, > -
'iv -'
136 Europa >
(Dänemark, Norwegen, Schweden und Preußen); dieses die nordkarpatischen Länder >(Rußland und Galizien) und die südkarpatischen (Ungarn im weitern Sinne und dieTürkei) begreift. In politischer Hinsicht bestehen gegenwärtig in E- folgende selbstän-dige Staaten: die drei Kaiserreiche Ostreich, Rußland und die Türkei; l7 Königreiche:Portugal, Spanien, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Belgien, Dänemark,Schweden und Norwegen, Sardinien, beide Sicilien, Griechenland, Preußen, Baiern, !Sachsen, Hannover und Würtemberg; ein geistlicher Staat: der Kirchenstaat; neun re- ^publikanische Staaten: die Schweiz, die Jonischen Inseln, Krakau, San-Marino, Andorra, sHamburg, Lübeck, Bremen und Frankfurt; ein Kurfürstenthum: Hessen; sechs Großher-zogthümer: Baden, Hesscn-Darmstadt, Sachsen-Weimar, Mecklenburg-Schwerin, Mcck-lenburg-Strelitz und Toscana; zwölf Herzogthümer: Oldenburg, Sachscn-Koburg-Gotha,Sachsen-Altcnburg, Sachsen-Meiningen-Hildburghauscn, Braunschweig, Nassau, Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg, Anhalt-Köthen, Modena, Parma und Lucca; ein Landgraf-thum: Hessen-Homburg, und elf Fürstenthümer: Hohenzolleru-Hechingen, Hohenzollcrn-Sigmaringen, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen, Waldcck, Lippe-Detmold, Schauenburg-Lippe, Liechtenstein, Neuß-Greiz, Reuß-Schlciz und Ncuß-Loben-stein-Ebersdorf. Zum östr. Staate gehören die Königreiche Böhmen, Ungarn, Galizien undLodomirien, Jllyrien, Dalmatien und das lombardisch-venetianischc Königreich, das Erz-hcrzogthum Ostreich, das Herzogthum .Steiermark, das Großfürstenthum Siebenbürgen,die Markgrafschaft Mähren und die gefürstete Grafschaft Tirol; zum russ. Reiche das Kö-nigreich Polen und das Großfürstenthum Finnland; zum preuß. Staate die Großherzog-thümer Posen und Niederrhein, die Herzogthümer Schlesien, Pommern, Sachsen, Berg,Magdeburg u. s. w., die Markgraffchaft Brandenburg und theilweise die MarkgrafschaftLausitz; zu dem Königreiche der Niederlande und Belgien das Großhcrzogthum Luxemburg ^und Limburg; zu Dänemark das Herzogthum Holstein; zum Königreiche Sardinien dasHerzogthum Genua; zum Königreiche Sachsen ein Theil der Markgrafschaft Lausitz, undzum Kurfürstenthumc Hessen das Großherzogthum Fulda. Die Fürstenthümer Moldau,Walachei und Serbien sind Vasallenstaaten des türk. Reichs.
E. wurde wahrscheinlich von Asien aus bevölkert und, wie es scheint, war Griechenland lder Theil, welcher zuerst von dorther seine Bevölkerung erhielt. Hier bildete sich etwa 1400 !
V. Chr. ein Volk aus, die Hellenen, gewöhnlich Griechen genannt, das in Hinsicht auf Cul-tur sehr bald Asien überflügelte und im -t. Jahrh. v. Chr. in seiner höchsten Blüte stand.Groß im Denken und Handeln, blühend durch Künste und Wissenschaften, fruchtbar an denherrlichsten Erzeugnissen eines mannichfach ausgebildeten Geistes, wird dasselbe, so lange dieCultur der Menschheit dauert, ein Gegenstand der Bewunderung und seine Verlassenschaftdie bedeutendste Quelle des Denkens und Wissens bleiben. Doch mit der Auflösung desUniversalreichs, welches Alexander der Große auf den Trümmern der gricch. Freiheit errich-tet hatte, sank auch Griechenland. Zu derselben Zeit erhob sich in Italien ein anderes Volk,die Römer, das zwar schon früher in der Geschichte erscheint, aber erst, nachdem cs sich zumHerrn von Italien gemacht und den Kampf um die Herrschaft der Länder am Mittelländi-schen Meere mit den Karthagern in Afrika siegreich bestanden hatte, in der Geschichte Epochemacht und seinen Einfluß auch auf das übrige E. zu verbreiten anfängt. Es überwältigtedas in sich uneinige Griechenland und verpflanzte griech. Cultur auf Italiens Boden. Bald ^wurden durch den Fortschritt der röm. Waffen Portugal, Spanien, Frankreich, selbst Eng-lands Gestade, Belgien, Helvetien, der zwischen der Donau und den Alpen gelegene TheilGermaniens, die ungar. Provinzen, damals Pannonien, Jllyrien und Dacien genannt, be-kannter und erhielten von ihren Eroberern deren Cultur, Sitten und Sprache. Aus Noma-den wurden Ackerbauer, und blühende Städte erhoben sich. Auch die christliche Religion,welche sich in den Provinzen des weiten röm. Reichs schnell verbreitete, wurde wichtig für dieCivilisation der meisten europ. Nationen. Nur Germanien widerstand der andringenden rMacht Noms und verhinderte dadurch die Verbreitung der röm. Cultur in dem Norden E.s.
Mit dem Verfalle des röm. Reichs, hauptsächlich veranlaßt durch die Theilung in ein mor-genländ. und abendländ. Reich, trat eine große Umänderung der politischen Verfassung E-sdurch die große Völkerwanderung ein. Die Völker des rauhen Nordens fielen über die schönen