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Etty Eu
and alten Mauern umgeben und hat ein sehr altcrthümliches Ansehen. Die merkwürdigstenGebäude sind das alte fürstliche Schloß auf dem Grunde eines röm. Castells, das 1689 vonden Franzosen nicdergebrannt, im Anfänge des l8.Jahrh. neu gebaut wurde; die im Brandvon 1689 zum Theil erhaltene und gleichzeitig mit dem Schlosse wieder ausgebaute Pfarr-kirche und das Rathhaus. Die Bewohner, etwa -1209 an der Zahl, treiben Acker- undWeinbau, Gewerbe und unterhalten ansehnliche Fabriken. Nom. Alterthümer werden inund um E. in Menge gefunden; doch wird der Ort zuerst zuAnfange des 12. und als Stadterst in der Mitte des 13. Zahrh. erwähnt. Durch die Franzosen wurde die Stadt am14. Aug. 1689 in fürchterlicher Weise verwüstet.
Etüden, d. i. Studienstücke, heißen Musikstücke für verschiedene Instrumente, derennächster Zweck technische Ausbildung des Spielers ist, die aber in neuerer Zeit eine besondereBedeutung erlangt haben. Indem man nämlich das ausschließliche Festhalten einer gewissenFigur, was das Wesen der Etüde ausmacht, theils zu einer charakteristischen Färbung, theilszu bloö sinnlichschönen Klangwirkungen benutzte, dem Ganzen aber eine genügende Aus-dehnung und Formenrundung gab, erhob man die Etüde zur Geltung einer selbständigenKunstgattung, bei der der ursprüngliche instructive Zweck oft nur scheinbar beibehalten ist.Wenn an sich dagegen nichts einzuwendcn ist, da ja auch andere Gattungen, z. B. Tänze,zu einer künstlerischen Bedeutung erhoben wurden, die über den Namen und ursprünglichenZweck hinausgeht, so ist doch nicht zu verkennen, daß von Vielen, namentlich von Clavier-componistcn, die Etüde mit einer Vorliebe behandelt wurde, die nicht ohne Beeinträchtigunganderer Gattungen geblieben ist.
Etymvlögie (griech.) heißt derjenige Theil der Sprachlehre, welcher sich mit der Ab-leitung der Wörter beschäftigt und diese auf ihre Wurzeln und Stämme zurückführt, um ihrewahre und ursprüngliche Bedeutung zu erforschen. Sie umfaßt die Lehre von den Bcstand-theilen des Worts, von den verschiedenen Wortarten, ihrem Begriffe und ihren Formen,und endlich von der Bildung der Wörter durch Ableitung und Zusammensetzung und zer-fällt mithin in die Fundamentallchre, Formenlehre und Wortbildungslehre. Die Wichtig-keit dieser etymologischen Studien wurde schon in früher Zeit erkannt und gewürdigt, dochhat man sich in der neuesten Zeit bei den Forschungen über die Wortstämme der todten undlebenden Sprachen, da Vieles hierin problematisch erscheint und der Phantasie ein freierSpielraum geöffnet ist, nur zu häufig in leere Spielereien verloren. Ein spcciellcs Wörterbuch,worin die Wurzeln der Wörter nachgcwiesen werden, nennt man Etymologicum. Dasälteste, für die griech. Sprache abgefaßte Wörterbuch dieser Art ist das „Ltz-mologicumM8ANUIN" (hcrausgeg. von Schäfer, Lp;. 1816, 4.), wozu das „Ltz-molnFicum 6u<iismim"(herausgeg. von Sturz, 2 Bde-, Lpz. 1818—20, 4.) gehört. Für die lat. Sprache verdie-ncn Erwähnung Dödcrlcin's „Lat. Synonyme und Etymologien" (6 Bde., Lpz. 1826—38) und Schwenk's „Etymologisches Wörterbuch der lat. Sprache" (Darmst. 182"). Aufmehre Sprachen erstreckt sich Whiter's „Ltz-mologicum universale, vr universal etzmolo-gicsl «lictinnar^" (2 Bde., Lond. 1800; neue Aufl., Cambr. 1811, 4.) und das syn-glottische Werk ,,1'ripartituin Skulle analo^ia linAuarum libellus" (Wien, 1820 — 33).Auch die deutsche Sprache ist in dieser Beziehung mit dem rühmlichsten Eifer neuerdingsvielfach untersucht worden von Grass, Zicmann u. A.
Eu , ein Städtchen oberhalb der Mündung des Flüßchens Bresle, in der Normandiegelegen, ausgezeichnet durch seine schöne gvth. Parochialkirche, hatte im I I.—12. Jahrh.die gleichnamigen Grafen, ein Seitenzweig des normänn. Königshauses, zu Besitzern.Nach dem Absterben derselben war diese ansehnliche Herrschaft nacheinander in den Händenverschiedener normänn. Großen und zuletzt im Besitz der von Saint-Pol, denen Ludwig Xl.1475 Stadt und Schloß zerstörte. Später wieder aufgcbaut, kam E. durch Heirath an denHerzog von Gusse mit der Schmarre, dessen Grab in der dasigen Kirche gezeigt wird, undnach Erlöschen des Hauses der Güssen im I. 1675, kaufte es La grande Demoiselle (diePrinzessin von Montpensicr), deren phantastisches Wesen sich vielfach in Bauart und Ver-zierung des Schlosses verewigt hat. Später fiel E. dem Herzog von Maine zu, von welchemeS auf den Herzog von Penthievre, den mütterlichen Großvater Ludwig Philipp's, überging,an welchen letztem cs 1821 kam. Seitdem hat Ludwig Philipp viel auf die Wiederher-