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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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Europa 133

eine ganz unbekannte Welt, die Welt des Gemüths, aufgeschlossen, was ihm auch wol so gro-ßen Beifall erwarb. Dagegen laßt sich mancherlei gegen seine lockern Plane, oft unerklär-lichen Charakterveränderungcn, außerwesentlichen Chorgesänge, zum Theil auch gegen seineStoffe selbst einwenden. Doch werden diese Mängel durch andere Vorzüge zurückgedrängt.Als vorzüglich erscheint er im wahren, natürlichen Ausdrucke der Leidenschaften, in an-ziehenden Situationen, originellen Charaktergruppirungen, in vielseitiger Auffassung dermenschlichen Natur und ist ein Meister in der Kunst, den Dialog zu behandeln, Neben undGegenreden dem Charakter, Geschlcchte und Stande, den offenbaren oder geheimen Absich-ten, der gegenwärtigen Stimmung des Redenden und dem Erfodernisse des Augenblicksrichtig anzupassen und geschickt ineinander zu fügen. Überdies ist eine gewisse Zartheit undLieblichkeit über seine Tragödien verbreitet, die das Gemüth einzunehmcn nicht verfehlenkönnen. Was die Alten über seinen Haß gegen die Frauen erzählen, scheint, wenn nicht ganz»»gegründet, doch übertrieben zu sein, da sich in seinen Trauerspielen so viele Schilderungenweiblicher Schönheit und Sittlichkeit finden. Von seinen letzten Lebensumständen wissenwir, daß er einer Einladung des Königs Archelaus nach Macedonien folgte und bei ihm, derSage nach in Folge eines Hundebisses, -107 v. Chr. starb. Die Nachricht von seinem Todeerregte in Athen die innigste Theilnahme, und man schickte nach Macedonien, um seine Ge-beine abholcn zu lassen; Archelaus aber verweigerte dies und ließ ihm in Pella ein pracht-volles Denkmal setzen mit der Aufschrift „Nie wird, E., dein Andenken erlöschen!" Nochehrenvoller war für ihn die Inschrift an dem Kcnotaphium, welches die Athener an demWege nach dem Piräeus ihm errichteten: „Ganz Griechenland ist des E. Denkmal, Make-doniens Erde bedeckt nur seine Gebeine." Der ihn überlebende Sophokles betrauerte öffent-lich seinen Verlust, und der Redner Lykurgus ließ später seine Bildsäule im Theater zu Athenaufstcllen. Unter den Gesammtausgaben erwähnen wir außer den ältcrn von Barnes(Cambr. 160-1, Fol.) und Musgrave (4 Bde., Oxf. 1778, 4.) als die neueste und vorzüg-lichste die von A. Matthiä(10 Bde., Lpz. 1813—37), außerdem die vonBoissonade(5Bde.,Par. 1825—27) und von Fix (Par. 1840), die Handausgaben von L. Dindorf(2 Bde.,Lpz. > 825) und Bothe (Lpz. 1825—26) und in W. Dindorsis „knetue scenici Zr." (Lpz.1830). Die vortreffliche Bearbeitung Porson's (2 Bde., Cambr. 17 07—1801; vermehr-ter Abdruck von Schäfer, 2 Bde., Lpz. >807; 3. Aust., 1824) enthält nur vier Stücke, dieHecnba, Phöniffcn, Medea und den Orestes. Unter den Herausgebern einzelner Stücke sindmit Auszeichnung zu nennen Valckenaer,Brunck, Markland, Elmsley, Monk, G. Hermann,Seidler, Klotz, Lenting, Pflugk, Bothe u. A. Die besten deutschen Übersetzungen liefertenBothe (neue Ausg., 3 Bde., Manh. 1837 — 38) und Donner (Bd. 1, Heidelb. >841.) Vgl.Schneither, „l)e L. pbilo5»pko" (Gröning. 1828) und Gruppe, „Ariadne" (Berl. 1836).

Europa, eine Tochter des Königs Agenor von Phönizien und der Telephaessa oderdes Phönix, die Schwester des Kadmus, wurde von einer Dienerin der Juno mit einem derletzter» entwendeten Schönheitsmittel beschenkt. So gewann sic die Liebe des Jupiter, der,um sie zu besitzen, sich in einen weißen Stier verwandelte und in dieser Gestalt an den Üferndes Meers erschien, wo sie mit ihren Gespielinnen lustwandelte. E. fand den Stier so herr-lich und so zahm, daß sie es wagte, ihn zu besteigen, worauf dieser mit seiner Beute demMeere zueiltc und nach der Insel Kreta hinüberschwamm. Hier verwandelte er sich in einenschönen Jüngling, der mit ihr den Minos, Sarpcdon und Rhadamant zeugte. Später ver-mählte sich E.mit Asterius, dem Könige von Kreta, welcher, da ihre Ehe kinderlos blieb, jenedrei adoptirte. Vgl. Höck, „Kreta" (Bd. 1). — Europa hieß auch eine der vielen Töchterdes Oceanus und der Tethys; ferner eine Tochter des Tityus, die Mutter des Euphemus.

Europa, der kleinste der fünf Erdtheilc, ist von drei Seiten von dem Meere umflos-sen, das hier verschiedene Namen führt und entweder zum nördlichen Eismeere oder zumAtlantischen Ocean gehört. Eine schmale Meerenge des Mittelländischen Meers trennt esvon Afrika; nur gegen Osten hängt es mit dem festen Lande, nämlich in nicht genau be-stimmter Grenze mit Asien, zusammen. E. liegt in der nördlichen kalten und in der nördli-chen gemäßigten Zone, vom 8"— 83° östl. L. und vom 36"—71° nördl. B. und hat mitEinschluß der Inseln, welche gegen 15000 m>M. enthalten, einen Flächeninhalt von etwa180000 OM. Die größte Ausdehnung, welche in gerader Linie 750 M. betragt, hat c§