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Etrurien
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sowie im Fall gemeinsamen Kriegs der Bundesfeldhcrr gewählt ward. Zuverlässig bestanddieser Bund aus zwölf Städten, und auch das Land am Po war so gegliedert; die als unab-hängig angegebenen Städte aber überstiegen diese Zahl, und es bleibt ungewiß, ob dies sichdadurch erklären lasse, daß einzelne von ihnen erlöschen und andere an ihre Stelle traten,oder ob einzelne Stimmen auf dem Bundestag mehre Städte zusammcnfaßten. In allenetrur. Staaten bestand eine pricsterliche Aristokratie; aus den Geschlechtern, deren Häupter,wie es scheint, mit dem Namen Lucumoncn bezeichnet wurden, war der Senat abgeordnet,an die Stelle der Könige schienen später überall jährlich wechselnde Magistrate getreten zusein. Unter jenem Hcrrenstand befand sich die übrige Volksmenge in einer Clicntel, die hiereinen härtern und strenger» Charakter als bei den andern mittelital. Völkern gehabt zuhaben scheint. Gcmcinfreie fanden sich wol nur in einzelnen Städten und ihr Stand ge-langte zu keiner Bedeutung. Der Einfluß der etrur. Staatsvcrfassung auf die röm. wird imGanzen wol nur auf einzelne Äußerlichkeiten, wie die Magistratsinsignien, die Triumphzügc,zu beschränken sein. Dagegen kann eine Einwirkung des etrur. Religionswescns, in welchemsich allgemein-italische Vorstellungen und Gebräuche mit ganz eigcnthümlichcn sehr innigverschmolzen zu haben scheinen, auf die Gestaltung des röm. kaum geleugnet werden. DieReligion der Etrusker, tiefsinnig, aber düster und phantasicarm, war in ihrer Anwendungauf das Staats- und Privatleben sehr sorgfältig bis in das Einzelnste ausgebildet. Beson-ders wichtig war in dieser Hinsicht die Deutung der Zukunft aus göttlichen Zeichen, die Di-vination, welche ebenso wie der Götterdienst überhaupt dem herrschenden Stande vorzugs-weise zukam. Die echtctrurische Kunst der Haruspices, aus der Beschaffenheit der Opfer dieZukunft zu deuten, ward in späterer Zeit auch in Nom benutzt; die Blihdeutung war inEtrurien ausgebildeter als irgendwo, mehr als das eigentliche, bei den Sabinern und Rö-mern einheimische, Augurium, die Vogelschau. Unter den zahlreichen heiligen Büchern derEtrusker genossen die des Tages, eines Dämons, der den Etruskischen Lucumoncn die Göttcr-und Opferlehre verkündet haben sollte, besonderes Ansehen, daneben lehrten die sogenanntenAcherontischen Bücher die Lehre von der Versöhnung der Götter, der Aufschiebung desSchicksals, der Vergötterung der Seelen, und in Ritualbüchcrn war vornehmlich die An-wendung der heiligen Gebräuche auf das praktische Leben verzeichnet. Die Götter selbst,deren Sitz im Norden gedacht ward, zerfielen in zwei Ordnungen, die der ober« und vcr-hüllten Götter, Äsar genannt, und die übrigen, unter denen Tina (Jupiter) an der Spitzedes Raths der zwölfConsentes odcrComplices stand. Berühmt sind die gewaltigen und ansunbehauenen Steinen aufgeführten Mauern etrur. Städte, wie von Perusia, Volaterra,Rusellä und Vetulonium; große Wasserbauten wurden in Kanälen an der Mündung desPo und Arno und in Emissarien zu Trockenlegung von Seen und Sümpfen ausgcführt.Auch hier, wie im Tempel- und Häuserbau, wirkte E. auf Rom ein, die Cloaca maxima undder capitolinische Tempel in Rom unter den Tarquincn waren Werke ctrurischer Baukunst.In der Plastik zeichneten sich die Etrusker namentlich durch ihre Thonarbciten aus; V a-sen (s. d.), thcils griech., theils mehr eigenthümlicher Art, wie die zu Clusium gefundenen(s. Ausgrabungen) geben davon Zeugniß, aber auch Statuen wurden aus Thon gefertigt,wie denn die erste Statue des capitolinischcn Jupiter das Werk eines Etruskers war. Nichtminder wurde die Erzgießerei und die Toreutik in Metall und Elfenbein von ihnen geübt.Etrurische mimische Tänzer, Histrionen, fanden in Nom Eingang, ebenso kamen die Gla-diatorenkämpfe von E. dahin. Handel wurde vorzüglich zur See, aber auch zu Lande mitden Producten des Landes, namentlich mit Getreide, Eisen, Holz und den Erzeugnissen derIndustrie, mit Thon- und Erzarbeiten und gewebten Zeugen getrieben.
Nachdem Rom unter Tarquinius Priscus und Superbus wo nicht unter etrur. Herr-schaft, doch in enger Verbindung mit E. gestanden, dann sich deS Angriffs des clusini-schen Porsenna, 507 v. Chr., kaum erwehrt hatte, begannen 185 deren Kämpfe mit dermächtigen etrur. Nachbarstaat Vcji, die durch Waffenstillstände mehrmals unterbrochen,im J. 396 mit der Zerstörung von Vcji durch Ca millus (s. d.) endeten, da das übrige E.durch die Angriffe der Gallier beschäftigt war. Auch der Ciminische Wald, der etwa seit 375die Grenze gegen die Römer bildete, wurde von diesen überschritten und die Macht E.S ge-brochen, namentlich durch die großen Schlachten am Vadimonischen See im I. 3VS w»