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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Eugen (Kranz)

obgleich dieser aus Übereilung in das unglückliche Treffen bei Gtaffard sich eingelassen hatte,stellte doch E. nach dem Eintreffen östr. Hülfstruppen das Gleichgewicht wieder her. ZumFührer beider Heere ernannt, entsetzte er 1691 Coni und drang durch Piemont in die Dau-phine ein, die er zur Vergeltung der franz. Mordbrennereien in der Pfalz allenthalben ver-heerte. Nach Wien zurückgckehrt, wurde er Oberbefehlshaber in Ungarn und schlug die Tür-ken in der berühmten Schlacht bei Zentha 1697, die dem Großvezier das Leben kostete unddem Verfalle des osman. Reichs das Siegel aufdrückte. Hoch erfreut über diesen Sieg reisteer nach Wien, wurde aber dort, weil er die Schlacht gegen den gemcssencrn Befehl des Hof-kriegsraths unternommen, von Leopold kalt empfangen und mußte seinen Degen abgeben.Nach kurzer Frist erhielt er jedoch von Leopold selbst das Commando mit unumschränkterVollmacht zurück. DaerindcßvomHofkriegsrathezuWiennicht gehörig mit Geld und Trup-pen unterstützt wurde, konnte er bei der Übermacht der Türken in den nächsten Jahren bis zumFrieden von Carlowiß im I. 1699 nicht viel mehr ausrichten. Im span. Erbfolgekriege be-siegte er in Italien 1791 Fremont bei Carpi, Villeroi bei Chiari, und nur der geschicktereVendöme vermochte durch seine Übermacht an Truppen E.'S Fortschritte aufzuhalten. Hier-auf dämpfte er den Aufstand in Ungarn und stritt tapfer in der unentschiedenen Schlacht beiLuzzara. Im 1.1793 zum Hofkriegsrathspräsidenten ernannt, warcrvonnunandicHaupt-triebfeder aller Unternehmungen. Zunächst übernahm er den Oberbefehl des Heers in Deutsch-land und erfocht den glänzenden Sieg bei Hochstädt am 13. Rüg. 1794, wo ec das bair.-franz. Heer schlug, dann wieder in Italien, wo er durch die Schlacht bei Turin am 7. Sept.1796 die Franzosen aus Italien trieb. Hieraus siegte er im Vereine mit seinem FreundeundNuhmsgenossen Marlborough bei Oudenarde am l l.Juli 1798 und bei Malplaquet am1 l. Sept. 1799. Nach dem Rücktritte Hollands aber und besonders England-, welches letz-tere er durch eine Gesandtschaftsreise im Jan. 1712 zur Bundesgenoffcnschaft, wiewol ver-geblich, zurückzuführen bemüht war, an Hülfsmitteln zu schwach, um dem Feinde am Rheinwiderstehen zu können, erlitt er bei Denain am 23. Juli 1712, wo Villars das Albemarle'scheCorps überfiel, eine Niederlage, in Folge deren seine Linie» vom Feinde überstiegen wurdenund er cs ruhig ansehen mußte, wie eine Festung nach der andern von den Franzosen genom-men wurde, bis der rastadter Friede im J. 1713, dessen Verhandlungen er gegen Villarsmit ebenso viel Gewandtheit als Festigkeit führte, dem Kriege ein Ende machte. Jm J. 1716,beim Wiederbeginn des Kriegs gegen die Türken, ergriff E. aufs neue die Waffen, schlugnoch in demselben Jahre das l 89999 M. starke Heer derselben bei Peterwardein, eroberteTemeswar und >717 nach einer blutigen Schlacht Belgrad. Ruhmgekrönk kehrte er nachdem gegen seinen Willen und Rath geschlossenen Frieden von Passarowitz 1713 nach Wienzurück, wo er, allgemein geliebt und verehrt, während der folgenden Friedensjahre mit glei-chem Eifer im Cabinet arbeitete. Als aber >733 die poln. Thronfolgeangelegenheit einenneuen Krieg hcrbeiführte, erschien er noch einmal auf dem Kriegsschauplätze am Rhein,konnte aber, zu bejahrt und ohne hinlängliche Mittel, nichts ausrichten. Nach dem Friedenim I. 1737 kehrte er nach Wien zurück, wo er am 21. Apr. 1736 starb. E. war klein undschwächlich von Gestalt, hatte ein mageres Gesicht und eine lange Nase, schnupfte viel Tabackund trug sich übermäßig einfach in Kleidern. Mit ganzer Seele liebte er seinen Feldherrn-beruf, hielt die Soldaten in strenger Zucht, sorgte aber auch eifrigst für ihre Bedürfnisse.Mehr als dreizehnmal wurde er verwundet. Vom Herzoge Karl von Lothringen gebildet,und wie dieser von seinem Vaterlande verachtet und vertrieben, trat er, als Karl 1699 starb,nicht nur in dessen Stelle, sondern erwarb sich auch als Staatsmann und Diplomat um Ost-reich große Verdienste. Dabei war er ohne Neid und Ränkesucht, empfänglich für Freund-schaft, wie sein Verhältnis zu Marlborough beweist, und, was ihn in jener Zeit am meistenauszeichnet, religiös, aber ohne alle Intoleranz und ohne kirchliche und Skandesvorurtheile.Er diente drei Kaisern nacheinander, die er selbst so zu beurtheilen pflegte, daß er sagte, inLeopold I. habe er einen Vater, in Joseph I. einen Bruder, in Karl VI. einen Herrn gehabt.Die von E. verfaßten politischen Schriften, herausgegeben von Sartori (7 Abthcil., Tüb.1812), sind sehr wichtig zur Kenntniß der Geschichte und Sitten seiner Zeit. Vgl. Dumont,„blistoiee militsire 6u prince bl.", fortgesetzt von Rousset (2 Bde., Haag 1723—29, Fol.),und Ferrari „De rel>»s gestis Lugenii" (Rom 1747, 4.). Die „Vie eiu zrrince Luxeue,