Eupen
Euphrat
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in dieser Beziehung besonders berühmt; in Griechenland gewann dagegen die Sitte, Eunu-chen zu halten und zu machen, wenigerAusbreitung, weil, wenn auch oriental. Absonderungder Weiber, doch eigentliche Vielweiberei daselbst nicht heimisch war. Von den spätem Rö-mern wurden Eunuchen zwar gehalten, doch die Verschneidung, um solche zu gewinnen, warbei ihnen nicht gebräuchlich; dagegen herrschte im byzant. Reiche die Sitte, Eunuchen zuhalten und zu machen, desto mehr, und Eunuchen spielten am oström.Hofe eine große Nolle,waren häufig die Günstlinge der Kaiser und Großen, und der Name Eunuchus kommt da-selbst sogar zur Bezeichnung eines Hofamts vor, etwa gleichbedeutend mit Kammerherr.Gegenwärtig ist die Sitte, Eunuchen zu halten und zu machen, vorzüglich noch unter denmohammcdan. Völkern, denen das Gesetz die Vielweiberei förmlich gestattet, im Schwange.Man findet bei ihnen zweierlei Eunuchen, die weißen, welchen blos die Hoden, und schwarze,denen alle Gcschlechtstheile genommen find. Diese letztem bezieht man als Sklaven ausdem Innern Afrikas; ihr Oberhaupt am türk. Hofe ist der Kißlar-Aga.
Eupen, ein bedeutender Fabrikort im preuß. Regierungsbezirke Aachen, die Haupt-stadt eines Kreises, liegt in einem schönen Thale, dicht an der belg. Grenze und hat überI umo E-, die äußerst blühende Tuch- und Kasimirfabriken, auch Seifen-, Cichorien- undandere Fabriken unterhalten. Die Blüte seiner Fabrikthätigkeit verdankt es franz. Refugics,die in den bis zum luneviller Frieden unter östr. Herrschaft stehenden Flecken des Herzog-thums Limburg emwanderten. Unter der franz. Herrschaft gehörte hierauf E. zu dem De-partement der Ourthe, bis es im pariser Frieden von l 81-l nebst andern limdurgischen Par-cellen an die Krone Preußen kam.
Euphemismus nennt man in der Redekunst die Umschreibung einer anstößigen, un-angenehmen oder widrigen Sache durch mildere und gelindere Worte. So bczeichneten dieAlten z. B. den ihnen unangenehmen Begriff des Sterbens durch eine Menge Euphemismen,wie auch wir dies thun, wenn wir dafür sagen: „zu seinen Vätern vcrsammelt wcrdcn"u. s.w.
Euphemus, der Sohn des Poseidon und der Europa, aus Panopeus in Phoci's, warder Steuermann der Argonauten und Ahnherr des Battus (s d.). Ihm weissagte Medea,daß in 17 Mcuschenaltern einer seiner Nachkommen Cyrcne gründen werde.
EuphvN, ein von Chladni l7W erfundenes musikalisches Instrument, ist im Toneder Harmonika ähnlich, mit der es auch das Gemeinsame hat, daß der tönende Körper ohnevermittelnden Mechanismus von den Fingern in Schwingung versetzt wird, die Nüancirungalso unmittelbar von dem Gefühle des Spielenden ausgeht.
Euphönie, d.i. Wohllaut der Töne, bezieht sich auf den Klang oder die Qualität desTons,;. B. der Stimme, und gehört, insofern die Töne die Grundbestandthcile des Wortsfind, zu den Vorzügen einer Sprache. Euphonische Buchstaben nennt man daher inder Sprachlehre diejenigen, welche blos des Wohlklangs wegen, ohne zu den Wortwurzclnzu gehören, eingeschoben werden, wie z. B. das von Adelung sogenannte mildernde e, das rin darauf, daran u. s.w.
Euphorbus, der Sohn des Panthous, einer der tapfersten Trojaner, wurde vonMenelaus getödtet. Pythagoras (s. d.) behauptete, früher dieser E. gewesen zu sein.
Euphorie auch Eup athie ist die Eigenschaft einer Arznei, gut vertragen zu wer-den. Die Euphorie ist bei gewissen Kranken sehr zu berücksichtigen, weil manches Mittel,so angemessen es einer Krankheit auch sein mag, doch der Individualität des Kranken wider-streitet. (S. Jdio sy nkrasi e.)
Euphrat, griech. Euphrätes, in den oriental. Sprachen Frat oder Prat ge-nannt, der größte Strom Vorderasiens, entsteht in Armenien aus zwei Quellflüssen, diebeide in Zweigen des Taurus entspringen, von Nordosten nach Südwesten fließend in derGegend von Maden sich vereinigen, und von denen der nördliche, der nahe bei Erzcrum vor-beifließt, der Frat im engern Sinne, der südliche, größere aber der Murat-Tscha! ist. Baldnach ihrer Vereinigung wendet sich der Euphrat südlich, durchbricht den Taurus oberhalbSemisat (dem alten Samosata) und strömt dann, Mesopotamien von Syrien und der syr.Wüste trennend, in südöstlicher Richtung, bis er bei Korna mit dem Tigris sich vereinigt,mit diesem den Namen Schat-el-Arab annimmt und sich dann unterhalb Bassora in den
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