Molle mobile Etrurien 11V
gemeine Entwickelung freisinniger Ideen die lächerliche Steifigkeit jener alten Etikette soivolan den Höfen als im Leben der vornehmem Stände bedeutend gemindert. Nur bei feierlichenGelegenheiten hat gegenwärtig die Etikette als Cer em o n iel (s. d.) mit Recht und noth-wcndigerweise ihre Gültigkeit behauptet.
Molle mobile heißt ein in Frankreich erfundenes sehr sinnreiches Instrument, denBvhrungsdurchmeffer neugegosscner Geschützrohre zu prüfen und die etwa in der Seele ent-haltenen Gruben zu entdecken. Die Stückgießer nennen es deshalb Instrument internal.
Eton, ein Flecken in der engl. Grafschaft Buckingham, an der Themse, Windsorgegenüber, mit 2500 E. und einem reichen, ganz unabhängigen, von einem Propste undsieben Stiftshcrren regierten Stifte, ist insbesondere berühmt wegen der von Heinrich VI.
daselbst gestifteten, mit einer reichen Bibliothek und auch übrigens ansehnlich ausge-statteten Schule. Die Zahl der Alumnen ist auf 70 festgesetzt und wird meist aus Söhnender vornehmsten Familien ergänzt; die Zahl der Extraneer, welche bei Familien in E. woh-nen, hält sich gewöhnlich zwischen 4—500. Der Unterricht hat viel Eigenthümliches, dieZucht ist sehr streng und die gemeinschaftliche Kost der Zöglinge sehr einfach.
Etrurien, griech. Tyrrheni a, hieß im Altcrthum das ital. Land am Tyrrhe-nischen oder Untern Meer, das von Ligurien durch den kleinen Fluß Macra, vomcispada-nischcn Gallien durch den Kamm der Apenninen, durch die Tiber von Umbrien, den Sabi-nern, Latinern und dem Gebiet von Rom geschieden ward, welches letztere jedoch schon im4. Jahrh. nördlich bis zum Ciminischcn Wald (vonViterbo gegen die Küste hin) ausgedehntwar. DerName Tus eia, daher Toscana, ward für das Land erst in späterer Zeit, dagegenwar der Name Tusci neben Etrusci schon früh für das Volk üblich. Die Umbrer, die ältestenBewohner des Landes, wurden durch die Tyrrhener, Tyrscner, oder tyrrhenischen Pelasger,die, wie cs scheint, zumeist zur See dahin kamen, aus dem südlichen Thcile des Landes undvon den Küsten verdrängt. Deren Herrschaft ward, wol schon vor Roms Gründung,durch ein anderes Volk vernichtet, das sich selbst Nasena nannte, dann aber, nachdem esmit den unterworfenen Tyrrhencrn so verschmolzen war, daß das Tyrrhenische Tarquiniisin der Nähe des jetzigen Corneto) von ihm selbst als cm Stammsitz seiner Cultur und Aus-breitung betrachtet ward, den Namen Tusker oder Etrusker führte, der selbst aus den Na-men der Tyrrhener, welchen die Griechen fortwährend anwcndetcn, entstanden ist. JenesVolk, von den Alten gewöhnlich mit den eigentlichen Tyrrhencrn vermischt und daher ausLydien abgeleitet, war in uralter Zeit von Norden und zwar zunächst aus Rhätien oder Rä-ticn in Italien eingewandert und hatte entweder sogleich, oder wie die Alten meinen, erstvon dem eigentlichen Etrurien aus das Land zwischen den Alpen, dem Ticino und der unternEtsch, südlich bis über Bologna, oder wie es etrurisch hieß, Fclsina, hinaus eingenommen.Sieben Fclsina waren Mantua und Patria, Städte der Etrusker, welche, als sie hier von denGalliern besiegt wurden, sich zum großen Theil nach Räticn zurückgcwendct zu haben schei-nen. Von längerer Dauer und ungleich größerer Bedeutung war die Herrschaft, welches je-nes Volk in dem eigentlichen E. begründete, wo es Umbrer und Tyrrhener unterwarf undsich mit den letztem vermischte. Daß sie von da aus auch in Campanien durch Kolonien sichfür einige Zeit festgesetztest höchst wahrscheinlich; in Corsica sind etrurische Colonien, auchJlva (Elba) gehörte ihnen. Zu welcher Völkerfamilie dies Volk zu zählen sei, ist noch immerrin Räthscl, ebenso wie seine Sprache, von der sich geringe Reste in Inschriften auf Vasen,Münzen und (bei Perugia) Steinen erhalten haben. Von den Sprachen des übrigen Italiensscheint sie sich scharf unterschieden zu haben, aber auch weder mit dem Griechischen noch mitdem Keltischen oder Germanischen ist bis jetzt ein Zusammenhang sicher nachgewiesen worden.Die Schrift ist im Wesentlichen die altgriechische und vermuthlich von Großgriechenland herangenommen. Unter den ctrurischen Städten sind namentlich Vcji, Falcrii, Volsinii (jetztBolscna), Clusium (Chiusi), Perusia unweit des Trasimenischen Sees, Cortona, Arretium(Arezzo), Fäsulä (Ficsoli) im Innern des Landes, und theils an der Küste, theils ihr naheLuna, Pisä, Volaterra, Vctulonium, Populonia, Rusellä, Cosa, Volci, Saturnia, Tar-quinii und Cäre zu erwähnen. Diese Städte waren meist unabhängig voneinander; dasBui-desvcrhältniß, in welchem sie standen, war ziemlich lose, doch wurden zu religiösen undPolitischen Zwecken Bundesversammlungen gehalten, in denen auch der Bundespriester,