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nes II., der älteste Sohn und seit 197 v. Chr. der Nachfolger Attalus' I., bekannt ist. Wiesein Vater war er den Römern ergeben. Zum Dank für diese Hülfe, die er ihnen im Kriegegegen Antiochus von Syrien geliefert hatte, erhielt er von ihnen nach dem Siege den thrazi-schen Chersones und fast ganz Asien diesseit des Taurus, auch die Streitigkeiten, in die er mitPrusias von Bithynicn und mit Pharnaccs von Pontus, sowie mit den Thraziern gcrickh,die über seine Bedrückungen 172 vergeblich in Nom Beschwerde führten, wurden durch dieRömer zu seinem Vortheil entschieden. Da aber in dem Kriege gegen Perseus von Make-donien, zu denen er vornehmlich durch seine Klagen den Römern erwünschten Anlaß gegeben,seine Treue sich schwankend gezeigt hatte, begünstigte Nom die asiat. Gallier, mit denen erin Krieg gerathen war, indem es sie für unabhängig erklärte; es suchte, wiewol vergeblich,seinen Bruder Attalus gegen ihn aufzuwicgeln und nahm die Klagen, die der König vonBithynicn sowie mehre asiat. Städte über ihn führten, bereitwillig an. Bevor es zu einerEntscheidung gekommen war, starb E. 159 v. Chr. Die Pergamcnische Bibliothek, die seinVater gegründet, wurde durch ihn ansehnlich vermehrt, wie er sich überhaupt als Freund derWissenschaften und Bildung auszcichncte.
Eumenrden, lat. Furien, eigentlich die gnädigen, gütigen, huldvollen Göttinnen,wurden euphemistisch die furchtbaren Nachegöttinnen genannt, deren wahren Namen Eri li-tt y en man nicht gern aussprach. Sic kommen schon beiden ältesten Dichtern vor und spielendann eine Hauptrolle bei den Tragikern, bei denen sie einen ausgedehntern Wirkungskreishaben. In der ältesten Zeit, bei Homer und Hesiod, rächen und strafen sie den Meineid, Ver-letzung der Kindespflicht, des Gastrechts, jeden Mord und tragen überhaupt dafür Sorge,daß Niemand seine Grenzen überschreite. Bei denselben Dichtern erscheinen sie theils in un-bestimmter Mehrheit, theils in der Einzahl; die Drcizahl, ebenso wie ihre Namen Alckto,Megära, Tisiphonc, ist jedenfalls erst spät aufgekommen, da bei Äschylns noch einganzer Erinnyenchor auftritt. Sie wohnten nach Homer im Erebus, womit auch die Fort-dauer ihrer Strafe nach dem Tode zusammenhängt; nach Hesiod sind sie Töchter der Erde,welche aus den Blutstropfen der Zcugungstheile des Uranus entstanden. Was ihre Dar-stellung anlangt, so haben sie bei Äschylus die von den Gorgonen und Harpyien entlehntenZüge, während sic in der später» Zeit in freundlicherer Gestalt als geflügelte Jungfrauenmit Fackeln und Schlangen in den Händen erscheinen. In Athen war ihr Cultus, der wiebei den unterirdischen Gottheiten schweigend begangen wurde, ganz besonders in Ehren; siehatten ein Heiligthum in der Nähe des Areopag und bei Kolonos.
Eumolpus, berühmt als Sänger, der Sohn des Poseidon und der Chione, ein Thra-zier, soll in Attika eingewandcrt sein, mit den Eleusiniern den König Erechtheus bekriegt unddie eleusinischen Mysterien gestiftet haben. Von diesem unterscheidet man andere gleichesNamens, den Sohn des Musäus und Schüler des Orpheus, dann den Sohn des Philam-mon, den Lehrer des Hercules, ferner einen Nachkommen des Triptolemus. Der Name E.ist einer aus der Reihe jener alten priesterlichen Sänger, welche durch Gründung religiöserInstitute unter den rohen Bewohnern von Hellas Cultur und Sittigung verbreiteten. Vondem Gründer der eleusinischen Mysterien hatte ein vornehmes Geschlecht in Athentden Na-men der Eum olpiden, aus dem die Priester der Demeter in Eleusis gewählt wurden.
Eunomra, eine derHoren (s. d.).
Eunostus, ein HeroS in Tanagra, so genannt von seiner Erzieherin, der NympheEuno sie, wurde von den Brüdern der Ochne, welche ihn verleumdet hatte, als wolle er ihrGewalt anthun, getödtet. Aus Neue stürzte sich Ochne später von einem Felsen herab. DemE. selbst war bei Tanagra ein Hain geweiht, den kein weibliches Wesen betreten durfte.
Eunuch, im Allgemeinen gleichbedeutend mit Castrat (s. Castration), werden be-sonders die Verschnittenen genannt, welchen im Orient die Obhut über die Harems anver-traut ist. Die Sitte, Eunuchen als Frauenwächtcr zu halten, ist eine Folge der Vielweiberei?sie wird daher besonders im Orient und Nordaftika angetroffen; in monogamischen Ländernkam sie nur vor, wenn asiat. Wollüste und Sitten eindrangen, wie z. B. in der röm. Kaiser-zeit, insbesondere der der byzant. Kaiser. Die Sitte der Entmannung zum Zwecke Harems-wächter zu gewinnen, ist sehr alt und scheint in Libyen ihren Ursprung genommen und vondort über Ägypten nach dem Orient sich verbreitet zu haben. Syrien und Kleinasten warm