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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Europa 135

Deutschland ebenso viele Tausende auf demselben Räume. Sie bestehen aus Völkerschaftenverschiedener Abstammung und reden mehre ganz voneinander verschiedene Sprachen. Herr-schende Hauptvölkcr in E. sind die Deutschen oder Germanen, über 60 Mill., wozu die Hol-länder/Belgier, Briten, Schweden, Norweger und Dänen; die Romanen, über 67 Mill.,zu denen Spanier, Portugiesen, Italiener und Franzosen; Magyaren oder Ungarn, etwa4'/-Mill., wozu die Szckler, Kumanen, und Naizen; die Slawen, zusammen 6l Mill.,wozu die Russen, Polen, Lithauer, Kaffuben, Wenden, Letten, Tschechen, Slowaken, So-raben, Kroaten, Morlakcn, Scrbier, Usbeken, Montenegriner, Bosniaken; und die Osma-wen, über 4'/- Mill., wozu die Türken, Drusen und Tataren gehören. Als Nebenvölker sindzu erwähnen Armenier ( 160000 ), Juden (1,800000) und Zigeuner (340000), welche zer-streut leben, die Basken, Kymren, Calcdonier, Arnauten oder Albanesen, Griechen, Tschcr-kessen und Samojeden, zusammen über 0 Mill. Hauptsprachen sind die deutsche, vonwelcher die holländische, englische, schwedische und dänische abstammen; die lateinische oderrömische, jetzt nur Gelchrtensprache, aber die Mutter der ital., franz., span., portug. undwalach. Sprache; die slawische, wozu die russische, polnische, böhmische, wendische, bulga-rische und serbische gehören; die neugriechische; die türk.-tatarische; die finnische; die unga-rische ; die kymrische im Fürstenthum Wales und in der Bretagne, dem nordwestlichen TheileFrankreichs; die schot.-irische in Nordschottland und Irland und die baskischc an den Pyre-näen. (S. die den einzelnen Sprachen gewidmeten Artikel.) Am verbreitetsten sind die deut-sche Sprache mit ihren Töchtersprachcn, die aus der römischen entsprungenen Sprachen unddie slawische Sprache. Die herrschende Religion ist die christliche (über 211 Mill.), nachden drei verschiedenen Glaubensbekenntnissen als röm.-katholische Kirche, welche die meistenBekenner zählt (gegen 115 Mill.); als evangelische und zwar als protestantische, reformirtcund anglicanische Kirche nebst mehren Sekten, z.B. Wiedertäufern, Mennoniten, Quäkern,Unitariern, Methodisten, Herrnhutern u. s. w. (gegen 50 Mill.), und die griech. Kirche (über47 Mill.). Außerdem gibt cs, abgesehen von den Türken und Juden, in E. auch noch Hei-den, nämlich unter den Lappländern und Samojeden, jedoch nur in geringer Zahl.

Die Cultur steht in den meisten Ländern auf einer hohen Stufe und ist fortwährend imSteigen. Besonders zeichnen sich in dieser Hinsicht die Länder aus, wo die deutsche und die mitihr verwandten Sprachen geredet werden, sowie Frankreich und ein Theil Italiens. In kei-ncm Erdtheile stehen die Manufakturen und Fabriken in solcher Blüte wie in vielen curop.Ländern, namentlich in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und derSchweiz. Gleich blühend ist der Handel, der durch Kunststraßen, Kanäle, das wohlcinge-richtete Postwescn, Eisenbahnen, Banken, Assecuranzen, Handelsgesellschaften und Messenbefördert wird. Wie die Fabriken nicht blos europ. sondern auch sehr viele außcreurop. Na-turproducte, für alle Bedürfnisse eines bequemen Lebens sorgend, verarbeiten, so erstrecktsich auch der Handel nicht blos auf Europa sondern auf alle Erdtheile, und alle Meere wer-den von den Europäern befahren. Jedoch kommt keine europ. Nation in dieser Hinsicht derbritischen gleich, welche die Beherrscherin der Meere ist und allein mehr Schiffe unterhältals alle übrige zusammen. Ebenso ist E. der Sitz der Künste und Wissenschaften. D>nEuropäern verdankt die Menschheit die Erforschung der wichtigsten Wahrheiten, die nütz-lichsten Erfindungen, die schönsten Producte des Geistes, die Erweiterung aller Wissenschaf-ten; denn keine ist den Europäern unzugänglich geblieben. Doch stehen hierin die deutschenund diejenigen Völker, welche die Töchtersprachen der lateinischen reden, auf einer viel-hcrn Stufe als die slaw. Nationen. Der türk. Nation ist dft vielseitige wissenschaftliche Bil-dung der übrigen curop. Nationen ziemlich fremd geblieben. Mehr als 80 Universitäten sor-gen für den Hähern Unterricht, ihnen arbeiten die zahlreichen Gymnasien und Lyccen vor,und mit der Volksbildung beschäftigen sich die besonders in Deutschland zahlreich vorhande-nen Volksschulen. Außerordentlich groß ist die Zahl der Akademien der Wissenschaften undKunst und der wissenschaftlichen Sammlungen aller Art.

Nach der natürlichen Lage zerfällt E. in West- und Osteuropa, wovon jenes diepyrenäische Halbinsel (Portugal und Spanien), das Wcstalpenland (Frankreich), dasSüdalpenland (Italien), die Nordalpenländcr (Schweiz, Deutschland und die Nieder-lande), die Nordseeinseln (Großbritannien, Irland und Island) und die Ostseeländer