Blüte gedieh. Die curop.Staaten aber gestalteten sich aus dem Chaos des Mittelalters zu immer größerer Selbstän-digkeit. Vergeblich waren die Versuche Karl's V., Ludwig's XIV. und Napoleon's, das be-stehende Gleichgcwichtssystem der europ. Staaten zu zerstören. (S. die den europ. Staatengewidmeten einzelnen Artikel.) Karten von E. haben in neuerer Zeit Berghaus, Grimm,Reymann, Schmidt; Atlase Van der Maelen, Dcnaix und Wahl, Schließen und Wörlgeliefert. Vgl. Hassel, „Lehrbuch der Statistik der europ. Staaten" (Wenn. 1822) undHeeren und Ukert, „Geschichte der europ. Staaten" (Lief. I —19, Hamb. 1829—42).
Eurötas, jetzt Basilipotamo, ein ziemlich bedeutender und reißender Strom inLakonien, von welchem die Fruchtbarkeit des Landes zum Theil abhängt, entspringt auf ei-nem Gebirge zwischen Lakonien und Arkadien und ergießt sich zuletzt in den LakonischenMeerbusen. In ihm erlernten die spartan. Jungfrauen das Schwimmen.
Euryäle hieß eine der Gorgonen (s. d.), die Tochter von Phorkus und Ceto; fernerdie Tochter des Minos und Mutter des Orion; endlich eine Königin der Amazonen, welchedem Äetes gegen die Argonauten zu Hülfe kam.
Euryälus , der Sohn des Mekisteus und Anführer der Mykener unter DiomedeS,zeichnete sich unter den Griechen vor Troja sehr aus. Auch wird er unter den Argonautenund unter den Epigonen (s. d.) aufgeführt. Ein Standbild desselben war in Delphi. —Euryälus, der Sohn des Ophcltes und Begleiter des Äneas, ist berühmt durch sein Freund-schaftsbündniß mit Nisus, mit dem er umkam, als siesich ins feindliche Lager geschlichen hatten.
Eurybla, die Tochter des Pontus und der Gäa, war die Gemahlin des TitanenKrios, mit dem sie dcnAsträus, Pallas undPerscs zeugte. — Eurybia hieß auch die Toch-ter des Thcspios, die von Hercules Mutter des Polylaos wurde.
Eurydlce hicß eine Dryade, die Gemahlin des Orpheus (s. d.), welche vom Ari-stäuS (s. d.) verfolgt von einer Schlange, auf die sie trat, gebissen wurde und in Folge dessenstarb; ferner die Tochter des Lacedämon, Gemahlin des AkrisiuS (s. d.); dann die Toch-ter deS Adrastus, Gemahlin desJlos und Mutter des Laomedon; auch eine Tochter des Kly-menvs, die Gemahlin deS Nestor; und endlich die Gemahlin des Königs Kreon in Theben.
Eurylöchus, der Sohn des Ägyptus, wurde von der Danaide Autonoc ermordet.— Eury lochus, der Gemahl der Ktimene, der Schwester des Odysseus, war der Beglei-ter desselben aufseinen Irrfahrten.
Eurhmächlls, ein Freier der Hippodamia, wurde von Önomaus erschlagen; dergleichnamige Freier der Penelope von Odysseus durch einen Pfeil getödtet.
Eurymkdon hieß der König der Giganten, Vater der Periböa, mit der Poseidon denNausithous erzeugte; ferner der Wagenlenker des Agamemnon, und endlich der Sohn desHephästus von der Nymphe Kabiro,