124 Eudiometer Eugen (Franz)
auch die religiöse Moral, wenn sie die Tugend lediglich um der Belohnungen willen em-pfiehlt, die ihrer in dem künftigen Leben warten. Dem Eudämonismus steht der Grund-satz, auf welchem alle wahre Ethik beruht, entgegen, daß die Befriedigung des WollenSdiesem Wollen selbst noch keinen Werth gebe und daß es, um den Unterschied des Guten undBösen festzustellen, nicht auf die Bestimmung Dessen, was den Willen befriedigt, sondernauf eine von allen Nebenrücksichten unabhängige Beurtheilung des Wollen- selbst ankomme.Wo man diese beiden ganz verschiedenen Standpunkte nicht genau sondert, kann es leicht ge-schehen, daß sich in den Begriff der Glückseligkeit echtsittliche Bestimmungen verstecken, wiedieses z. B. in dem Eudämonismus des Aristoteles der Fall ist, während Aristipp und Ep i-kur (s. d.) die Ethik ganz unumwunden in einer bloßen Genußlehre untergehen ließen.
Eudiometer heißt ein Instrument zur Bestimmung der Menge von Sauerstoff,welche in einer gegebenen Quantität Luft enthalten ist. Unter den verschiedenen Einrichtun-gen desselben ist die Volta'sche die gewöhnlichste, die sich auf Verpuffung der zu untersuchen-den Luft mit einem gegebenen Verhältniß von Wafferstoffgas mittels des elektrischen Fun-kens gründet.
Eudörvs, der Sohn des Hermes und der Polymele, der Tochter des TheffaliersPhylas, war unter Achilles einer der Anführer der Myrmidonen.
Eudöpos aus Knidos, den Cicero den Fürsten unter den Astronomen nennt, lebteum 370 v. Chr., war der Schüler und Freund des Platon und bildete sich vorzüglich inÄgypten, wo er sich l 3 Jahre aufhielt, im Umgänge mit den Priestern. Seine letzten Jahreverlebte er auf dem Gipfel eines hohen Bergs, um den gestirnten Himmel immer vor Au-gen zu haben. Von allen griech. Philosophen und Astronomen scheint er zuerst richtigereVorstellungen über die Krümmung der Erdoberfläche gehabt zu haben, welche er theils aufseinen Reisen nach Ägypten und Griechenland, theils durch Nachrichten anderer Reisendenkennen lernte, und wiewol er, wie es scheint, die Meinung von der Kugelgestalt der Erdenicht auszusprechen wagte, so hat er doch dieser Ansicht wahrscheinlich den Weg gebahnt.Auch soll er zuerst eine horizontale Sonnenuhr zu verzeichnen gelehrt haben, die er ihrer Ge-stalt wegen eine Spinne nannte. Seine Werke, von denen das eine „PImsiwnieiia" demunter demselben Titel bekannten desAratus (s.d.) zu Grunde liegt, sind verloren gegangen.
Eugen (Franz) von Savoyen, bekannter unter dem Namen Prinz Eugen, dergrößte Feldherr seiner Zeit und ein gleich ausgezeichneter Staatsmann, war der Sohn EugenMoritz's, Herzogs von Savoyen-Carignan, Grafen von Soissons, und der Olympia Man-cini, einer Nichte des Cardinals Mazarin, geb. zu Paris am 18. Oct. 1663. Als der jüngstevon fünf Söhnen wurde E-dem geistlichen Stande bestimmt; doch sein lebhafter hochstre-bender Geist beschäftigte sich lieber mit dem Studium der Geschichte großer Männer als mittheologischen Spitzfindigkeiten. Schon gekränkt durch den Schimpf, der seiner Mutter wider-fuhr, die Ludwig's XIV. erste Jugendgeliebte, dann von ihm verstoßen und aus Frankreichvertrieben wurde, fühlte sich E. noch mehr gegen Ludwig XIV. erbittert, als derselbe ihm,man sagt, auf des seiner Familie feindseligen Louvois Anstiften, das Commando einer Nei-tcrcompagnie abschlug, weil er zu schwächlich, und eine Abtei, weil er mehr für das Ver-gnügen als für die Kirche geschaffen sei. Zürnend verließ er 1683, als Ludwig einigen franz.Prinzen erlaubt hatte, im Kampfe gegen die Pforte Ruhm zu suchen, Frankreich und tratin östr. Dienste, gerade zur Zeit, als die Türken Wien belagerten. Schon in der Schlacht,durch welche die Kaiserstadt entsetzt wurde, am 12. Sept. 1683, und bei der ihr folgende»Vertreibung der Türken zeigte der 19jährige Jüngling so viel Tapferkeit, daß er die Auf-merksamkeit deS östr. Oberbefehlshabers auf sich zog und am ll.Dec. desselben Jahrs einDragonerregiment erhielt. Än der Spitze desselben entwickelte er in dem Türkenkriege,1683 — 87, unter der Leitung des trefflichen Ludwig von Baden und Karl's von Lothringenherrliche Feldherrntalcnte, und rasch stieg er zu den höchsten militairischen Würden empor.Schon nach der Schlacht bei Mohacz im I. 1687 wurde er Feldmarschalllieutenant, 1693Generalfeldmarschall und 1703 Präsident des kaiserlichen Hofkriegsraths. Außer dem schongenannten Feldzüge gegen die Türken kämpfte er für Ostreich in dem sogenannten Coalitions-kriege gegen Ludwig XIV. 1690—96 in Italien. Er wußte hier durch geschickte Unterhand-lungen den Herzog von Savoyen, Victor ÄmadeuS II., auf des Kaisers Seite zu ziehen, und