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Cstrees (Geschlecht)
dens verflochten wurde. Erich XIV. unterwarf E. 156 l der schweb. Krone, bei welcher esbis zum I. tll l verblieb. Nachdem Peter der Große im gedachten Jahre das Land erobert,sicherte ihn der nystadter Friede den Besitz desselben. So ging E. durch die verschiedenstenSchulen hindurch, und die Gebildetern der Nation, die Esthländer, jene Deutschen nämlich,die den Adel und Bürgerstand bilden und sämmtliche Städte und Güter des Landes inneha-ben, mögen manche nicht eben tröstliche Vergleiche in dieser Hinsicht anstellen. Besser ergingund ergeht es ihnen aber immer als den armen, zu Dienst und Knechtschaft gezwungenenEsthen, deren in Wahrheit bedrängte Lage, trotzdem daß die Leibeigenschaft von dem milden,seiner Zeit vorgreifenden Kaiser Alexander seit 1816 dem Gesetz nach aufgehoben ist, gewißnoch Vieles zu wünschen übrigläßt und oft noch, selbst in neuester Zeit, zu bedeutenden in-ner« Gährungen Anlaß gegeben hat.
Die Esthen reden eine weiche, wohlklingende Sprache in zwei Hauptdialekten, demrevalschen und dörptischen, und sind reich an herrlichen Volksliedern. Sie besitzen überhauptviel Sinn für Poesie und haben eine leicht erregbare Einbildungskraft, viel natürlichen Ver-stand und ein starkes Gedächtniß. Sie sind wohlwollend, gutmüthig und religiös, der pro-testantischen Kirche ergeben, dabei aber auch von manchen Lastern, namentlich von Tücke,Jähzorn, Rachlust und Hang zur Widersetzlichkeit nicht frei, woran jedoch, ebenso wie anihren mancherlei abergläubischen Vorurtheilen, die frühere fast gänzliche Vernachlässigungdes Volks von Seiten seiner Beherrscher und Lehnsherren Schuld ist. Auch ein großer Theilvon Liefland ist von Esthen bewohnt, besonders die Gegend von Dorpat, Fellin, Pernau, so-daß man in Liefland wieder ein besonderes Esthland im Gegensatz zu dem eigentlichen Lies-oder Lettland unterscheidet. Das Gouvernement Esthland, welches ebenso wie Lief-land und Kurland zur Verwaltung des Gencralgouverneuvs säPMtlicher Ostseeprovinzen,der in Riga residirt, gehört, zerfällt in amtlicher Beziehung in vier Kreise: Harricn oderReval, Wicrland oder Wesenberg, Jcrwcn oder Weißenstein und die Wiek oder Hapsal,welche zusammen auf 32-1 lüM. 282206 E. zählen. Über ein Zehntheil der ganzen Ein-wohnerschaft lebt in den Städten. Die fünf Städte des Landes sind Reval (s. d.), Wei-ßenstein mit 301-1 E., Wesenberg mit 1276 E., Hapsal mit 918 E. und Baltischport oderBaltischhafen mit 320 E. Dazu kommen noch außer 15 größer» und kleinern Kirchspielendie beiden Flecken Leal und Kunda, das als Hafenort einige Bedeutung hat. Die beidenandern Häsen des Landes sind Reval und Hapsal, deren Schiffahrt wie die der Häsen derOstseeprovinzcn überhaupt sehr im Sinken begriffen ist, seitdem Petersburg durch die immergroßartiger werdende Rhede in Kronstadt allen Handel und Verkehr an sich gerissen hat.Die Einfuhr besteht hauptsächlich in Seiden-, Wollen- und Baumwollenwaaren, verschie-denen Hölzern, Südfrüchten und Salz, von welchem letzter» Artikel 1839 allein 515791'/-Pud eingeführt wurden; die Ausfuhr in Leinsamen, Flachs, Flachsheede (Werg), Roggen,Gerste und Kornbranntwein, wovon 1839 30602 Eimer versendet wurden.
Estrees, ein uraltes franz. Geschlecht, das seinen Namen von einem Landgute in derNähe von Arras führt. Seit den frühesten Zeiten hat diese Familie Männer besessen, diesich durch Stellung und Charakter auszeichnctcn. — Jean Marquis d'E., geb. 1186,war ein tüchtiger Krieger unter Franz I., Heinrich II., Franz II. und Karl IX. und besaßzuletzt die Würde eines Generallieutcnants des Königs und eines Großmeisters der Artil-lerie. Er bekannte sich, ohne von dem Hofe zu lassen, zum Protestantismus und starb am23. Oct. 1571. — Sein Sohn, Antoine, Marquis d'E-, der Vater von Gabrielled' Estre'es (s. d.), war ebenfalls Großmeister der Artillerie, machte sich berühmt durch seineVertheidigung von Noyon im I. 1593 und starb gegen Ende des 16. Jahrh. als Gouver-neur von Laferc, Paris und Jsle-de-France. — Sein Sohn, Franc. Annibal, geb.1573, wurde später zum Herzog von E. und Marschall von Frankreich erhoben. In sei-ner Jugend gehörte er dem geistlichen Stande an und erhielt bereits 1591 das BisthumNoyon. Seiner Neigung nach nahm er dann unter dem Familiennamen eines Marquisvon Coeuvres Kriegsdienste und wurde sehr bald zum Generallieutenant befördert. UnterMaria de' Medici ging er als Gesandter fast an alle europ. Höfe. Im 1 .1621 erhielt erdas Commando der vereinigten Truppen von Frankreichs Venedig und Savoyen, um denGraubündtnern das Veltelin zu sichern. Hierauf als Gesandter nach Italien geschickt,