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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
Seite
113
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Estremadura Etampes N3

ben, ungeachtet dieselbe mit Bcllegarde noch immer im Einverständnisse stand. Bei Hofewar Gabrielle ihrer Sanftheit und Bescheidenheit wegen beliebt, doch haßte und verfolgtesie den Minister Sully, der dem Könige abgeredet hatte, sie zur Herzogin von Beaufort zuerheben. Gegen Ostern 1599, als schon die Scheidung des König- eingeleitet war, begabsich Gabrielle hochschwanger auf Anrathcn ihres Beichtvaters vom Hofe weg nach Paris.Der König begleitete sie halben Wegs, und als sie von ihm Abschied nahm, empfahl sie ihmängstlich ihre Kinder und fiel in den tiefsten Schmerz. Zu Paris wohnte sie bei einem ver-trauten Juden des Königs, Namens Zamet. Am Grünen Donnerstage wurde sie hier plötz-lich nach dem Genüsse einer Orange von ,Pen heftigsten Zuckungen befallen und mußte beider Nathlosigkcit der herbeigerufenen Arzte schon am Sonnabend unter fürchterlichenSchmerzen sterben. Ein Schlagfluß sollte ihrem Leben ein Ende gemacht haben; Niemandaber täuschte sich über die wahre Ursache ihres Todes. Heinrich IV. betrauerte sie ernstlich,wurde aber sehr bald durch seine neue Geliebte, Fräulein von Entraigues, getröstet. Siehinterließ dem Könige drei Kinder, Ce'sar und Alexandre von Vendöme (s. Beaufort)und Henriette Katharine, vermählt an den Herzog von Elboeuf. Die von ihr nach einerHandschrift in der königlichen Bibliothek zu Paris erschienenen „Nemoires" (4 Bde., Par.1829) sind wahrscheinlich von einem ihrer Freunde nach ihrem Tode verfaßt.

Estremadura, eine span. Provinz an der Grenze Portugals, zwischen den FlüssenTajo und Guadiana, von den Römern zu Üi8p»nia bsetica gerechnet, hat einen Flächenraumvon ungefähr 470 mM. und 557V0V E. Sie ist von außerordentlicher Fruchtbarkeit, dieaber die Bewohner bei ihrer Trägheit beiweitcm nicht gnügsam für Getreide-, Obst-undWeinbau nützen, sodaß Getreide sogar eingeführt werden muß. Am meisten sagt ihnen dasHirtenleben zu. Daher ist auch vorzugsweise die Schafzucht und überhaupt die Viehzuchtnoch außerdem begünstigt durch die Natur des Landes, im schwunghaften Betriebe, nament-lich werden schöne Pferde, Esel und Maulesel, und durch Eichelmast viele Schweine gezogen,die treffliche Schinken und Würste liefern. Auch Seidenbau und Bienenzucht sind nicht un-erhebliche Erwerbszwcige. Der sonst ergiebige Bergbau liegt jetzt ganz darnieder, und derHandel nach außen beschränkt sich auf den Paschhandel mit Portugal.

Estrich nennt man jeden Fußboden eines Gemachs, welcher statt mit Dielen odereiner Steinpflasterung mit einer zusammenhängenden Masse bedeckt ist. Die Estriche warenschon in den ältesten Zeiten gebräuchlich und werden auf verschiedene Weise gefertigt. Dieeinfachsten sind die Lehmestriche, welche aus einer etwa drei Zoll dicken Lehmschicht be-stehen, der zu besserer Bindung Ochsenblut beigemischt wird. Nachdem die Schicht fast trockenist, wird sie wiederholt mit Dreschflegeln fest geschlagen. Häufig legt man solchen Estrich,namentlich im nördlichen Deutschland, nach einem Muster mit Steinen aus, welche mitfistgcschlagen werden. Die Gypscstriche bestehen aus einer Schicht mit Leimwaffcr an-gemachten Gypses, welche auf eine vollkommen abgeebnete Sand- oder feine Schuttlageausgegossen wird. Auch die Gypsestrichc werden oft mit kleinen Steinen ausgclegt, und dieMosaikfußböden der altern und neuern Zeit sind solche Estriche. Die im Alterthum gebräuch-lichen Kalke striche bestehen aus einer Mischung von hydraulischem Kalk und feinemSand, auch des neuerfundencn hydraulischen Cemcnts bedient man sich zu Estrich. Strenggenommen sind auch die Asphaltpflasterungen nichts Anderes als Estriche, bei denen manaber statt des Gypses oder Kalks geschmolzenes Erdharz als Bindemittel anwendet. DieEstriche gewähren den Vortheil eines sehr dauerhaften und feuersichern Fußbodens, weshalbman sie jetzt häufig in Küchen anwendet, aber sie beschweren, in ober» Etagen angebracht,die Gcbälke bedeutend, und so angenehm in wärmcrn Klimaten die Kühle ist, welche sie ver-breiten, so empfindlich ist im Norden die Kälte, welche sie den Füßen mittheilen.

Etampes, eine franz. Stadt im Departement der Seine und Oise mit8SV0E., hießim Mittelalter Stampä. Sie war ein altes Krongut, das 1327 an Charles von Evreuxkam und zur Grafschaft erhoben wurde, deren Besitzer in der Folge schnell wechselten. AlsFranz I. seine Geliebte Anna von Pisseleu an Jean de Bressc, Grafen von Penthicvre, ver-hcirathcte, verlieh er ihr >534 die Grafschaft E., die er zwei Jahre darauf zum Hcrzogthumerhob, worauf Anna, gcst. 1576, den Titel einer Herzogin von E. annahm. NachSvnv.-Lex. Neunte Aufl. V. 8