Euböa Eudämonismus 123
stellung und Verschönerung des in ital. Stil von röthlichcm Stein aufgcführten Schlossessammt seinen herrlichen Parkanlagen verwendet, namentlich auch die in ihrer Art einzigePortraitsammlung vervollständigt, und so diesen verlassenen Landsitz zu einem der reizend-stcn Aufenthaltsorte umgeschaffen. Von dem Schlosse aus sieht man, über das Wiesenthalder Brösle hinweg, in geringer Entfernung den alten berühmten Hafenort Tre'port, welcherzwischen zwei Vorgebirgen eingerahmt, sich längs dem Meere hindchnt. In neuester Zeithat das an historischen Erinnerungen so reiche E. durch den Besuch, welchen hier die KöniginVictoria von England der franz. Königsfamilie vom 2.-7. Sept. 1843 abstattcte, eineDenkwürdigkeit mehr erhalten.
Euböa, die größte und fruchtbarste Insel im Ägeischen Meere, jetzt NegroPonteoder Egribos genannt, durch einen schmalen Kanal, Euripus genannt, von Attika,Böotien und dem südlichen Theile Thessaliens getrennt, war in den frühesten Zeiten von Io-niern, Abanten und Ätolicr» bewohnt und wurde dann durch Colonisten aus Athen bevöl-kert. Es hatte anfangs monarchische, später demokratische Verfassung und gelangte sehr baldzu Wohlstand und Macht. Doch schon nach den Pcrserkriegcn nahm der Einfluß undReichthum der Insel ab, besonders nachdem die Athener dieselbe unter ihre Herrschaftgebracht hatten, unter welcher sie längere Zeit verblieb, bis sic Philipp von Makedonien undnachher Mithridates unterjochten. Von den Römern freilich nur dem Scheine nachwieder befreit, wurde sie endlich unter Vespasian mit der Provinz Achaja vereinigt.Gegenwärtig bildet E. nebst einigen benachbarten kleinen Inseln die neunte Nomarchie desKönigreichs Griechenland und zählt auf 70 mM. 4000» E. Auf der Südspitze der Inselliegt die Festung Karystos, mit 3000 E. und einem Hafen, welcher die benachbarten Inselnsowie die Küsten des attischen Festlandes beherrscht. In der Mitte der Insel, auf derenWestküste, liegt die Hauptstadt Negropontc, das alte Chalcis, an der schmälsten Stelle desEuripuS, sodaß sie durch cineZugbrücke mit einem Thurme in der Meerenge, und dieser durcheine Brücke von fünf Pfeilern mit dem Festlande verbunden ist. Baumwolle, Ol, Weinund Getreide sind die Hauptcrzeugniffe der Insel, die auch Braunkohlcnlager enthält undim Alterthum durch ihren grauen Marmor berühmt war. Die Einwohner treiben vorzüg-lich Vieh- und Bienenzucht sowie Roscnölbereitung. Im I. >82l erhob E. das Banner derFreiheit auf Zuruf der schönen Modena Maurogenia.
Eucharistie, d. i. Danksagung, bezcichncte schon in der Liturgie der alten Kirche einDoppeltes. Einmal nämlich und im cngern Sinne nannte man so das größere Dankgebet,welches nach Art der bei dem jüd. Passahmahl gebräuchlichen Lobgcbete und nach dem Vor-gänge Christi selbst (Matth. 26, 26. 27.) vor der Consecration des Brots und Weins imAbcndmahlss. d.) vorherging und theils auf die allgemeinen Wohlthatcn Gottes, theilsund insbesondere auf den Segen der Erlösung sich bezog. Eingeleitet wurde cs durch diesogenannten Präfationcn: „Die Herzen in die Höh!" worauf das Volk erwiderte: „Wirhaben sie zum Herrn erhoben; ferner: „Lasset uns dem Herrn danken", worauf die Antworterfolgte: „Das ist würdig und recht." Einen Theil dieses Gebets bildeten auch die von derMenge angestimmten Hymnen: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth", und: „Ehresei Gott in der Höhe." Im weitern Sinne verstand und versteht man unter E- die ge-stimmte Abendmahlsfcier.
Euchenor, der Sohn des Ägyptus, wurde von derDanäldeJphimedusa ermordet.—Euchenor, ein Sohn des korinthischen Sehers Polyidus, zog mit gegen Troja und fandda durch den Paris seinen Tod.
Eudämonismus heißt die Ansicht, welche die Glückseligkeit zum letzten Ziel allesWollens und Handelns, also zum Maßstab des Guten und Schlechten, mithin auch dasStreben darnach zum letzten Beweggründe und zum obersten Grundsätze der Moral macht.Eudämonistische Moral ist demnach eine Sittcnlehrc, welche dieses Princip aufstellt,und Eudä monist heißt Der, welcher dieser Lehre zugethan ist. Da der Begriff der Glück-seligkeit, d. h. des in der Befriedigung der Wünsche und Begierden liegenden Wohlseins, ansich ganz unbestimmt ist, so hat sich der Eudämonismus sehr verschieden gestaltet; gewöhn-lich unterscheidet man einen gröbern und feinern, je nachdem man die Glückseligkeit in sinn-liche oder geistige Genießungen oder in eine Mischung beider setzt. Eudämonistisch ist