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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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117
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Ethikotheologie Etienne (Charl. Guillaume) H7

berechtigt anerkennt, sondern die Beziehungen wieder aufzusuchen bemüht ist, die zwischeneiner sittlichen Ordnung des Staatslebens und der sittlichen Durchbildung der Privatver-hältnisse obwalten. Eine für die Geschichte der sittlichen Begriffe sehr einflußreiche Neben-bestimmung erhalten ethische Untersuchungen durch die Beziehung sittlicher Gebote auf diestatutarischen Überlieferungen der positiven Religion, indem der Begriff der Offenbarungauch auf da- sittliche Gebiet übertragen und sittliche Gebote als unmittelbare Gebote GotteSdargestcllt werden. Darauf beruht die Unterscheidung der religiösen oder theologisch enEthik von derphilosophischen. Er kann daher so viel religiöse Ethiken geben, als esReligionsformen gibt; jede derselben müßte sich aber doch in ein Verhältniß zu einer vonäußerer Autorität unabhängigen Untersuchung des Ethischen zu setzen suchen, ehe der den-kende Geist ihre Bestimmungen in seine Überzeugung aufnehmen kann; daher denn nament-lich die ch r i st l i ch e Ethik von den Umwandlungen der Wissenschaft und des religiös-sitt-lichen Geistes vielfach berührt worden ist. Unter de» neuern Bearbeitungen der christlichenEthik sind die wichtigsten die von F. V. Reinhard, De Wette, Ammon, L. F. O. Baum-garten-Crusius und Harleß.

Ethikotheologie nennt man seit Kant den Versuch, das Dasein Gottes aus dermoralischen Ordnung der Welt zu beweisen, im Unterschiede von der Physikotheologie, welchedasselbe aus der Ordnung, Schönheit und Zweckmäßigkeit der Natur zu beweisen sucht.Kant nannte in diesem Sinne das Dasein Gottes ein Postulat der praktischen Vernunft,d. h. Etwa«, was man aus theoretischen Gründen zwar nicht wissen könne, woran man aberans moralischen Gründen glauben müsse.

Ethnographie, d. i. Völkerkunde, heißt der Thcil der Geographie, welcher von denBewohnern der verschiedenen Länder handelt, sie in Hinsicht ihrer Körperbildung und geisti-gen Kräfte betrachtet und ihre Sitten, Gebräuche und Eigenthümlichkeiten beschreibt. Dieethnographische Geschichte erzählt die Begebenheiten nach einzelnen Völkern oderLändern, während die chronologische oder vielmehr synchronistische Geschichte die gleichzeiti-gen Begebenheiten der verschiedenen Völker und Länder nebeneinanderstellt. (S. Geschichte.)

Etienne (Andre), der tapfere Tambour von Arcole, war zu Cadnel im DepartementVaucluse geboren und trat mit Beginn der franz. Revolution im Alter von l-1 Jahren indie Armee. Als Tambour der 5 l. Halbbrigade nahm er an den Feldzügen der franz. Repu-blik in Deutschland Theil. Schon hier erregte sein muthvolles Betragen allgemeine Auf-merksamkeit; so war ec unter Denen, die beim Rheinübergange schwimmend über den Flußsetzten. Später mit seinem Corps zur ital. Armee versetzt, drang er in der denkwürdigenSchlacht an der Brücke von Arcole an der Spitze der Angriffscolonne mit unerschütterlicherFestigkeit den Sturmmarsch schlagend und über den Kanal schwimmend vor. Der ersteKonsul erthcilke ihm zur Belohnung nach dem Siege ein Paar Ehrentrommelschlägcl undversetzte ihn als Tambour zum Jägercorps der damals errichteten Consulargarde. Seitdemwohnte E. in dieser Eigenschaft allen Feldzügen der Republik und des Kaiserreichs bei, undder Name des Tambours von Arcole wurde ein Symbol, das in der franz. Armee nochheute fortlebt. Als die Ehrenlegion errichtet wurde, trat E. als Ritter unter den Ersten ein.Seit 1830 war er Bataillonstambour des dritten Bataillons der zehnten Legion in der pari-ser Nationalgarde. Der Bildhauer David setzte sein Bild noch bei Lebzeiten unter die be-rühmtesten Männer der Republik in das Giebelfeld des Pantheons. Er starb in den letztenTagen des I. l 837 in Dürftigkeit und wurde unter großen Feierlichkeiten begraben.

Etienne (Charl. Guillaume), Pair von Frankreich, bekannt als dramatischer undpolitischer Schriftsteller, wurde am 6. Jan. l 7 75 zu Chamouilly im Departement der Ober-Marne geboren. Nachdem er sich l 7S6 nach Paris gewendet und hier sein erstes größeresLustspiel „llruk-)8 et kulnprat" zur Aufführung gebracht hatte, wählte ihn der Herzog vonBassano zu seinem Secretair. Im 1. 1810 wurde er zum Censor deS „äournal <Is I'em,>ire"ernannt und ihm später die poiiceiliche Aufsicht über alle Zeitschriften übertragen. SeinStück „b.os lleux j-ei>tlres" brachte ihm die Ehre der Mitgliedschaft des Nationalinstituts.Die gegen ihn durch seine amtlichen Verhältnisse erregte feindliche Stimmung fand einenAnlaß zum Ausbruche, als Lebrun-Toffa, das Vertrauen der Freundschaft verletzend, be-kannt machte, daß E. den Stoff zu diesem Stücke aus einem alten, handschriftlich in der kai-